Harte Checks, feine Küche: Saale Bulls tauschen Eisfläche gegen Küchenstudio und brutzeln 3-Gänge-Menü

Normalerweise krachen Schlagschüsse und schneiden Kufen über das Eis. Doch an diesem Montag klapperten die Messer, Schneidebretter und Pfannen. Die Eishockeyspieler der Saale Bulls tauschten ihre Trikots gegen Schürzen und bewiesen, dass Teamgeist nicht an der Bande endet. Bereits zum 13. Mal hatte der MEC 04 zum gemeinsamen Kochen eingeladen – wie immer ins Küchenstudio von Gerd Micheel in Halle. Ein Ort, der für einen Abend weniger Sportarena als vielmehr Genusswerkstatt war.

Schon beim Eintreten lag der Duft von frischen Kräutern, gebratenem Fleisch und Röstaromen in der Luft. Statt Helmen trugen die Spieler Schürzen, statt Schlägern hielten sie Küchenmesser in den Händen. Unterstützt wurden sie von ihren Partnerinnen sowie dem Betreuerteam. Gemeinsam wurde geputzt, geschnippelt, pariert und gebraten – mit sichtbarer Konzentration und überraschender Routine. Schnell wurde klar: Der eine oder andere Saale Bull macht nicht nur auf dem Eis, sondern auch am Herd eine ausgesprochen gute Figur.

Vom Bullykreis an den Herd

Das gemeinsame Kochen hat bei den Saale Bulls längst Tradition. Was einst als kleine Idee begann, ist heute ein fester Termin im Kalender des Clubs. „Es ist einfach etwas anderes, sich außerhalb des Trainings und der Spiele zu begegnen“, erklärt Sportdirektor Christian Hommel. „Hier kommen wirklich alle zusammen – Spieler, Trainer, Betreuer, Office-Mitarbeiter. Dieser Austausch in einer anderen Atmosphäre ist enorm wichtig.“

Und genau diese andere Atmosphäre war an diesem Abend deutlich spürbar. Wo sonst taktische Anweisungen und Spielzüge dominieren, wurde gelacht, probiert und gefachsimpelt. Einer würzte nach, der nächste reichte einen Teller weiter, ein dritter kümmerte sich um das perfekte Anrichten. Teamwork, das sonst auf dem Eis über Sieg oder Niederlage entscheidet, zeigte sich hier ganz selbstverständlich zwischen Herd und Arbeitsfläche.

Profi-Anleitung mit lokalem Bezug

Angeleitet wurde die Mannschaft von Eventkoch Mathias Herbarth aus Halle, der es verstand, die Gruppe mit klaren Ansagen, Humor und kulinarischem Know-how durch den Abend zu führen. Mit ruhiger Hand koordinierte er die Abläufe, erklärte Handgriffe und sorgte dafür, dass aus vielen Einzelarbeiten am Ende ein stimmiges Drei-Gänge-Menü entstand. „Kochen ist wie Eishockey“, sagte Herbarth augenzwinkernd. Denn man braucht Timing, Präzision und vor allem Vertrauen ins Team.“Eigenschaften, die bei den Saale Bulls ohnehin zur DNA gehören – und die an diesem Abend eine neue Bühne bekamen.

Kreativ, international und anspruchsvoll

Kulinarisch zeigte sich das Team offen und experimentierfreudig. Den Auftakt machte ein fein abgeschmecktes Rote-Beete-Tatar, das mit seiner erdigen Frische überraschte und optisch wie geschmacklich überzeugte. Es folgte eine Apfel-Sellerie-Suppe, cremig und ausgewogen, mit einer angenehmen Balance aus Süße und Säure – perfekt als Übergang zum Hauptgang.

Dieser wurde international und mutig: Koreanisch angehaucht präsentierte sich das Menü mit einem aromatischen Blumenkohlcurry, saftigem Bulgogi vom Schweinebauch und einer würzigen Samjang-Sauce. Hier zeigte sich nicht nur handwerkliches Können, sondern auch Kreativität. Gewürze wurden fein abgestimmt, Garzeiten genau eingehalten – fast so präzise wie ein Spielzug im Powerplay.

Zum Abschluss durfte es süß werden. Ein klassischer American Cheesecake rundete den Abend ab und sorgte für zufriedene Gesichter rund um den Tisch. Spätestens jetzt waren alle Zweifel beseitigt: Diese Mannschaft kann mehr als nur Eishockey.

Mehr als nur ein gemeinsames Essen

Was bleibt, ist mehr als die Erinnerung an ein gutes Menü. Das Kochen war vor allem ein Teambuilding-Event, das den Zusammenhalt stärkte und neue Gespräche ermöglichte. Abseits von Leistungsdruck und Tabellenständen begegneten sich alle auf Augenhöhe. Hier zählte nicht, wer die meisten Tore schießt, sondern wer die Zwiebeln richtig schneidet oder den perfekten Garpunkt trifft. „Solche Abende schweißen zusammen“, betont Christian Hommel gegenüber dubisthalle.de. „Man lernt sich anders kennen, entdeckt neue Seiten. Das wirkt sich auch positiv auf die tägliche Arbeit und letztlich auf die Leistung auf dem Eis aus.“

Am Ende des Abends saßen alle gemeinsam an einem langen Tisch, probierten die selbst zubereiteten Speisen und ließen den Tag Revue passieren. Gespräche zogen sich bis in den späten Abend, Gelächter erfüllte das Küchenstudio. Die Schürzen wurden abgelegt, doch der Teamgeist blieb.

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