HaSi: Anwohner-Versammlung ohne Anwohner?


Eine Anwohnerversammlung zur Hafenstraße sorgt derzeit für Kritik bei den Anwohnern. Denn die Einladung zu der Veranstaltung am Donnerstagnachmittag kam kurzfristig zwei Tage vorher. Wer beruflich gebunden war, hatte gar keine Möglichkeit, an der Veranstaltung teilzunehmen. Zudem habe ein großer Teil der Anlieger die Einladung zu der Veranstaltung gar nicht bekommen, sagten Vertreter auf Nachfrage.

Das Projekthaus HaSi, das derzeit um eine Verlängerung des Nutzungsvertrags kämpft, sieht das Treffen als Erfolg. Die anwesenden Anwohner vor allem ihre Wertschätzung für das Projekt Hasi geäußert. Kritische Stimmen seien dagegen hingegen kaum zu vernehmen gewesen. Lediglich eine Person habe sich negativ gegenüber dem Projekt geäußert und blieb dabei sehr wage und unkonkret. Theresa Bauer von der Hasi: “Wir fragen uns, wo denn die angeblichen „88 Anwohner gegen die Hasi“ waren, von denen in Teilen der Presse zu lesen ist? Der gestrige Tag zeigt vielmehr, dass die Anzahl der Kritiker*innen aus der Nachbarschaft gar nicht so zahlreich ist, wie sie immer wieder öffentlich suggeriert wird. Wir laden aber weiterhin alle Nachbarn ein mit uns in Dialog zu treten.“

„Am Tag vor der Veranstaltung hatten die Aktivisten der Hasi zudem ihre Sympathisanten öffentlich dazu aufgerufen, sich aktiv in das Anwohnertreffen einzubringen. Somit war im Termin eine unausgewogene Situation und für kritische Anwohner keine konstruktive Gesprächsatmosphäre zu erwarten, was sich zum Ende des Termins auch bewies“, beklagt eine Anwohnerin. „Weil viele Anwohner jedoch seit 20 Monaten an klärenden Gesprächen mit der Verwaltung interessiert sind, wurde dem OB durch eine Anwohnerin ein Schreiben übergeben, einen neuen und planbaren Termin im vertrauensvollen Rahmen zu organisieren. Der OB brach daraufhin die Veranstaltung ab und ging.“

In ihren Schreiben an Oberbürgermeister Bernd Wiegand beklagen die Anwohner die späte Termininformation. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es deshalb aus zeitlichen und beruflichen Gründen kaum möglich ist, so schnell zu reagieren und diesen Termin anzunehmen. Mit einem neuen und besser planbaren Termin können wir gern nochmals versuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen, jedoch bitten wir, dafür eine annehmbare Gesprächsatmosphäre abzustimmen“, schreiben die Anlieger. „Wir haben außerdem auch keinen Diskussionsbedarf mit Unterstützern der Hasi, die ggfs. vor dem Stadthaus auf uns warten oder unsere Persönlichkeitsrechte missachten.“