Heizung und Warmwasser im Südpark bleiben vorerst an – doch wie lange noch? Stadtwerke im Gespräch mit Insolvenzverwalter

Halle-Neustadt atmet auf – zumindest für den Moment. Die drohende Sperrung der Fernwärmeversorgung für Hunderte Wohnungen für hunderte Wohnungen im Südpark wurde in letzter Minute erneut verschoben. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das: Heizung und Warmwasser bleiben erst einmal erhalten. Doch unter der Oberfläche brodelt eine tiefere Krise, die viele Menschen in existenzielle Ängste stürzt.

Eigentümerfirma insolvent – Schuldenberg wird zur Gefahr für Mieter

Die Eigentümerfirma, verantwortlich für eine Vielzahl der Plattenbauten im Viertel, hat sich offenbar finanziell völlig übernommen. Riesige Schulden türmen sich auf – ein Scherbenhaufen, der schließlich zur Insolvenzanmeldung führte. Die Stadtwerke reagierten und kündigten vor Wochen die Einstellung der Fernwärmeversorgung an. Ein drastischer Schritt, der jedoch als letztes Mittel galt. Der ursprünglich angesetzte Abschalttermin wurde zunächst auf die Zeit nach den Osterfeiertagen verschoben – nun auch der zweite Termin, angesetzt für heute 14 Uhr, wurde überraschend abgesagt.

„Aufgrund von Absprachen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter führen wir die für heute angekündigte Sperrung der Fernwärme im Südpark nicht durch“, so eine Sprecherin der Stadtwerke Halle gegenüber dubisthalle.de. Eine kleine Erleichterung für die betroffenen Mieter – doch niemand kann sagen, wie lange dieser Aufschub anhält.

Im Viertel wird deutlich, wie eng Hoffnung und Verzweiflung beieinander liegen. Immerhin dürfte in den Sommermonaten der Ausfall der Heizung nicht das Problem sein, wohl aber Warmwasser für Dusche und Wanne.

Alte Probleme, neue Krisen – eine Geschichte voller Versäumnisse

Schon früher kam es immer wieder zu Spannungen zwischen Mietern und der Eigentümergesellschaft. Beschwerden über mangelnde Instandhaltung, Schimmel, und undurchsichtige Betriebskostenabrechnungen sind keine Seltenheit. Dass es nun zum finanziellen Kollaps kommt, überrascht viele nicht – wohl aber das Ausmaß und die Geschwindigkeit.

Ein Viertel im Wartestand – Hoffnung auf einen Neuanfang

Was die Zukunft bringt, weiß derzeit niemand. Der Insolvenzverwalter verhandelt – und die Stadtwerke stehen unter Druck, zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Verantwortung abzuwägen. Die Menschen im Südpark leben weiter im Schatten der Unsicherheit. Doch so viel steht fest: Ein Ende der Krise ist noch lange nicht in Sicht.

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Keine Antworten

  1. einhaneuer sagt:

    Insolvent oder „insolvent“ ? Kann ja sein das die Bosse von Belvona Geld zu Seite geschafft haben und die Bücher frisiert haben bevor die Insolvenz angemeldet, haben.

  2. PaulusHallenser sagt:

    „Der Insolvenzverwalter verhandelt – und die Stadtwerke stehen unter Druck, zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Verantwortung abzuwägen.“

    Die Stadtwerke sind im Rahmen der sogenannten Verantwortung niemandem etwas schuldig. Wenn Rechnungen nicht bezahlt werden, gibt es halt entsprechende Konsequenzen.

    „Die Menschen im Südpark leben weiter im Schatten der Unsicherheit. Doch so viel steht fest: Ein Ende der Krise ist noch lange nicht in Sicht.“

    In Halle gibt es momentan etwa 10.000 freie Wohnungen. Dem Schatten der Unsicherheit kann also jederzeit mit einem Umzug in eine andere Wohnung begegnet werden.

    • Volker sagt:

      Nur wo und welchen zustand

    • Liberaler sagt:

      Richtig!

      Mieten von 6 €/qm reichen eben nicht, um ein Wohngebäude zu betreiben.

      Bei einer Erhöhung auf 10-12 €/qm ist die Wohnung immer noch fair vermietet.

      Das ist mehr als großzügig und der Eigentümer geht nicht insolvent.

      Eine klassische Win-Win-Situation!

    • SaulusHallenser sagt:

      Was nützen 10.000 freie Wohnungen, wenn 9.000 davon gar nicht angeboten werden?

    • einhaneuer sagt:

      Und wieder ein realitätsfremder Kommentar von Villenbesitzer PaulusHallenser…..

      • kein Fan von PH sagt:

        Er besitzt ja keine Villa. Er zahlt Miete, der Trottel! 🙂 Für Eigentum ist mehr erforderlich als dummes Gerede.

    • @Leierkasten sagt:

      Wo sind die 10.000 Wohnungen genau und wie ist deren Zustand?

    • kein Fan von PH sagt:

      Nur sind die Gelder ja von den Mietern bzw. dem Amt an den „Zwischenhändler“ abgeführt worden. Weiß man als Mieter. Oder rechnest du direkt mit den Stadtwerken ab? Wieder einfach nur eine asoziale Aussage hingerotzt, Betroffene beleidigt und dann als „Liberaler“ selbst bestätigt. Was bist du nur für ein Typ?

  3. Emmi sagt:

    Dort kann man nur die Flucht ergreifen. Die Lage wird sich nicht bessern. Ist eine unendliche Geschichte.

  4. Tommy sagt:

    PH.zeig uns die 10.000 „freien Wohnungen „!