Nach Dank an Notverkehr-Fahrer: Heftige Kritik und Rücktrittsforderungen gegen Halles Stadtoberhaupt bei ver.di-Streik
Der Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr erreicht in Halle (Saale) eine neue Eskalationsstufe. Was als Arbeitskampf um bessere Bedingungen begann, weitete sich am Freitag auf der zentralen Streikkundgebung vor dem Betriebshof in der Freiimfelder Straße zu einer scharfen politischen Attacke gegen das Stadtoberhaupt aus.
Im Zentrum der Kritik steht Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt. Dieser hatte sich am Donnerstag in einer Videobotschaft an die Bürger gewendet und sich ausdrücklich bei der HAVAG dafür bedankt, dass trotz des massiven Streiks der Gewerkschaft ver.di ein Notverkehr aufrechterhalten werden konnte. Was der OB als Service für die Bürger verbuchte, werteten die Streikenden als Affront.
Besonders deutlich wurde Frank Oettler, Redner der MLPD und selbst langjähriger Mitarbeiter der HAVAG. Vor den versammelten Gewerkschaftern griff er den Oberbürgermeister frontal an: „Dieser Oberbürgermeister muss abtreten, hat er sich doch mit den Streikbrechern solidarisiert“, rief Oettler unter dem Beifall der Anwesenden.
Oettler, der selbst drei Jahrzehnte lang als Straßenbahnfahrer durch Halle steuerte, bevor er aufgrund einer Augenerkrankung in einen anderen Bereich des Verkehrsbetriebs wechselte, sparte nicht mit schweren Vorwürfen. Er schlug dabei den Bogen von der aktuellen Streiksituation zur Wahl des Oberbürgermeisters.
Vorwurf der „niedergerissenen Brandmauer“
Laut Oettler habe Dr. Vogt bereits mit seinem Amtsantritt jegliche Glaubwürdigkeit verspielt, da er sich „mit den Stimmen der AfD wählen ließ“ und somit die politische Brandmauer eingerissen habe. Die Dankbarkeit des OB gegenüber jenen, die den Notbetrieb während des Streiks absicherten, sei nun der nächste Tabubruch.
„Und jetzt verbindet er sich mit den Streikbrechern. Pfui Teufel“, so Oettler abschließend.








„„Dieser Oberbürgermeister muss abtreten, hat er sich doch mit den Streikbrechern solidarisiert“, rief Oettler unter dem Beifall der Anwesenden.“
Sich mit Straßenbahnfahrern zu solidarisieren, die am Wohl der Stadt und ihren Bürgern interessiert sind und deshalb den Notverkehr aufrechterhalten, ist keine Schande, sondern ein Akt der Solidarität.
Ausgerechnet der MLPD Typ kriegt hier ne Bühne.
Bravo verdi. Weiter so.
Alleine die Politisierung und die Tatsache dass verdi solche Krawallmacher als Sprachrohr duldet und nicht dagegen einschreitet ist für mich eine plausible Erklärung für die hohe Zahl derer bei der HAVAG, die sich nicht beteiligen.
Danke erstmal an alle, die sich dafür eingesetzt haben, dass der ÖPNV trotz der Inkompetenz der Verdi und deren Anhänger weiter in Betrieb ist.
Ihr seid Klasse.