Nach Rödel macht nächster Traditionsbäcker in Halle (Saale) dicht: auch Bäckerei Neubauer schließt

Die Zahl kleiner Hanwerksbäckereien in Halle (Saale) wird immer kleiner. Am morgigen Samstag, 28. Februar 2026, hat die Backstube Rödel “Im langen Feld” und am Franckeplatz letztmalig geöffnet.

Und nur einen Monat später macht der nächste Traditionsbäcker dicht. Am 28. März wird die Bäckerei Neubauer in der Adam-Kuckhoff-Straße schließen. Inhaber Tobias Neubauer begründet das mit wirtschaftlichen und privaten Umständen.

Die Bäckerei wurde im Jahr 1921 gegründet. Eine große Zahl “100” am Schaufenster verweist noch auf das große Jubiläum vor 5 Jahren. Vor zwei Jahren wurde die Bäckerei im Magazin Falstaff zur drittbeiebtesten Bäckerei in Sachsen-Anhalt gekürt. 

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52 Kommentare

  1. Ich sagt:

    „Herrlich“, wie der Kapitalismus wieder mal zuschlägt. Danke, Habeck, danke Merkel, danke Lindner und jetzt Merz und Co. Ach natürlich habe ich den Klimawandel, Corona und den Ukraine-Krieg vergessen.

    • Du sagt:

      Was hast du denn genommen?! Das Bäckersterben begann doch schon in den 90ern. Die Menschen in Deutschland geben im Vergleich zu anderen europäischen Ländern prozentual am wenigsten ihres Gehalts für Lebensmittel aus. Hauptsache billig.
      Also bist auch Du dran schuld.

    • Traditionskundin sagt:

      Dafür sind keine Bundespolitiker zur Verantwortung zu ziehen, sondern jeder einzelne Verbraucher, der lieber widerliche Industriebackwaren der Kettenbäckereien kauft. Ich habe nie verstanden, wer dieses Plastikgebäck frisst. Aber offenbar wissen die wenigsten Qualität zi schätzen.

      • Dag54 sagt:

        Die Bäcker in den großen Industrieanlagen,arbeiten mit qualitativen hochwertigen Zutaten.Sie können sich nicht erlauben irgend welches Zeugs zu verarbeiten.Sie unterstehen ständigen Konrollen und liefern in alle Welt.Betriebleiter von Großbäckerei in Deutschland in der Familie.Und die Roh- Produkte werden auch an kleine Bäckereien geliefert,die es dann dort fertig backen .

    • 10010110 sagt:

      Sarkasmus solltest du kennzeichnen, sonst könnte man noch denken, du glaubst den Schwachsinn wirklich. 😛

    • Heiko sagt:

      Kauf einfach deine Brötchen in einer richtigen Bäckerei.

    • Achso sagt:

      Ich… Der Grundstein dafür würde schon viel eher gelegt. Wir Konsumenten wollen es schnell und billig und bequem. Erst zum Bäcker laufen? Warum sollte man das tun, wenn es im Supermarkt (wo ich sowieso schon bin) Billigbrötchen oder eine Kettenfiliale gibt…
      Der Kapitalismus versteht sein Handwerk schon seit vielen Jahren und wächst und gedeiht

    • JoKo sagt:

      Da ist sowas von dämlich. Was haben all diese Dinge mit dem Schließen von Bäckereien zu tun?
      Nichts! Gar nichts! Du willst einfach nur Stimmung machen und merkst gar nicht wie dumm du rüber kommst. Du kennst die Gründe nicht und erdreistest dich hier rechte Politik und rechte Narrative zu posten.

    • zagcl4oe sagt:

      Jeder hat es selbst in der Hand. Wenn die meisten bei Discountbäckern kaufen, gehen die echten halt Pleite – da können die Politiker herzlich wenig für.

    • Micha sagt:

      Du musst die Realität offenbar so sehr verleugnen, dass dir das nur mit deiner mittelmäßigen Ironie gelingt.

    • Ich von hier sagt:

      Ach, dann bist du der gewesen, der sein Brot und Kuchen nie bei Aldi, Lidl, Edeka ,Rewe und Co. geholt hat. Du hättest, als ausschließlicher Käufer beim Bäcker, mehr essen sollen, dann würde es sie noch geben. PS., Rödel geht in Ruhestand, hat also mit deinen erfundenen Märchen nichts zu tun.

  2. Trak sagt:

    Schade… Aber wahr

  3. Robert sagt:

    Die Schließung der Handwerksbetriebe haben schon vor Jahren die böösen Rechten angekündigt .

  4. A.h. sagt:

    Rechts steht hier doch weit aussen vor. Muss man nicht so drauf sein, um zi verstehen wie manche Gesellscjaftsprozesse laufen. Braicjste halt eher nen guten Menschenverstand..
    Leider waren die Backwaren verdammt legger… unso seltsamer wirds, wenn die fehlen…

  5. BESORGTER Hallenser sagt:

    Das Ende ist noch nicht erreicht und Immer wieder wird alles schön geredet bald wird auch der letzte hier begreifen wo der Hase lang läuft.

  6. Thomas Hollstein sagt:

    Ich war als kleines Kind schon immer da,bevor ich zum Religionsunterricht in die Gütchenstraße musste.
    Sehr Schade😥

  7. Margot sagt:

    Würde man weniger „Backwaren“ in Backshops oder Supermärkten kaufen, würden vielleicht ein paar mehr Bäckereien überleben.

    • laufender Hase sagt:

      Dadurch gäbe es mehr Personal? Klingt falsch.

    • Bakenman sagt:

      Versteht doch. Es hat nicht damit zu tun, dass man nicht genug verkaufen könnte. Es gibt einfach niemanden der die Arbeit macht. 10 Stunden jeden Tag und mitten in der Nacht aufstehen, ist eben sehr anstrengend. Obendrein muss man sein Handwerk verstehen. Da kann man nicht jeden dahergelaufenen für nehmen. Und 5000 Euro brutto, wie im schicken Berliner Thinktank wirds wohl auch nicht geben. So schade es auch ist, wird es wohl nicht aufzuhalten sein. Das Verständnis für Arbeit ist fehlt bei den meisten Leuten einfach. Sie bekommen ihr Geld auch ohne viel Anstrengung und somit macht niemand mehr die Jobs, die im Handwerk gebraucht werden. Das Schlimmste sind aber die Arbeitsverbote für Immigranten. Wer arbeiten will und schon mal hier ist, sollte das auch tun dürfen. So bleibt uns wohl nur den Industriefraß essen oder selber machen.

    • Robert sagt:

      Die Besserverdiener können zu einem gelernten Bäcker einkaufen gehen . Aber ein Arbeiterkind kann es nicht .

  8. KlausDieter sagt:

    Was hat das mit der Politik zu tun? Solange die Leute im Supermarkt die Brötchen für weniger als 20 Cent kaufen, ist wohl der Verbraucher schuld.
    Und was fehlt noch? Die Bereitschaft früh um drei aufstehen zu wollen.
    Jeder, der im Supermarkt Brötchen kauft, ist selber Schuld, dass es um die Ecke keinen Bäcker mehr gibt.

  9. Uwe Liebig sagt:

    Aber ,ihr wolltet doch das Alle so wie es jetzt ist. Ihr kauft doch auch eher im Supermarkt Brot 🍞 und Brötchen nur um Geld 💰 zu sparen .Also nicht wundern das einer nach dem anderen schließt.

  10. SagJaNur sagt:

    Na das wird alles anders, wenn die AfD erstmal regiert. Eine der ersten Maßnahmen wird ein Verbot des Verkaufs von Bäcker- und Fleischerwaren in Supermärkten und Discountern! Auch darf kein Bäcker oder Fleischer mehr als 3 Filialen haben! Steht ja alle im Wahlprogramm https://table.media/assets/berlin/26-01-23_entwurf_afd-regierungsprogramm-2026-sachsen-anhalt.pdf

  11. Klaus Klaus sagt:

    Es bleibt kompliziert. Automatisierungen und das damit verbundene Weniger an Arbeit sind wünschenswert. Qualität braucht Zeit, die die Industrie nicht hat. Gewerke kommen und gehen. Nach „Schuld“ zu suchen, wenn der unsichtbaren Hand vertraut wird, ist wohlfeil. Persönlich sehr schade um die Tradition und Qualität. Es bleibt kompliziert.

    • Rentner sagt:

      Brot besteht ia aus Mehl, Hefe, etwas Salz und Zucker, Wasser.
      Der Teig muss mindestens am Vortag angesetzt werden. Die Brote können auch am Vortag aufgeteilt werden und aufs Blech gelegt werden und weiter aufgehen.
      Da zur zur Laden-Öffnung das Brot fertig sein sollte, braucht dann nur zur entsprechenden Zeit der Backofen eingeschaltet werden. Das sollte heutzutage auch automatisch möglich sein,wie auch die Backtemperaturen.

      Gab’s nicht mal hier ein Backmaschinen-Werk??? Wurde aber bestimmt auch gelöscht wie manche Posts.

      Brot besteht ia aus Mehl, Hefe, etwas Salz und Zucker, Wasser.
      Der Teig muss mindestens am Vortag angesetzt werden. Die Brote können auch am Vortag aufgeteilt werden und aufs Blech gelegt werden und weiter aufgehen.
      Da zur zur Laden-Öffnung das Brot fertig sein sollte, braucht dann nur zur entsprechenden Zeit der Backofen eingeschaltet werden. Das sollte heutzutage auch automatisch möglich sein,wie auch die Backtemperaturen.
      Aber vielleicht heizt mancher Bäcker den Backofen noch mit Kohle, das lässt sich nicht so einfach automatisieren,aber vielleicht schmeckt besser.

      Dass es bei einem Bäcker vielleicht besser schmeckt als bei anderen, liegt wohl auch daran, dass der sich  besser auf das Naturprodukt Mehl angepasst hat, zB die Backtemperatur erst hoch (kross),… Aber auch das kann man automatisieren.
      Und auch gewisse Zusätze verbessern den Geschmack, müssen aber deklariert werden.
      Aber alles ist Geschmackssache!
      Imho werden Bäcker vom Brot nicht unbedingt reich, sondern erst durch Kuchen & Co.

      • naja sagt:

        Ganz so einfach ist es doch nicht. Man kann nicht alles zur gleichen Zeit backen, dafür haben die Öfen nicht genug Platz. Alleine um eine Sorte nach der anderen zu backen, braucht man mehrere Stunden.

        Sicher kann man sich auch dafür Lösungen überlegen, zum Beispiel verschiedene Gebäcke so vorbereiten, dass sie bei gleicher Temperatur und Backzeit auf einmal gebacken werden können – aber vielleicht geht das auf Kosten des Geschmacks oder der Kundenansprüche.

        Andere Möglichkeiten wären: den Laden morgens später zu öffnen (aber so verzichtet man auf Kunden) oder morgens nur eine kleine Auswahl Gebäck anzubieten und weitere Sorten erst später zu backen (aber so verzichtet man auf Umsatz).

  12. Seher sagt:

    Wenn sie doch so toll gewesen sind diese backwaren, dann würde der Laden jetzt nicht zu machen. Meine Erfahrung ist qualität, hat sich schon immer durchgesetzt, egal was es kostet

    • Peter sagt:

      Leider falsch, die Qualität kann noch so gut sein, die Nachfrage noch so hoch, trotzdem braucht es fleißige Menschen, die bereit sind diese Arbeit zu machen.
      Auch ein kleiner Handwerksbetrieb muss investieren und immer wieder neue Auflagen erfüllen, hier trägt Politik zumindest einen Anteil.
      Die Ansiedlung von Großindustrie wird sicherlich auch gern finanziell gefördert, von einer Förderung einer Handwerksbäckerei zur Wahrung eines Kulturgutes konnte ich noch nichts lesen.

    • 10010110 sagt:

      Wenn der Meister aber keine Lust mehr hat und auch kein junges Verkaufspersonal mehr findet, dann kann die Qualität der Backwaren noch so gut sein, aber da setzt sich nix durch.

  13. Rentner sagt:

    Aufgewachsen bin ich mit privaten Bäckereien. In der Stadt gab es mehrere. Wir kauften meist im Nachbarort.
    Damals hatten die viele keinen Herd mit Backröhre. Man konnte aber beim Bäcker seinen Blechkuchen backen lassen, haben wir aber nicht gemacht.
    Für Stollenbacken musste man sich einen Termin holen und bekam auch die Hefe beim Bäcker. Teig machten wir selbst (als ich das konnte, war das meine Arbeit), mit dem Teig gings zum Bäcker (oft mit Schlitten), der Bäcker teilte dann den Teig in einzelne Stollen und buk die. Dann konnte man die abholen (wir hatten dafür eine Kiste), zuhause wurden die mit flüssiger Butter bestrichen und Zucker und Staubzucker darüber.
    Hätte ich heute aber keine Lust mehr.

    Und den privaten Bäckereien gings relativ gut.

    Erst später kamen Konsum-, VEB-Bäckereien.

    Die Waren der Neustädter Großbäckerei schmeckten nicht schlecht!

    • Samma sagt:

      Woraus besteht eigentlich Brot?

      • Bakenman sagt:

        Wenn du das Handwerksbrot meinst, dann aus:
        Mehl, Wasser,Sauerteig und Salz.

        Wenn du das Industriebrot meinst dann aus:
        Mehl
        Wasser
        Salz
        Emulgatoren wie E322 oder E471
        Enzyme: Amylasen, Xylanasen, Lipasen und Proteasen
        Mehlbehandlungsmittel: Ascorbinsäure ,E 300
        Verdickungsmittel E412
        Säureregulatoren wie Natriumacetat, Zitronensäure
        Konservierungsstoffen: Calciumpropionat E 282 und Kaliumsorbat E 202
        Malzmehl, Zucker/Zuckerstoffe, Sojamehl, Süßmolkenpulver, Phosphate
        L-Cystein E 920

        Na dann guten Hunger.

  14. Wolli sagt:

    Wenn beim Bäcker Pohl in Kröllwitz ein Waschlorb voll Semmeln aus der Backstube in den Laden gebracht wurde, da ging einem das Herz auf. Solche Semmeln gibts nicht mehr, sie sind offenbar auch nicht in den Backfabriken herstellbar.

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