„Neue Vermögenswerte“: Entspannung im Südpark bei den Wohnblöcken des insolventen Eigentümers
Die rund 240 Bewohnerinnen und Bewohner im Wohngebiet Südpark in Halle-Neustadt können vorerst aufatmen: Die Versorgung mit Strom, Wasser und Heizung ist zunächst bis in die zweite Januarhälfte gesichert. Denn es wurden neue Vermögenswerte gefunden, teilte der Insolvenzverwalter MDR SACHSEN-ANHALT mit.
Dem insolventen Immobilienunternehmens Bevo DE Alpha 2a GmbH gehören im Südpark mehr als 1.000 Wohnungen, von denen ein Großteil leer steht. In den vergangenen Monaten wurden die Instandhaltung und die laufende Versorgung der Gebäude noch durch Zahlungen einer Bank finanziert, bei der die Grundschuld für die Häuser lag. Diese Zahlungen wurden jedoch eingestellt, wie der zuständige Sachbearbeiter des vorläufigen Insolvenzverwalters zuvor erklärte.
Entsprechend groß war die Sorge der verbliebenen Mieterinnen und Mieter, bald ohne Wasser, Wärme und Strom dazustehen. Diese Befürchtung hat sich nun zumindest vorläufig nicht bestätigt. Aus dem Büro des vorläufigen Insolvenzverwalters Rainer Eckert hieß es, man habe bislang unbekannte Vermögenswerte identifiziert. Derzeit werde geprüft, ob diese tatsächlich nutzbar seien. Sollten sich die Vermögenswerte bestätigen, könnte dem Eigentümer möglicherweise mehr Geld zur Verfügung stehen als bislang angenommen.
Das weckt Hoffnung, dass die betroffenen Häuser einer Zwangsversteigerung entgehen könnten. Nach Angaben des Insolvenzverwalters laufen aktuell Berechnungen, ob ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet werden kann. Parallel dazu steht Eckert nach eigenen Angaben im Austausch mit potenziellen Investoren, um tragfähige Lösungen für die Zukunft der Immobilien zu finden.
Ganz gebannt ist die Gefahr allerdings noch nicht. Die Stadt Halle betonte, dass sich die Lage kurzfristig wieder ändern könne. Sollte es zu einer Einstellung der Versorgung kommen, werde die Energieversorgung Halle die Betroffenen jedoch rechtzeitig informieren. Bis dahin bleibt den Mieterinnen und Mietern im Südpark zumindest etwas Zeit – und vorerst die gewohnte Versorgung.








Kranke Auswüchse des Kapitalismus.
Wenn die Bunde Insolvenz ist habe die Mieter Vorkaufsrecht. VEB Wohnungen… also 50 Euro für den Kauf sollten reichen … das ist mehr als mann bei Bau damit rechnen hätte können
„Wenn die Bunde Insolvenz ist habe die Mieter Vorkaufsrecht.“
Wie bitte?
Es bleibt den Mietern Zeit – wofür? Eine andere Wohnung zu suchen! Die Situation in diesem Wohnungsbestand wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern.
„Die Versorgung mit Strom, Wasser und Heizung ist zunächst bis in die zweite Januarhälfte gesichert.“
Na dann is´ja alles okay!
„können vorerst aufatmen: Die Versorgung mit Strom, Wasser und Heizung ist zunächst bis in die zweite Januarhälfte gesichert.“
Macht doch den Mietern erst Hoffnungen, wenn das Geld auch sicher ist. Nur für Januar ist ja nicht wirklich eine Zukunft. Wer da nicht umzieht, der ist selbst schuld.
Verlasst das Ghetto!
Es wird spannend werden, wie es mit den Gebäuden nach Insolvenz des Vermieters weiter geht.
Im Prinzip gehören die Gebäude dann der Bank, da eine Grundschuld eingetragen ist. Die Bank wird versuchen, das Gebäude zu veräußern, aber kein vernünftiger Mensch hängt sich eine jahrzehntealte Immobilie ans Bein, mit einer läppischen Miete von 5 €/m², die vorne und hinten nicht reicht, die Gebäude instandzuhalten und die Verwaltung zu bezahlen.
Also bleibt die Bank auf den Gebäuden sitzen, wie auf einem alten Schrottauto, das jemand abgestellt hat und nicht mehr abholt.
Das Ganze wird dann wohl durch eine Treuhand zwangsverwaltet und letztlich vom Steuerzahler bezahlt.
„aber kein vernünftiger Mensch hängt sich eine jahrzehntealte Immobilie ans Bein, mit einer läppischen Miete von 5 €/m², die vorne und hinten nicht reicht, die Gebäude instandzuhalten und die Verwaltung zu bezahlen.“
Zipp,
die eigentliche Bausubstanz der Wohnblöcke im Südpark ist gut bis sehr gut, Teile der Haustechnik sind auch noch nicht wirklich alt, teilweise wurde die auch modernisiert.
Das Hauptproblem sind die viel zu geringen Mieten in der Gegend, die eine rentable Bewirtschaftung nicht zulassen. Das ist auch die Ursache für die derzeitige Insolvenz.
Natüüüüürlich sind die „billigen“ Mieten Ursache für die Insolvenz…. Woher hast du denn dein Wissen? Jetzt nimmst du solche Heuschrecken auch noch in Schutz? Ein Großteil der Wohnungen steht leer, das hat Gründe. Wahrscheinlich sind die ehemaligen Mieter in eine von deinen 10.000 freien Wohnungen in Halle umgezogen.
Die Mieter zahlen übrigens Nebenkosten, welche dann nicht an den Versorger geleitet wurden. Somit war des öfteren der Ofen kalt oder das Wasser weg. Man könnte es auch als Diebstahl bezeichnen. Aber auch dafür hast du natürlich Verständnis und Ausreden.
„Natüüüüürlich sind die „billigen“ Mieten Ursache für die Insolvenz….“
Was soll dieses „Natüüüüüürlich“? Kannst du auch sachlich bleiben?
Bei einer linearen Abschreibung einer Immobilie setzt man 2% des Neupreises/der Baukosten als den Aufwand an, den ich kalkulieren muss, um die Hütte instand und wohnlich zu halten. Dies über 50 Jahre, weil man davon ausgeht, dass eine 50 Jahre lang ungepflegte Immobilie wertlos ist.
Wenn ich jetzt von Baukosten (ohne Grundstück) umgerechnet in heutige Preise von 2500 €/m² ausgehe, sind also 2% davon jährlich abzuschreiben, bzw. als Rücklage zu bilden. Das sind dann je m² 50 € im Jahr oder 4,16 € im Monat.
Da bleiben also von der 5€-Kaltmiete nur 0,84 €/m² für übliche Wartungen und die Verwaltung.
Das wird nicht reichen, also wird über einige Jahre die Abschreibung vernachlässigt, es wird von der Substanz gelebt, aber irgendwann haben Wind und Wetter für den Sanierungsbedarf gesorgt.
Und dann? Siehts aus wie in der DDR!
Sachlich beim PH? Was kommt danach? Nüchtern zur Arbeit oder was? Aber ernsthaft: Deine Rechnung bzw. deine Argumente hauen bei einem normalen/seriösen Vermieter hin. Wenn ich jedoch von Anfang an auf Verschleiß fahre, Mieteinnahmen (Nebenkosten) nicht weiter leite, dann bin ich wohl nicht unbedingt seriös. Das würde der PH jedoch so nicht zugeben, bei ihm sind die Mieter an der Situation schuld.
Was spricht gegen eine Erhöhung der Mieten?
Warum, wenn es hier die nebenkosten betrifft? Das eine ist völlig unabhängig vom anderen. Die Mieter haben f+r Wasser und Abwasser bezahlt; was die Miete da drin zu suchen hat, wird wohl dein Geheimnis bleiben. nebenkosten sind zwar teil der Gesamtmiete, aber keine verfügungsmasse des Vermieters, sondern Umlagen an die Lieferanten.
„mit einer läppischen Miete von 5 €/m², die vorne und hinten nicht reicht, die Gebäude instandzuhalten und die Verwaltung zu bezahlen“
Das ist die Kaltmiete. Diese sei zu niedrig, was Insolvenz des Eigentümers die Folge habe.
Also, was spricht gegen Erhöhung der Kaltmiete?
PaulusHallenser, ich kann die Bausubstanz dort nicht wirklich beurteilen, aber wir sind uns einig, dass von der Miete nicht nur die Treppenhausreinigung und die Heizungswartung bezahlt werden muss, sondern auch eine ev. in 10 oder 20 Jahren anstehende Komplettsanierung des Daches oder der Fassade.
Die entsprechenden Rücklagen sind aus der Kaltmiete zu bilden und da sieht es bei 5 €/m² düster aus.
Denn damit kommt man mit Ach und Krach im normalen Betrieb über die Runden, aber niemals lassen sich daraus Rücklagen von 250000 € für ein neues Dach geschweige denn 1000000 € für eine Fassaden- und Fenstererneuerung abzweigen.
Der Vermieter f#hrt also auf Verschleiß und tut gut daran, die Immobilie abzustossen, sofern er einen Interessenten findet. Es gibt bessere Anlagemöglichkeiten, die nicht dem Auge und damit auch nicht dem Sozialneid der Mieter und Politiker ausgesetzt sind.
Zipp,
das sehe ich genauso wie Sie.