Niederlage für die Wildcats nach Kampf und schwierigen Voraussetzungen gegen den BVB
Der SV UNION Halle-Neustadt hat dem Tabellenführer der 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen am Mittwochabend in der SWH.arena lange Paroli geboten, musste sich am Ende jedoch Borussia Dortmund mit 29:39 (17:22) geschlagen geben. Vor 1.001 Zuschauern zeigten die Wildcats unter äußerst schwierigen personellen Voraussetzungen eine engagierte und leidenschaftliche Leistung, die vor allem in der ersten Halbzeit erkennen ließ, wie eng diese Partie phasenweise tatsächlich war.
Nicola Czaja als Neuverpflichtung
Die Ausgangslage vor dem Anwurf war für das Team von Ines Seidler alles andere als einfach. Beide etatmäßigen Torhüterinnen standen nicht voll zur Verfügung. Luise Kriesel war seit Montag gesundheitlich angeschlagen, nahm zwar im Kader Platz, erhielt jedoch keine Spielanteile. Kurzfristig rückte mit Nicola Czaja ein Neuzugang zwischen die Pfosten, der erst wenige Stunden vor dem Anpfiff offiziell vorgestellt worden war. Zusätzlich gehörte mit Lea Schaffer eine Spielerin aus dem Juniorteam zum Aufgebot. Trotz dieser Umstände präsentierten sich die Wildcats von Beginn an fokussiert, mutig und geschlossen. Der Start in die Partie verlief ausgeglichen. Lisa Antl brachte Dortmund früh in Führung, doch Fabienne Büch glich umgehend aus. In der Anfangsphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Wildcats immer wieder Antworten fanden. Lynn Molenaar traf zum 2:2, Lea Gruber verkürzte mit zwei Treffern auf 5:8 und hielt ihr Team im Spiel. Dortmund setzte früh auf Tempo und Tiefe, vor allem Guro Nestaker und Alina Grijseels sorgten mit ihrer individuellen Klasse für Gefahr, doch Halle hielt kämpferisch dagegen.
Cara Reuthal mit 10 Toren
Besonders Verantwortung übernahm in dieser Phase Cara Reuthal. Die Rückraumspielerin führte ihr Team offensiv an, suchte konsequent den Abschluss und zeigte sich auch vom Siebenmeterpunkt nervenstark. Vier ihrer insgesamt zehn Treffer erzielte sie von der Linie. Immer wieder gelang es den Wildcats, die Dortmunder Defensive in Bewegung zu bringen und Lücken zu finden. Emma Hertha, Fabienne Büch und Lynn Molenaar nutzten ihre Chancen, sodass der Rückstand bis zur 20. Minute bei lediglich drei Treffern lag. Beim Stand von 13:15 blieb die Partie völlig offen. In der Schlussphase der ersten Halbzeit machte sich jedoch die Qualität und Abgeklärtheit des Tabellenführers bemerkbar. Dortmund erhöhte das Tempo, nutzte technische Fehler der Gastgeberinnen konsequent aus und setzte sich bis zur Pause auf 22:17 ab. Besonders Guro Nestaker und Alieke van Maurik prägten diese Phase mit wichtigen Treffern. Trotz des anwachsenden Rückstands verabschiedeten die Zuschauer die Wildcats mit Applaus in die Kabine – als Anerkennung für eine engagierte erste Halbzeit unter schwierigen Bedingungen.
Dortmund untermauert Favoritenstellung in der 2. Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel versuchte Halle, erneut den Anschluss herzustellen. Lynn Molenaar und Madeleine Östlund trafen früh, doch Dortmund antwortete routiniert. Die Gäste spielten ihre körperliche Präsenz aus und fanden zunehmend Lösungen gegen die Abwehr der Wildcats. In dieser Phase fehlte es im Angriff stellenweise an Geduld, einige Abschlüsse wurden zu früh gesucht, was den Tabellenführer zu schnellen Gegenstößen einlud. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Kräfteverschleiß bei den Wildcats spürbar. Dortmund nutzte Überzahlsituationen konsequent, während Halle weiter investierte, aber den Rückstand nicht mehr entscheidend verkürzen konnte. Zeitstrafen auf beiden Seiten unterbrachen zwar den Spielfluss, änderten jedoch nichts am Gesamtbild. Die Wildcats blieben bemüht, steckten nie auf und suchten weiterhin den Weg nach vorne. Emma Hertha zeigte bis zum Schluss großen Einsatz und kam insgesamt auf fünf Treffer, Lea Gruber erzielte ebenfalls fünf Tore.
„Belastende Tage und Nächte“
In der Schlussviertelstunde setzte sich die individuelle Klasse des Spitzenreiters endgültig durch. Guro Nestaker avancierte mit zehn Treffern zur erfolgreichsten Werferin der Partie, unterstützt von Alieke van Maurik mit sieben Toren und Alina Grijseels mit fünf Treffern. Auf Seiten der Wildcats stemmte sich vor allem Cara Reuthal mit zehn Treffern gegen die Niederlage, während Lynn Molenaar, Fabienne Büch und Emma Hertha wichtige offensive Akzente setzten. Der Endstand von 29:39 fiel letztlich deutlich aus, spiegelt jedoch nur bedingt den Spielverlauf der ersten Halbzeit wider. Nach der Partie zeigte sich Dortmunds Cheftrainer Henk Groener ehrlich in seiner Einschätzung. Seine Mannschaft habe sich in der ersten Halbzeit sehr schwergetan, das Spiel sei keineswegs so einfach gewesen, wie man es sich vielleicht vorgestellt habe. Am Ende sei er froh über den Sieg, zumal sein Team in der zweiten Halbzeit überzeugen konnte. Wildcats-Trainerin Ines Seidler sprach offen über die belastenden vergangenen Tage und Nächte. Sie zeigte sich zufrieden mit der Leistung ihrer Mannschaft, betonte jedoch, dass im Angriff einige Situationen zu früh abgeschlossen worden seien. Die Zeit bis zum nächsten Spiel wolle man nun nutzen, um sich insbesondere im Tor und in der Abwehr weiter einzuspielen.
Als erfolgreichste Torschützinnen der Wildcats ragten Cara Reuthal mit zehn Treffern, Emma Hertha und Lea Gruber mit jeweils fünf Toren hervor. Für Borussia Dortmund waren Guro Nestaker (10), Alieke van Maurik (7) und Alina Grijseels (5) am treffsichersten.
In der Tabelle behauptet Borussia Dortmund weiterhin die Spitzenposition in der 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen. Die Wildcats verbleiben im unteren Tabellenbereich, konnten jedoch trotz der Niederlage wichtige Erkenntnisse gewinnen. Bereits am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel in Metzingen die nächste Herausforderung. Dort will der SV UNION Halle-Neustadt an die kämpferische erste Halbzeit anknüpfen und weitere Schritte in der Entwicklung der Mannschaft gehen.
Statistik – SV UNION Halle-Neustadt vs. Borussia Dortmund 29:39 (17:22)
- Alsco Handball Bundesliga Frauen | 04.02.2026 | SWH.arena | 1.001 Zuschauer
Aufstellung Wildcats:
Tor: Nicola Czaja; Luise Kriesel
Feld: Maksi Pallas, Lynn Molenaar (5), Gerda Kairyte, Madeleine Östlund (1), Fabienne Büch (3), Emma Hertha (5), Lea Gruber (5), Marie Polakova, Lilli Röpcke, Cara Reuthal (10/4), Lea Schaffer, Ilona Kieffer, Lucy Strauchmann
Schiedsrichter: Markus Kauth / Andre Kolb
Zeitnehmer: Michael Kumpf | Sekretär: Lutz Dietrich
Zeitstrafen:
WILDCATS: 1 (Kairyte)
Dortmund: 3 (Kusian, Antl, Olsson)
Siebenmeter:
WILDCATS: 4/4
Dortmund: 1/2
Beste Werferinnen:
Wildcats: Reuthal 10, Hertha 5, Gruber 5, Molenaar 5
Dortmund: Nestaker 10, van Maurik 7, Grijseels 5
Links zum Spiel
Foto: Michael Vogel









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