Rechte Verlage und Gegenprotest: „Seitenwechsel“ sorgt erneut für politische Spannungen – Demo am 7. November geplant

Die umstrittene rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ soll am 7. und 8. November 2026 zum zweiten Mal in Halle (Saale) stattfinden. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Veranstaltung für politische Spannungen gesorgt: Linke Gruppen protestierten gegen das Format, dem sie eine Plattform für rechte und rechtsextreme Positionen vorwerfen. Es ist zwar noch ein halbes Jahr hin. Doch auch in diesem Jahr sind erneut Demonstrationen angekündigt.

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Für den Messesamstag, den 7. November, ruft die Gruppierung „Antifa Zeitenwechsel“ zu Protesten auf. In einem veröffentlichten Aufruf kritisiert sie die Messe scharf und bezeichnet sie als „Fascho-Buchmesse“. Nach Darstellung der Gruppe hätten sich bereits bei der Premiere unterschiedliche Akteure aus dem rechten Spektrum versammelt, darunter AfD-Funktionärinnen und -Funktionäre, Neonazis, Vertreter sogenannter völkischer Esoterik sowie Verschwörungsideologen und Holocaust-Leugner.

„Das darf nicht sein. Wir wollen nicht in einer Welt leben, in der die größte Messe der Region den roten Teppich für offen faschistische Propaganda ausrollt“, heißt es in dem Aufruf. Die Gruppe kündigt an, sich dem aus ihrer Sicht zunehmenden Rechtsruck entgegenzustellen und ruft zur Teilnahme an den Protesten auf.

Die Veranstalter der Messe weisen diese Vorwürfe zurück und betonen stattdessen den Charakter der Veranstaltung als Plattform für Meinungsvielfalt. Nach eigenen Angaben war die erste Ausgabe der Messe ein „überwältigender Publikums-Erfolg“. Auch in diesem Jahr wolle man „kritischen Stimmen, freiheitlichen Gedanken und oppositionell konservativen Meinungen“ Raum geben.

Ziel der Messe sei es, insbesondere kleineren und unabhängigen Verlagen eine Bühne zu bieten. „Ganz unterschiedliche Verlage und Autoren werden sich in Halle treffen, um die freie Kraft des Wortes zu präsentieren, zu diskutieren und zu feiern“, so die Veranstalter. Die Messe verstehe sich als Beitrag zur literarischen Vielfalt und wolle bewusst auch Stimmen sichtbar machen, die im etablierten Buchmarkt weniger präsent seien.

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