Riesentrafo auf Reisen: Schwerlasttransport zog durch den halleschen Osten

Ein außergewöhnlicher Schwerlasttransport hat am Montagabend für erhebliche Einschränkungen im halleschen Osten gesorgt. Ein riesiger Transformator wälzte sich in den Abendstunden durch die Straßen der Stadt und zog zahlreiche Blicke auf sich.

Ausgangspunkt des Transports war das Unternehmen Hitachi, ehemals ABB. Von dort führte die Route über die Delitzscher Straße weiter durch die Stadtteile Büschdorf und Reideburg. Besonders in Büschdorf kam der Koloss nur in Schrittgeschwindigkeit voran, was zu langen Rückstaus führte.

Neben den Begleitfahrzeugen der Transportfirma war auch die Hallesche Verkehrs AG (HAVAG) im Einsatz. Mit zwei Hubwagen unterstützten Mitarbeiter den Transport, um sicherzustellen, dass der Transformator nicht mit der Oberleitung der Straßenbahn in Berührung kam. Der Straßenbahnverkehr wurde für den Abend vollständig eingestellt, stattdessen kamen Busse im Schienenersatzverkehr zum Einsatz. Doch auch diese steckten zeitweise im Stau fest, den der Schwerlasttransport durch sein langsames Tempo verursachte.

Die Dimensionen des Transports waren beeindruckend: Der gesamte Schwerlaster maß nahezu 50 Meter in der Länge, war 3,80 Meter breit und 5,85 Meter hoch. Insgesamt wurden dabei 286 Tonnen bewegt.

Ziel des Hochleistungstransformators ist der Elbehafen in Aken. Von dort aus wird die Fracht auf dem Wasserweg weitertransportiert. Für Anwohner und Verkehrsteilnehmer war der Transport zwar eine Geduldsprobe – zugleich aber auch ein seltenes technisches Schauspiel.

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22 Antworten

  1. Bürger sagt:

    Sind solche Trafos nicht in der Vergangenheit per Schiene angeliefert worden? ABB hat doch einen eigenen Anschluss. Hat evt. jemand Infos, warum das nicht mehr der Fall ist?

  2. jens sagt:

    Das ist für ausgewählte Hallenser ein Riesen-Trafo, toll

  3. Einwohner sagt:

    Die „Hubwagen“ waren doch sicherlich „Hubsteiger“, man sollte „T9“ ausschalten, wenn man einen Text verfasst….

  4. Pit Strohm sagt:

    In der DDR-Zeit wurden die Trafotransporte in der Größe und noch mehr per Schiene durchgeführt. Im Trafowerk, damals noch zum Energiekombinat Halle gehörend, wurden die größten Trafos des RGW repariert. Dazu wurde extra eine Halle mit einem 500 Tonnen Brückenkran gebaut. Das war einer von drei Brückenkranen in Europa.

  5. NT sagt:

    Auch zu DDR Zeiten gab es Großtransporte via Straße (eine Leipziger Firma) Engpass war inbesondere die Zufahrt in der Firma selber, da der neue Großtrafobau hinten dran gebaut wurde. Die Zufahrt wurde nach der Wende umgebaut.

  6. Motor sagt:

    286t Gesamtmasse, ob das wohl gut ist für die marode Infrastruktur Halles? Selbst PKW-Servolenkungen ruinieren ja schon mal die Straße in Halle. Aber vielleicht gabs ja auch ne Straßenbenutzungsgebühr zugunsten der Stadtkasse.

  7. Eduard Stolle sagt:

    Solche Transporte finden mehrmals im Jahr statt, ohne das es jemand bemerkt oder davon gestört wird. Die fahren eigentlich über die Europachaussee zur B 100. Aber wegen niedriger Brücken wird dazu ein teurer Tieflader benutzt, der den Trafo bis auf Boden absenken kann. Gestern wurde ein günstiger Plattformauflieger benutzt. Das spart Transportkosten, aber dafür fallen Straßenbahnen aus und die Bürger stehen im Stau.

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