Saalestammtisch berät zu Campingplatz am Nordbad und Saale-Tourismus


Nach seiner Sommerpause kam am Mittwoch der Saalestammtisch zusammen, in dem verschiedene Vereine und Firmen aktiv sind, die an und auf der Saale tätig sind.

Diesmal kamen die etwa 40 Teilnehmer am Peißnitzhaus zusammen. Und dessen Hausherr Roland Gebert informierte über die erfolgreiche Teilnahme am „Call for members“-Projekt der Kunststiftung. Rund 150 neue Vereinsmitglieder konnten akquiriert werden, und für jeden gibt es eine Förderung von 50 Euro. Und auch die Peißnitzhaus-Genossenschaft wächst, hat mittlerweile 115 Mitglieder. Geöffnet habe man die verbauten Rundbögen unter dem Haus, damit bei Hochwasser das Wasser ungehindert fließen kann. Sehnsüchtig warte man zudem auf die Förderung von 1,15 Millionen Euro, mit deren Hilfe Dach, Fassade und Fenster erneuert werden soll. Die Baugenehmigung sei schon da, nur der Vertrag mit der Stadt fehle noch.

Dirk Lindemann von den Stadtwerken Halle informierte kurz, dass es Gespräche mit der Jugendwerkstatt Frohe Zukunft zum Erwerb des Saaleschleppers Unstrut gebe, der momentan aufgebockt am Handwerkerhof steht. Diese soll einmal als Kinder- und Jugendschiff genutzt werden.

Anschließend wurde das Projekt WATIS der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg thematisiert. Geo-Studenten haben sich mit dem Wassertourismus an der Saale befasst. In drei Semestern hätten sich jeweils 20 Studenten um das Projekt gekümmert, erklärte Initiator Detlef Thürkow. Rund 500 Points of interest seien eingepflegt. Von den Studenten seien auch verschiedene Routen erarbeitet worden. Nun hoffe er auf Input von Seiten des Saalestammtischs. „Das ist das, was wir seit Jahren suchen“, sagte Stammtisch-Initiator und Landtagsabgeordneter Wolfgang Aldag. Eine „geile Geschichte“ sei es, meinte gar der Saalebeauftragte Jürgen Seilkopf. Es sei eine gute Grundlage. „Das ist genau das Ding was wir brauchen.“ Anregungen kamen auch schon beim Stammtisch. So wäre eine Erweiterung um Zeltmöglichkeiten bei den Vereinen eine gute Idee. Im Oktober will sich der Saalestammtisch intensiver damit befassen.

Am Sonntag fand der Barfußwandertag statt. Initiatorin Annette Creutzfeld zog ein positives Fazit, auch wenn es in diesem Jahr nur 65 registrierte Teilnehmer gegeben habe, im Vorjahr waren es mehr als doppelt so viele. Die meisten Mitläufer kamen aus Halle (53), aber auch aus Köthen, Weimar, Leipzig und sogar Flensburg. Annette Creutzfeld beklagte, dass ihr im Saalekonzept der Gesundheitstourismus fehle. Sie kündigte an, dass es auch im kommenden Jahr einen Barfußwandertag geben wird. Wer nicht so lange warten will, zwischen April und Oktober treffen sich die Barfußläufer immer mittwochs um 18 Uhr am Peißnitzhaus. Die geplante Schotterung der Wege an der Nordspitze sieht Creutzfeld kritisch. Im kommenden Jahr will die Stadt die Wege erneuern. Sie hoffe, dass ein Hochwasser den Schotter wieder wegspüle.

Von einem negativen Erlebnis ihm bekannter Familien am Campingplatz Nordbad berichtete Wolfgang Aldad. Die Berliner seien mit fünf Faltbotten auf der Saale unterwegs gewesen. Doch gerade für Kinder gestalte sich der Ausstieg aus der Saale im Bereich des Nordbads schwierig. Nächstes Problem sie das verschlossene Tor gewesen. Zwar gebe es einen Hinweis, den Schlüssel dafür gebe es an der Nordbad-Kasse. Doch den war nicht so. Und so mussten die Paddelfreunde zunächst ihre Boote komplett bis zum Haupteingang an der Trothaer Straße tragen. Umständlich sei zudem, dass es kein Kombiticket zwischen Campingplatz und Freibad gebe. Auch beim Stadtmarketing liegen laut Aldag Beschwerden vor. Er habe den Eindruck, dass der Campingplatz stiefmütterlich behandelt werde. „Da muss Besserung rein.“

Baumaßnahmen am Pfälzer Ufer finden derzeit statt. Hier soll im Frühjahr die Vermietung von fünf Gewerbeflächen, beispielsweise für Gastronomie, starten. Am 9. und 10. Dezember wird es wieder „Advent an der Saale“ geben. Eine Vertreterin vom Elfengrund am Riveufer findet diese Aktion grundsätzlich gut. Problem sei jedoch die Weitläufigkeit.

Kurz thematisiert wurde auch die Freigabe des Mühlgrabens für Paddler. Von Seiten des Besitzers der Neumühle gebe es keine Bedenken. Jedoch müsse wegen der Strömung der Ausstieg schon vor der Brücke erfolgen, der dortige Grundstückseigentümer verweigert aber aus Angst vor Einbrüchen die Freigabe. Nun soll geprüft werden, ob das zubetonierte Gerinne an der Brücke geöffnet werden kann. Auch die Freigabe der Wilden Saale an der Peißnitz ist noch nicht erfolgt. „Ich weiß nicht, woran es klemmt“, sagte der Saalebeauftragte Jürgen Seilkopf. Die erforderlichen Verschneidungen von Bäumen und Sträuchern am Ufer sei noch nicht erfolgt. Er berichtete zudem vom anstehenden 10. Hansefest im kommenden Jahr. Ob dies wieder am Riveufer oder an der Ziegelwiese stattfindet, wird sich erst noch entscheiden und ist von den Bauarbeiten am Riveufer abhängig. Zudem wolle er das Geschehen auf der Saale zum Laternenfest etwas ändern. Bedauerlich findet er beispielsweise, dass zwar 108 Boote da waren, doch nur ein Bruchteil am Bootskorso teilgenommen hat.

Zu Wort kamen auch die Vertreter des HASI in der Hafenstraße. Sie informierten kurz über ihr Hausprojekt und den auslaufenden Vertrag mit der HWG. Hier hofft man immer noch auf eine Verlängerung. Ein Vertreter sprach auch von Missverständnissen mit Anwohnern, was dort genau geschieht. Zum Tag des offenen Denkmals mit 400 Besuchern habe man viele Gespräche geführt. „Ihr macht eine gute Arbeit“, befand Wolfgang Aldag. Diese bereichere das städtische Leben.