Sachsen-Anhalts Ministerpräsident: arbeitsfähige ukrainische Männer sollten in ihre Heimat zurückkehren

“Die Regierung in Kiew muss doch im eigenen Interesse alle nötigen Schritte unternehmen, damit keine weiteren arbeitsfähigen Männer ausreisen und all jene Männer, die die Ukraine bereits verlassen haben, wieder in ihre Heimat zurückkehren”, sagt Sachsen-Anhalt Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) in einem Interview mit der Welt. Es fordert, dass ukrainische Männer zum Dienst in ihrem Land verpflichtet werden sollten und arbeitsfähige Ukrainer die Bundesrepublik zu diesem Zweck verlassen sollten.

Schulze stellt in seinem Interview aber auch klar: “Deutschland und damit auch wir in Sachsen-Anhalt werden die Ukraine weiterhin unterstützen, damit sich das Land gegen Russland verteidigen kann. Aber mit dieser Unterstützung ist eine klare Erwartungshaltung verbunden.” Es gehe nicht darum, der ukrainischen Armee mit seinem Vorstoß mehr Soldaten zuzuführen. „Ich will keine jungen Ukrainer aus der sicheren Bundesrepublik an die Front schicken. Das steht uns gar nicht zu. Aber ich fordere, dass arbeitsfähige Männer in ihre Heimat zurückkehren müssen, um beispielsweise als Krankenpfleger die Pflegekräfte in den Kliniken zu unterstützen, als Elektriker die angegriffene Energie- und Wärmeversorgung wieder in Gang zu bringen“, sagte der Ministerpräsident.

“In Sachsen-Anhalt arbeiten über 3.000 ukrainische Männer, viele als Fachkraft. Diese leisten einen unverzichtbaren Beitrag insbesondere im verarbeitenden Gewerbe und im Bau. Sachsen-Anhalt ist wie kein anderes Bundesland auf die tatkräftige Unterstützung von klugen Köpfen und fleißigen Händen aus dem Ausland angewiesen”, reagiert Sachsen-Anhalts Arbeits- und Integrationsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). “Allein aus demografischen Gründen empfiehlt sich, an Stelle von Rückehrdebatten darüber zu sprechen, wie wir als Zuwanderungs- und Bleibeland für internationale Fachkräfte attraktiver werden.”

Zudem müsse man sich Augen führen, weshalb die ukrainische Regierung im vergangenen Sommer die Ausreise von wehrpflichtigen jungen Männern erlaubt hat. “Junge Ukrainer sollen bessere Bildungs- und Berufschancen im Ausland erhalten, damit sie diese Qualifikationen später beim Aufbau der Ukraine einsetzen können. Sachsen-Anhalt wird diesen Weg gemeinsam mit den Ukrainern weitergehen”, sagt Grimm-Benne. “Die Menschen, die perspektivisch in ihre Heimat zurückkehren wollen, unterstützen wir mit bestmöglicher Qualifikation. Gleichzeitig heißt unsere Wirtschaft jeden Ukrainer willkommen, der sich dafür entscheidet, seine Zukunft in Sachsen-Anhalt aufzubauen. Dieser Ansatz ist ein Win-Win für Sachsen-Anhalt und die Ukraine.”

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56 Kommentare

  1. Markus sagt:

    Nur ist es sehr wahrscheinlich, dass die rückgeführten Ukrainer sofort und gegen ihren Willen zwangsverpflichtet werden und an der vordersten Front landen. Denn im Krieg werden jene, die besonders ideologisch und dogmatisch sind von der Front verschont, weil die braucht man ja unbedingt die für die Zeit danach. Während alle anderen, die Kohlen aus dem Feuer holen sollen.

  2. Hans-Karl sagt:

    Solche Forderungen sind einfach nur inhuman und menschenverachtend. Vermutlich wird in der Ukraine niemand Rücksicht auf solche Rückkehrer nehmen, da sie sich ja bisher vor der Front „gedrückt“ und vielleicht sogar, zumindest teilweise, das Land illegal verlassen haben. So kann Herr Schulze nur denken, weil er wohl relativ sicher ist, dass er selbst oder seine Kinder niemals in eine solche Situation an der Frontlinie kommen könnten.
    Die Menschen brauchen Frieden! Dafür sollte sich Herr Schulze einsetzen und nicht für eine weitere Fortsetzung des Krieges.

  3. hahaha sagt:

    „„Ich will keine jungen Ukrainer aus der sicheren Bundesrepublik an die Front schicken. Das steht uns gar nicht zu. Aber ich fordere, dass arbeitsfähige Männer in ihre Heimat zurückkehren müssen, um beispielsweise als Krankenpfleger die Pflegekräfte in den Kliniken zu unterstützen, als Elektriker die angegriffene Energie- und Wärmeversorgung wieder in Gang zu bringen“, sagte der Ministerpräsident.“

    Wie süß naiv… und sowas will Ministerpräsident sein.

  4. Aufmerksamer Beobachter sagt:

    Ach Sven, mit dummen afd-Phrasen wirst du die Wahl nicht gewinnen. So traurig,

  5. Ex Soldat sagt:

    Das ist schon überfällig. Was wollen die hier? Sollen an die Front ihre Heimat verteidigen!

  6. Bürger sagt:

    Und was wird die CDU nach der Wahl machen, wenn sie sich ihren Machterhalt bei den Linken erkaufen muss?

  7. Wario sagt:

    Tja Herr Schulze , wieder nix als hohle Phrasen! Hier will man wieder nur reale Opfer eines Krieges opfern, die wenigsten zum Teil einer Arbeit nachgehen und dem System nicht auf der Tasche liegen, während man anderen die kriminell sind einen Freibrief gibt. Es sind nicht die Ukrainer, die für eine Sicherheitsdebatte an Bahnhöfen, Weihnachtsmärkten, öffentlichen Veranstaltungen wegen Terrorgefahr sorgen. Wieviel Syrer oder Afghanen wurden abgeschoben um ihr Land wieder aufzubauen? Man schafft es ja nicht mal, Kriminelle rückzuführen. Ganz dünnes Eis!!

    • DieTerrasse sagt:

      bitte nur die braunen Auslaender abschieben. Ist das ihr Motto? Sie unterscheiden sich gar nicht so sehr von den Leuten, die den Rausschmiss der Ukrainer fordern. Sie stehen nur eine Sprosse unter ihnen.

      • Wario sagt:

        @Terrasse , was stört dich an Fakten und Realität? Die letzten Tage Zeitung gelesen? Terrorgefahr bei Karnevalsumzügen ! Mehrfachidentitäten bei „braunen „ ? Relativieren, ignorieren, leugnen und umkehren ist genau das , was die blauen im Land stärker werden lässt. Also von euch gewünscht und gewollt!🤷‍♂️🤦

  8. lederjacke sagt:

    Ärzte, Krankenpfleger, LKW-Fahrer, Lokführer und Lehrer zuerst, damit alle an der Wirksamkeit dieses Gequatsches teilhaben können! Der MP hat genug Aufgaben in der Landespolitik. Warum mischt er sich ständig (erfolglos) in Belange des Bundes ein?

    • Integrator N. Onsens sagt:

      Weniger als 5% der Bewerber als Lehrer und unter 25% der Ärzte erfüllen die Voraussetzungen für eine
      volle Approbation.
      Anteil der arbeitenden Ukrainer an der gesamten arbeitsfähigen Gruppe (Menschen im Alter von 15 bis 65 Jahren). Quelle: aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit und Schätzungen zum „Job-Turbo“ (Stand Februar 2026)
      Lokführer: 0,05% (absolut: 400)
      Ärzte: 0,29% (2500)
      Krankenpfleger / Pflegehelfer: 1,35 % (11500)
      LKW-Fahrer: 1,65 % (14000)

  9. Emmi sagt:

    “Die Regierung in Kiew muss doch im eigenen Interesse alle nötigen Schritte unternehmen, damit keine weiteren arbeitsfähigen Männer ausreisen und all jene Männer, die die Ukraine bereits verlassen haben, wieder in ihre Heimat zurückkehren”,
    Endlich spricht es mal einer aus. Wer, wenn nicht die eigenen Bürger sollen ihr Heimatland befreien. Die Korruption lässt es zu, dass sich Ukrainische Wehrpflichtige Männer freikaufen können. Warum sollen die Steuerzahler solche Drückerberger bezahlen?
    In der großen Politik wird davon geredet, dass auch Deutsche Soldaten in der Ukraine stationiert werden sollen. Warum? Warum Deutsche oder andere, wenn sich ukrainische Männer hier in Sicherheit wiegen. Menschlich kann ich das verstehen, aber nicht wenn andere für sie die Kohlen aus dem Feuer holen sollen.

    • Emmigrantel sagt:

      Richtig, Emmi.
      UNSERE Jungens sollten sich keine Drohnen fangen, dass kann mal schön der Fremde machen und „Menschlichkeit“ ist ganz wichtig aber eben nicht wichtiger als die Unterteilung in Unsere und Andere und da hört Empathie eben auf.

    • Paulusklan sagt:

      Nicht jeder Mann ist automatisch fronttauglich.
      Viele Ukrainer im Ausland unterstützen ihr Land finanziell oder humanitär.
      „Warum sollen andere kämpfen?“
      Eine offizielle Entsendung deutscher Kampftruppen in die Ukraine gibt es derzeit nicht.
      Dein Kernargument lautet, dass in erster Linie die eigenen Bürger ihr Land verteidigen sollten. Das ist ein klassisches Souveränitätsprinzip. Gleichzeitig basiert internationale Unterstützung auf einem anderen Gedanken: Wenn ein Staat völkerrechtswidrig angegriffen wird, halten es viele Länder für legitim, ihm beizustehen – nicht um „für ihn“ zu kämpfen, sondern um die eigene Sicherheitsordnung zu verteidigen.
      Und ja: Wenn wir bequem auf dem Sofa in einem NATO-Bündnisland sitzen, wirkt es ziemlich kleinmütig zu schreiben: „Dann soll er eben allein kämpfen.

    • DieTerrasse sagt:

      Sie haben Humor. Dieser Krieg dient dazu westliche Waffenlieferanten und ukrainische Regierungsmitglieder reich zu machen und unserer Regierung die Schmach ihrer verfehlten Politik so lange wie moeglich zu ersparen. Ich kann jeden verstehen, der fuer diesen Wahnsinn nicht sein Leben wegwerfen moechte.

  10. Detlef sagt:

    So muss das sein aber auch alle Syrer und Zugewandterten ohne Aufenthaltsgenehmigung

  11. Ammendorf sagt:

    Typische CDU-Nummer. Wir schicken die Ukrainer nach Hause, aber geben gerade so viel, dass sie nichts gewinnen, aber auch nicht ganz verlieren. Absurd. Welcher anständige Christ spricht so?

    Ab September wird er sicher ohnehin kleinlaut sein. Was jedoch angesichts der aktuellen Umfragen ebenfalls erschreckend sein wird.

    Wir sind einfach verloren.

  12. hgp sagt:

    Typisch Schulze. Unausgegoren. Billige Polemik.

  13. Realistin sagt:

    Herrlich, man macht in der CDU also mal wieder den Lügen-Fritze kurz vor der Wahl. Aber ich glaube nicht, dass der Wähler in S-A nur ansatzweise so dummdoof wie ein großer Teil der Wessis sind, welche dem Lügen-Fritzen auf dem Leim gegangen sind.

  14. Wennemann sagt:

    Die in Deutschland arbeitenden Ukrainer sind keineswegs unverzichtbar. Das hohle Geschwätz einiger Politiker dagegen schon.

  15. 10010110 sagt:

    Es fordert, dass ukrainische Männer zum Dienst in ihrem Land verpflichtet werden sollten und arbeitsfähige Ukrainer die Bundesrepublik zu diesem Zweck verlassen sollten.

    Und was ist mit arbeitsfähigen Syrern? Und arbeitsfähigen Iranern?
    Warum gilt hier Doppelmoral?

  16. Zivilist Schulze sagt:

    Sowas männerverachtendes von sich zu geben ist schon ein starkes Stück. Warum fordert er nicht auch Frauen ohne Kinder zurück zu schicken. Da muss man sich schon mal fragen ob unser Ministerpräsident noch auf dem Boden des Grundgesetzes steht.

  17. Hau ab sagt:

    Pure Panik vor der Wahl, was anderes ist das nicht. Große Klappe und nichts dahinter. Hohle Phrasen um die Leute zu verdummen. Lügenfritze 2.0

  18. Frage sagt:

    Wer soll das eigentlich noch ernst nehmen?Wirklich putzig, wie sich Missgunst und Kleinlichkeit hier hinter „höchstmoralischen“ Argumenten verstecken. Ausländerfeindlichkeit getarnt als Moral, mit gutem Gewissen fies sein, ein Kunststück! Dass in dem Familienversorgungswerk AfD der blanke Egoismus regiert, dass rücksichtslose Vorteilsucht prämiert wird, dass Doppelmoral Prinzip sein kann, führt uns der Landesverband ja gerade eindrücklich vor. Das kann ja heiter werden. Ernst nehmen kann man das nicht.

  19. Lichterfee sagt:

    Arbeitsfähiger Ingenieur zurück in den Betrieb! Überlass die Berufspolitik den Empathiefähigen!

  20. : sagt:

    Wenn es um Wahlkampf geht, greifen manche offenbar lieber zu einfachen Parolen. Wer solch populistischen Dreck hören möchte, kann gleich das Original wählen – dafür braucht es wirklich keine abgeschwächte Kopie.

  21. Henk sagt:

    Richtig. Warum setzt es die CDU – sie regiert im Bund – nicht um?

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