#SkinnyTok: Gefährlicher Social-Media-Trend – Mehr Essstörungen in Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) am stärksten betroffen
Zum Jahresbeginn wollen viele Menschen ihr Essverhalten umstellen und ungesunde Gewohnheiten ablegen. Was als guter Vorsatz beginnt, kann ins Extreme kippen. Darauf weist die BARMER hin und warnt vor einem Trend, der vor allem junge Frauen unter Druck setzt. Auf Social-Media-Plattformen verbreiten sich Formate wie „Skinny Tok“, die ein extrem schlankes Körperbild propagieren. Zwar lässt sich ein direkter Zusammenhang zu Krankenkassendaten nicht eindeutig belegen, doch die aktuellen Auswertungen der BARMER zeigen eine alarmierende Entwicklung. In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der diagnostizierten Essstörungen bei 12- bis 29-jährigen Mädchen und jungen Frauen in den vergangenen fünf Jahren um fast 88 Prozent gestiegen. 2018 wurden im Schnitt 7,2 von 1.000 jungen Sachsen-Anhalterinnen wegen einer Essstörung behandelt, 2023 lag die Rate bereits bei 13,5 pro 1.000. „Der Jahreswechsel bietet die Gelegenheit, alte Gewohnheiten zu überdenken und neue, gesunde Routinen zu etablieren. Wichtig ist, wir müssen niemandem gefallen und auch nicht auf Diät-Trends setzen, die das Risiko einseitiger Ernährung und gesundheitlicher Nachteile bergen“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen-Anhalt. Familien sollten auf Warnsignale achten und im Zweifel frühzeitig professionelle Hilfe suchen.
Wohlbefinden steigern durch Digital Detox
Zu den typischen Warnsignalen zählten etwa auffällige Gewichtsveränderungen in kurzer Zeit oder auch das Vermeiden gemeinsamer Mahlzeiten. Als Indiz könne auch das häufige Reden über Kalorien, Diäten oder Schlankheitsziele gelten. „Die in sozialen Netzwerken wie Instagram und Tiktok ausgespielten Inhalte vermeintlich ’schöner‘ dünner Models und Influencerinnen müssen sehr kritisch gesehen werden, da sie einen immensen sozialen Druck ausüben können“, so Dziuk. Es sei wichtig, verantwortungsvoll und skeptisch mit den Inhalten umzugehen, damit sich bei jungen Menschen keine krankhaften Selbstbilder und psychischen Leiden entwickeln. Wenn die Beschäftigung mit bestimmten Influencerinnen nicht guttue, sei es ratsam, ihnen konsequent zu entfolgen. Auch der zumindest zeitweilige Verzicht auf Social Media, das sogenannte Digital Detox, könne dazu beitragen, das Wohlbefinden zu steigern.
Halle (Saale) am stärksten betroffen
Innerhalb Sachsen-Anhalts sind Essstörungen bei jungen Frauen zwischen 12 und 29 Jahren am stärksten in Halle (Saale) verbreitet. Hier liegt die Betroffenenrate bei 26,8 je 1.000 jungen Sachsen-Anhalterinnen. Es folgen mit weitem Abstand die Landeshauptstadt Magdeburg (15,3 von 1.000) sowie der Saalekreis (13,6 von 1.000). Die geringste Rate gibt es den Auswertungen zufolge im Burgenlandkreis, wo bei 5,7 von 1.000 jungen Frauen eine Essstörung diagnostiziert wurde. Auch im Landkreis Wittenberg (6,4 von 1.000) fallen die Werte vergleichsweise niedrig aus.
Verschiedene Arten von Essstörungen
Man unterscheidet zwischen drei Hauptformen der Essstörung. Bei der Anorexia nervosa handelt es sich in der Regel um untergewichtige Patientinnen und Patienten, wobei der Gewichtsverlust mit Absicht herbeigeführt bzw. aufrechterhalten wird. Betroffene beschäftigen sich in der Regel viel mit den Themen Essen und gesunde Ernährung. Die Erkrankung geht häufig mit einem erhöhten Aktivitätslevel bis hin zum Sportzwang einher. Bei der Bulimia nervosa leiden Betroffene unter Essanfällen unterschiedlichen Ausmaßes mit anschließenden kompensatorischen Maßnahmen wie Erbrechen, Abführen oder intensiven Sporteinheiten, um die aufgenommenen Kalorien wieder loszuwerden. Nicht selten geht der Bulimie eine Anorexie voraus. Eine weitere Form ist die Binge-Eating-Störung, bei der Betroffene ebenfalls Essanfälle haben, diese jedoch nicht kompensieren, wodurch es im Krankheitsverlauf meist zu Übergewicht kommt.
Hintergrund
Im Sommer 2025 hat die Plattform Tiktok den Hashtag #SkinnyTok gesperrt und verweist bei entsprechenden Suchanfragen inzwischen auf Hilfsangebote bei Körperwahrnehmungsstörungen. Dahinterstehende Inhalte und Ideologien, die extremes Dünn-Sein idealisieren, sind jedoch unter neuen Namen weiterhin präsent. Kritische Berichterstattung und zielgruppengerechte Informationen können helfen, den Trend zu unrealistischen Körperbildern zu hinterfragen.








Kein Wunder bei der halleschen Gastronomie.
Preislich Sylt, qualitativ eher Bahnhofsimbiss. 😆
„preislich Sylt“
….du warst noch nie in Halle( geschweige denn Sylt) unterwegs, oder wie kommst du auf solchen Schwachsinn?