Tag des Artenschutzes: BUND Sachsen-Anhalt macht auf stark bedrohte Kreuzottern aufmerksam – Nachwuchs in Kreuzotterzuchtstation bei Halle in diesem Jahr erwartet

Die Kreuzotter zählt zu den am stärksten bedrohten Reptilienarten Deutschlands – wie nahezu im gesamten deutschsprachigen Raum sind die Bestände der Kreuzotter auch in Sachsen-Anhalt rückläufig. Anlässlich des Internationalen Tags des Artenschutzes am 3. März macht der Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND) auf die hierzulande fast ausgestorbene Art aufmerksam.

„Die Kreuzotter ist die einzige Giftschlange Sachsen-Anhalts und gleichzeitig eine der seltensten. Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume ist sie bei uns vom Aussterben bedroht und steht unter strengem Schutz.“, erläutert der Betreuer für das BUND-Projekt, Steve Hahnemann.

Um ihren Bestand zu sichern, wird derzeit ein umfassendes Artenhilfsprogramm umgesetzt. Es umfasst Zuchtmaßnahmen, wissenschaftliche Begleitung und die Vorbereitung großflächiger Renaturierungen in geeigneten Lebensräumen. Eine vom BUND betriebene Zuchtstation im Umweltzentrum Franzigmark bei Halle wurde 2025 weiter ausgebaut. Steve Hahnemann berichtet über die Paarung der Tiere: „Ab April, in kühleren Regionen auch erst ab Mai, beginnt die Paarungszeit der Kreuzotter. Eine Besonderheit der Art ist ihre Ovoviviparie: Sie legt keine Eier, sondern die Jungtiere entwickeln sich bis zur Geburt im Körper des Weibchens. Bei der Geburt sind die Jungtiere von einer dünnen, durchsichtigen Eihülle umgeben, die sie unmittelbar danach durchstoßen. In unserer Zuchtstation hoffen wir in diesem Jahr auf Nachwuchs.“

Umweltbildung: Verständnis schaffen, Vorurteile abbauen

Für Schulklassen, Kindergärten und Familien bietet der BUND das Umweltbildungsprogramm „ECHSistenz in Gefahr – mit heimischen Reptilien auf Tuchfühlung“ an. Die Teilnehmenden lernen durch Exkursionen, Workshops zum Bau von Habitatstrukturen auf dem eigenen Grundstück und durch die pädagogische Betreuung an Schaugehegen, warum Kreuzottern bedroht sind und was man zu ihrem Schutzbeitragen kann. Durch den spielerischen Zugang zum Thema werden Ängste abgebaut und Wissen über die Kreuzotter vermittelt. Neue Schautafeln im BUND-Umweltzentrum Franzigmark erfreuen sich großer Beliebtheit bei kleinen und großen Entdeckern. Für Anfragen und mehr Informationen zum Umweltbildungsprogramm schreiben Sie eine E-Mail an mail@bund-halle.de 

Das Umweltministerium unterstützt das Projekt des BUND-Landesverbands zum Kreuzotter-Schutz in Sachsen-Anhalt mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und vom Land Sachsen-Anhalt.

Foto: BUND

Artikel Teilen:

3 Kommentare

  1. Alt-Dölauer sagt:

    Nicht nur die Kreuzotter, nahezu alle Reptilien und Amphibien sind gefährdet. Aufgeräumte Gärten und Landschaften, zuviele Katzen und Rückgang von Tümpeln, Insekten etc. durch – all das trägt zum Verlust bei, den die meisten der nur noch virtuell lebenden jungen Leute gar nicht wahrnehmen.

  2. sam sagt:

    Viele von denen gehen aber nur auf die Straße, als wirklich etwas zu unternehmen. Es sind ja auch viele Tiere, wie z.B. der Waschbär, die unseren heimischen Tieren den Lebensraum nehmen. In Bolivien reduziert sehr, die nicht einheimischen Tiere, um den eigenen den Lebensraum wieder zurück zu geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert