Teilweise zehn Tage unterwegs: Post hat wegen Winter und Grippe Probleme bei der Briefzustellung in Halle (Saale)

In den vergangenen Wochen mussten sich viele Hallenser auf längere Laufzeiten bei der Briefzustellung einstellen. Besonders betroffen waren nach Angaben der Post die Stadtteile Halle-Nord und Halle-Süd. Ein Gewerbetreibender aus Halle berichtet von Briefen, die bis zu zehn Tage unterwegs gewesen seien.

„Anhand der Briefankündigung der Deutsche Post lässt sich das nachvollziehen“, sagte der Unternehmer der Redaktion. In der digitalen Sendungsübersicht werde der Eingang der Briefe im Briefzentrum dokumentiert. Dadurch könnten Einlieferungsdatum und tatsächliches Zustelldatum gegenübergestellt werden. „Die Verzögerungen sind dort eindeutig erkennbar.“

Der Betroffene habe den Vorgang nach eigenen Angaben auch der Bundesnetzagentur gemeldet, die unter anderem die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bei Postlaufzeiten überwacht.

Winterwetter als Hauptursache

Eine Sprecherin von DHL bestätigte auf Anfrage, dass es in Halle witterungsbedingt zu Verzögerungen gekommen sei. „Wir standen in den zurückliegenden Tagen in der Briefzustellung in Halle aufgrund des Winterwetters vor besonderen Herausforderungen“, erklärte sie. Zwar seien Postzusteller grundsätzlich darin geübt, auch bei widrigen Bedingungen zu arbeiten. Die außergewöhnliche Wetterlage mit Kälte, Schnee und Glatteis habe die Arbeit jedoch erheblich erschwert.

Besonders problematisch seien in Teilen von Halle-Nord und Halle-Süd nicht geräumte Straßen, kaum befahrbare Nebenstraßen sowie glatte Gehwege und Grundstückszugänge gewesen. Wege, die normalerweise zügig bewältigt würden, hätten deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen. „Für uns haben die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden oberste Priorität“, betonte die Sprecherin.

Hoher Krankenstand verschärft die Lage

Zusätzlich zum Wintereinbruch habe die aktuell grassierende Grippewelle für einen erhöhten Krankenstand gesorgt. Auch Glatteis-Unfälle hätten zu Ausfällen geführt. Hinzu komme, dass mehrere Zustellkräfte aufgrund der Ferien in Sachsen-Anhalt bereits langfristig geplanten Urlaub genommen hätten. Die Kombination aus schwierigen Witterungsbedingungen, Personalausfällen und Ferienzeit habe dazu geführt, dass Briefe in den betroffenen Stadtteilen „etwas länger unterwegs“ gewesen seien als üblich.

Derzeit werde das verfügbare Personal im Stadtgebiet so eingesetzt, dass möglichst alle Sendungen schnellstmöglich ausgeliefert werden. Mit der sich entspannenden Wetterlage rechne man Anfang der kommenden Woche wieder mit der gewohnten Zustellqualität.

Unterstützung durch die Bürger möglich

Die Post appelliert zugleich an die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger. Für eine sichere Zustellung seien im Winter geräumte und gestreute Wege zum Hausbriefkasten oder Hauseingang unerlässlich. Nur so könne gewährleistet werden, dass Briefe und Pakete sicher zugestellt werden.

Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf die Serviceoption „Ablagevertrag“. Diese ermögliche es Zustellern, Sendungen an einem vereinbarten Ort abzulegen, ohne klingeln und auf den Empfänger warten zu müssen – ein Vorteil insbesondere bei schwierigen Wetterbedingungen.

Wirtschaftlich spürbare Folgen

Für Gewerbetreibende können längere Laufzeiten durchaus problematisch sein – etwa bei Rechnungen, Vertragsunterlagen oder fristgebundenen Dokumenten. Der betroffene Unternehmer aus Halle hofft nun auf eine schnelle Normalisierung. Gerade im Geschäftsverkehr seien verlässliche Zustellzeiten entscheidend.

Ob die gemeldeten Verzögerungen eine Verletzung gesetzlicher Vorgaben darstellen, wird gegebenenfalls von der Bundesnetzagentur geprüft.

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3 Antworten

  1. Banj0 sagt:

    Da steckt noch soviel mehr dahinter als Krankheit, Wetter und vorallem Urlaub xD

    Aber man kann ruhig weiter alle belügen 😉

    Bald gibt’s wieder Umstellungen, dann neue Bemessungen. Die touren werden noch größer die Massen an Briefen (grade sinnlose dialogpost (was übrigens nicht mit in die Touren eingerechnet wird) steigen immer mehr und keiner kommt mehr hinterher))

    Die richtigen Probleme werden wie immer kaum erwähnt und die Bevölkerung kann sich dann immer weiter über die Zusteller aufregen, ohne zu wissen was wirklich passiert.

    Aber naja, es wird immer ein paar dumme geben die sich den Arsch aufreißen damit irgendwer seine SuperTV+ bekommt und die Pakete auch ja am nächsten Tag da sind.

    Gruß an alle die jeden Tag mindestens 1 Paket bekommen.
    Oder die die jeden Tag 6 bekommen und dann am folgendenden Tag 4 als Retoure zurückschicken.

    Dieser Massenkonsum ist das was alles nach vorne treibt.

    Und am ende sollen weniger Menschen mehr Arbeit machen für das gleiche Geld.

    Kommt mir fast so vor als wäre das einfach ein typisches Ding in „Deutschen“ Unternehmen.

    Ich wünsche trz viel Erfolg, an alle Zusteller.
    Ihr macht das super und es sind nur wenige Leute aber die wissen richtig eure Arbeit zu Wertschätzen.

    Danke, weitermachen.

  2. sozial & gerecht sagt:

    Das ganze Problem ließe sich beheben, wenn in den ersten 5 Krankheitstagen der Lohn gestrichen wird.

    Danach bis zu 6 Wochen 40%.

  3. Halle-Leser sagt:

    Die Post hat das selbe Problem wie die Bahn!
    Es gibt 4 Endgegener: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
    Und wer glaubt der Sub Sub vom Sub Sub des MZ-Zustelldienstes wäre besser, hat wohl eher zu heiß gebadet.

    Da kommt die Post der Stadt gerne 18(!) Tage nach Stempel an.

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