Tierschutzbericht für Sachsen-Anhalt vorgestellt: bei jeder fünften Kontrolle Verstöße
Das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt hat heute den Tierschutzbericht für die Jahre 2023 und 2024 vorgestellt. Der Bericht bietet einen umfassenden Überblick über Entwicklungen im Tierschutz, staatliche Förderinstrumente sowie die Ergebnisse behördlicher Kontrollen und der Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen.
„Der Tierschutz ist zentraler Bestandteil unserer Verantwortung für das Wohl von Tieren. In den vergangenen Jahren haben wir in Sachsen-Anhalt bedeutende Fortschritte erzielt“, betonte Landwirtschaftsminister Michael Richter. „Tierschutz ist ein kontinuierlicher Prozess, der nur durch gemeinsames Engagement von Politik, Landwirtschaft, des Handels, aber auch jedes einzelnen Bürgers – erfolgreich sein kann.“
Schwerpunkt Nutztierhaltung und Tierschutzkontrollen
Ein zentraler Fokus des Berichts liegt auf den behördlichen Tierschutzkontrollen, die im Berichtszeitraum 2024 durchgeführt wurden. In 2.190 Kontrollen von insgesamt 1.681 Nutztierhaltungen wurden Verstöße in 20,6 Prozent der Fälle festgestellt. Besonders in der Schweine-, Rinder- sowie Schaf- und Ziegenhaltung wurde nach wie vor Verbesserungsbedarf identifiziert. Dennoch ist eine positive Entwicklung: erkennbar: Die Zahl der schwerwiegenden Verstöße ging im Vergleich zum Vorjahr um 10,5 % zurück.
Minister Richter betonte: „Die Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen ist ein kontinuierlicher Prozess. Es ist wichtig, dass wir in der Landwirtschaft innovative Lösungen fördern, die Tierschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.“
Fokus auf nachhaltige Landwirtschaft und Tierwohl-Produkte
Weitere wichtige Aspekte des Tierschutzberichts sind die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und die steigende Nachfrage nach Produkten aus tiergerechter Haltung. Hier werden Tierwohl-Labels zunehmend wichtiger, um transparent zu machen, wie Tiere gehalten und behandelt werden. In Sachsen-Anhalt wurden im Zeitraum 2014-2024 insgesamt 348 Vorhaben mit einem Zuschussbetrag von rund 44,6 Millionen Euro bewilligt. Fast 65 Prozent des bewilligten Zuschussbetrages entfällt auf Vorhaben, die dem Tierwohl dienen.
Für die Verbesserung von Haltungsbedingungen wurde im Berichtszeitraum ein Fördervolumen von rund 3 Millionen Euro für Stallbauvorhaben aus dem Agrarinvestitionsprogramm bereitgestellt.
Tierschutzpreis 2024: Ehrenamtliches Engagement im Fokus
Der Tierschutzpreis 2024, der an vier Tierschutzvereine und -organisationen verliehen wurde, würdigt besonders die ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Heimtierhaltung, der Pflege freilebender Katzen und der Versorgung von Stadttauben. Diese Arbeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Tierschutzes in Sachsen-Anhalt und verdient besondere Anerkennung.
„Tierschutz ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir als Politik, aber auch als Konsumenten und Landwirte gemeinsam gestalten müssen. Der Tierschutzbericht 2025 zeigt, wo wir stehen und welche Schritte noch notwendig sind. Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Behörden, die durch Ihr Engagement für sichtbare Fortschritte im Tierschutz sorgen“, sagte Minister Michael Richter abschließend.
Der vollständige Tierschutzbericht 2025 steht auf der Website des Ministeriums zur Verfügung.










„Hier werden Tierwohl-Labels zunehmend wichtiger, um transparent zu machen, wie Tiere gehalten und behandelt werden.“
Alles Augenwischerei. Da hat so ein armes Schwein satte 10 cm mehr Platz im viel zu engen Stall, und schon gibt es ein Level höher im Label.
„Tierschutz ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ – ist das, was man sagt, wenn man sich als Staat aus der Verantwortung ziehen möchte und die Lösung von systemischen Problemen, mit Augenzwinkern, dem Konsumenten überlässt.
So ist es!
Vor allem wird die Verantwortung auf den Konsumenten verschoben, der oftmals nur ein oder zwei Supermärkte erreichbar hat und wo es in beiden maximal Stufe 3 gibt, meistens aber 2. Selbst Stufe 4 ist noch alles andere als wirklich gut, alles darunter ist Tierquälerei.
Es ist ein Irrsinn, wie mit den Nutztieren umgegangen wird. „Die schweren Verstöße sind um 10% zurückgegangen“ wird als gute Nachricht verkauft… ernsthaft?! Das ist in Wirklichkeit ein Armutszeugnis. Es müssen schon lange bessere Haltungsbedingungen und mehr Kontrollen her. Schon mal gesehen, wie Schweine verladen werden? Natürlich würde ich mir auch wünschen, dass der Bürger „Haltung“ zeigt: Weniger Fleisch kaufen (ist auch gesünder); dafür gerne die bessere Qualität wählen. Nicht immer gleich reflexhaft aufschreien, wenn vegetarische Mittagessen in Kita und Schule vorgeschlagen werden. Trotzdem ist es in erster Linie Aufgabe der Politik und nicht die des Bürgers, ordentliche Rahmenbedingungen für Nutztierhaltung zu schaffen. Und ja: gute Bedingungen würden Fleisch und Wurst teurer machen- was gut wäre. Generell sollten (ich weiß: Traumtänzerei….) ungesunde Lebensmittel teurer sein als gesunde. Bei dem, was im Supermarkt so aufs Band gelegt wird (Snacks, Limo, Großpackung Salami und Mortadella, ein paar Bierchen) muss man sich nicht wundern, dass schon Kleinkinder oft übergewichtig sind. Es ist traurig und sprengt irgendwann das Gesundheitssystem. Dieses Konsumverhalten schadet einfach allen: den Nutztieren, der Umwelt UND den Menschen selbst.