Vermüllung in der Richard-Paulick-Straße: Stadtratsfraktion Hauptsache Halle fordert konsequentes Handeln der Stadtverwaltung

Die Fraktion Hauptsache Halle war am heutigen Freitag vor Ort in der Richard-Paulick-Straße in Halle-Neustadt, um sich ein eigenes Bild von der Situation zu machen und die Sorgen der dort lebenden Anwohnerinnen und Anwohner aufzunehmen. Anlass war eine eindringliche Bürgereingabe, in der auf erhebliche Sicherheits-, Ordnungs- und Sauberkeitsprobleme im direkten Wohnumfeld hingewiesen wurde. Unter anderem gab es eine Petition. Die geschilderten Zustände gehen laut Hauptsache Halle weit über Fragen mangelnder Pflege hinaus. Anwohner berichten von massiver Vermüllung, illegal abgelagertem Sperrmüll und wiederholten gefährlichen Vorfällen.

„Das, was ich heute an wirklich Negativem in Augenschein nehmen musste, übertrifft alles, was man bislang kannte oder gesehen hat. Die Situation vor Ort stellt in Teilen unsägliche Zustände dar, die so nicht hinnehmbar sind“, erklärt Andreas Wels, Fraktionsvorsitzender der Stadtratsfraktion Hauptsache Halle. In den vergangenen Monaten wurden mehrfach größere Gegenstände und Möbel aus oberen Stockwerken auf die Grünflächen hinter den Wohnhäusern geworfen – teils aus großer Höhe. Menschen wurden dabei nur knapp verfehlt, Polizeieinsätze waren erforderlich. Die eigentlich für alle Mieter vorgesehenen Grünflächen sind derzeit faktisch nicht mehr gefahrlos nutzbar. Viele Bewohner meiden den Bereich bewusst, einige wechseln aus Unsicherheitsgefühl sogar die Straßenseite. Auch im öffentlichen Straßenraum spitzt sich die Lage zu: blockierte Radwege, widerrechtlich genutzte Gehwege, zugeparkte Feuerwehrzufahrten und überlange Transportfahrzeuge gehören nach Angaben der Anwohnerschaft inzwischen zum Alltag.

„Solche Zustände dürfen sich in keinem Stadtteil normalisieren“, erklärt Andreas Wels. „Wir nehmen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst. Deshalb waren wir heute bewusst vor Ort, um zuzuhören, hinzuschauen und die Situation unmittelbar aufzunehmen. Es braucht nun einen deutlich erhöhten und kontinuierlichen Kontrolldruck durch Ordnungsdienst und zuständige Stellen sowie ein konsequentes Vorgehen gegen festgestellte Ordnungs- und Sicherheitsverstöße. Dazu gehört ausdrücklich auch, die Verursacher von Vermüllung, illegaler Müllentsorgung und weiteren Ordnungswidrigkeiten konsequent zu ermitteln und entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren unverzüglich einzuleiten. Nur durch spürbare und nachhaltige Maßnahmen lässt sich die Situation dauerhaft verbessern.“

Nach Auffassung der Fraktion wird bislang zwar punktuell reagiert, jedoch nicht mit der notwendigen Konsequenz und Nachhaltigkeit. Sichtbare Kontrollen finden statt, reichen aber offenkundig nicht aus, um die Lage dauerhaft zu stabilisieren. Die Stadtratsfraktion Hauptsache Halle wird den weiteren Umgang mit der Situation aufmerksam begleiten und bleibt im direkten Austausch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern vor Ort.

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49 Antworten

  1. Horst Schmidt sagt:

    Der Elefant im Raum wird natürlich konsequent nicht beim Namen genannt. Es ist fatal, die wunderbare Lebenskultur der vielfältigen Teile unserer Gesellschaft, die uns bereichern, böswillig zu verkennen.

  2. Rüssel sagt:

    und ein riesengroßer weißer Elefant steht im Raum …

  3. MS sagt:

    Was genau soll die Stadtverwaltung denn tun? Ich meine, dort ist das OA schon dauernd im Einsatz, dazu öfters auch die Polizei. Was genau soll/kann die Stadtverwaltung denn noch tun? Bitte, liefert doch mal konkrete, rechtlich saubere Vorschläge, stadt immer nur blabla ….

    • Hans-Karl sagt:

      Das klingt für mich danach, dass wir das einfach so hinnehmen sollten. Ich denke, dass das nicht der richtige Weg sein kann. Du wirst sicherlich anders denken, wenn es mal deinen Vorgarten betrifft. Und wenn die Stadt das weiter so durchgehen lässt, wird das auch passieren. Wenn es keine rechtlich sauberen Vorschläge gibt, müssen die rechtlichen Vorraussetzungen geschaffen werden.

  4. Ich sagt:

    Wer da wohl wohnt? Ein Schelm wer böses denkt.

  5. Hans-Karl sagt:

    Also nach Südpark, Wippraer Weg, Braunschweiger Bogen jetzt die Richard-Paulick-Strasse. Offenbar laufen bisher alle Lösungsversuche ins Leere. Die Stadt muß weiter, also größer, denken.

    • Strasse sagt:

      Schmiedstrasse als erster Brennpunkt nicht vergessen.

    • Rentner sagt:

      Die Paulickstraße, das sind doch im wesentlichen mehrere Hochhäuser, jedes mit mehreren Eingängen, jeder Eingang mit zwei Aufgängen. Auch wenn die nicht immer voll bewohnt sind, kommts zur ne Menge Menschen, sehr oft aus verschiedenen Kulturkreisen. Und die Stadt hat sich nicht ausgesucht, diese Menschen hier zu beherbergen.

      Der Herr Wels sollte da Sozialarbeiter werden!

  6. Neustädter Nr 2 sagt:

    Es ist doch nicht nur dort. Wie oft habe ich über die Seite “ sag’sunseinfach“ Vermüllung und Unrat gemeldet. Da gab es einen regen Austausch von wegen der Zuständigkeit und der Müll liegt nun seit einem Jahr herum. Oder man meldet es, bekommt zwar eine Rückmeldung für einen Eingang und dem Hinweis „wird an die entsprechende Stelle geleitet“, aber es passiert nix. Wo ist denn die medienwirksam vorgestellte und hochgelobte “ schnelle Eingreiftruppe“ ?! In Neustadt gibt’s Gerüchte dass sie existieren soll…😆

    • Achwas, ... sagt:

      Das stimmt doch alles garnicht! Herr Teschner vom O-Amt erzählt in den Ordnungsausschuß-Sitzungen öfters, das O-Amt hätte alles im Griff!

      Du hast das eben nur geträumt, was du da an Übel vorträgst! Das ist nicht real! Capisce???

  7. Alt-Hallenser sagt:

    Die Verursacher ( Dreckschweine) lachen über euch und das Ordnungsamt 😡

  8. Prinzenindisch sagt:

    Erdsack von der CDU hat deswegen bereits vor 2 Wochen bei der Stadt nachgefragt. Die Antwort wurde heute im Ratsinfo veröffentlicht: http://buergerinfo.halle.de/vo0050.asp?__kvonr=31729&voselect=21745

  9. Müllmann sagt:

    Jeder kann sich denken wer dort für die Vermüllung verantwortlich ist. Der Vermieter soll den betreffenden Personen kündigen und rausschmeißen!

  10. Halu sagt:

    So verhalten sich nicht mal Tiere.
    Am besten einmauern.
    Was ist bloß aus dieser Stadt geworden.

  11. Neustädter Jung sagt:

    Wie lange wollen wir uns das gefallen lassen?? . Und dann wundern die sich das das sie hier nicht willkommen sind!!! .

  12. 01001110001 sagt:

    In Halle-Neustadt herrschen inzwischen Zustände, die man nicht mehr schönreden kann. Was vor einiger Zeit bereits vorhergesagt wurde, ist längst Realität geworden: Ordnung, Rücksicht und Regeln spielen in vielen Bereichen kaum noch eine Rolle. Und das betrifft nicht nur die Richard-Paulick-Straße, sondern ebenso die umliegenden Nebenstraßen wie den Ernst-Barlach-Ring und weitere Bereiche im direkten Umfeld.
    Vermüllung gehört hier zum Straßenbild. Wohnstraßen werden wie Rennstrecken genutzt, Verkehrsregeln werden ignoriert, als wären sie unverbindliche Empfehlungen. Am Fußgängerüberweg in der Paulick Straße wird regelmäßig nicht angehalten, Vorfahrtsregeln werden missachtet, und das Verhalten im Straßenverkehr ist auffällig aggressiv und rücksichtslos. Fußgänger und Anwohner bleiben dabei auf der Strecke.
    Dazu kommen zahllose abgestellte Transporter, die den ohnehin knappen Parkraum blockieren. Kontrolle? Konsequenzen? Fehlanzeige. Der Eindruck entsteht, dass hier vieles einfach laufen gelassen wird – zulasten der Menschen, die sich an Regeln halten.
    Das alles sind keine Einzelfälle mehr, sondern ein strukturelles Problem, das seit Langem bekannt ist und dennoch nicht wirksam angegangen wird. Es geht nicht um politische Gesinnungen oder moralische Debatten, sondern um ganz konkrete Missstände, die den Alltag der Anwohner massiv beeinträchtigen.
    Wer jetzt lieber empört reagiert, relativiert oder mit Schlagworten um sich wirft, kann das gern tun. Die Realität vor Ort wird dadurch nicht besser – sie wird nur weiter ignoriert.

  13. Max holz sagt:

    Es braucht meiner Meinung nach eine Abteilung beim Ordnungsamt was speziell nur für illegale vermüllung und die Ermittlung der Verursacher da ist . Gibt es in Zug anderen Städten ja auch

    • So so sagt:

      „Gibt es in Zug anderen Städten ja auch“

      • Rentner sagt:

        Zug ist in der Schweiz. Was hat das mit Halle-Neustadt zutun?

        Wer der Eigentümer und auch der Verwalter dieser Blöcke ist, sollte die Stadt schon wissen. Immerhin scheint der die entsprechenden Kosten (Energie,…) weiterzuleiten.
        Und da gehört ein Sozialarbeiter hin.
        Die Hochhäuser haben im Erdgeschoss einen Trockenraum, zumindest war das früher so. Aber oft wurde dieser für andere Zwecke vermietet, da nur wenige Bewohner da ihre Wäsche aufgehängt hatten. Der könnte aber auch für einen Sozialarbeiter geeignet sein. Am besten wäre aber vielleicht eine freie Wohnung. Ordnung dient doch auch dem Eigentümer!
        Außerdem sollte den Ausländern in ihrer Sprache klargemacht werden, was hier Sache ist.

    • Rentner sagt:

      Zug ist in der Schweiz. Was hat das mit Halle-Neustadt zutun?

      Wer der Eigentümer und auch der Verwalter dieser Blöcke ist, sollte die Stadt schon wissen. Immerhin scheint der die entsprechenden Kosten (Energie,…) weiterzuleiten.
      Und da gehört ein Sozialarbeiter hin.
      Die Hochhäuser haben im Erdgeschoss einen Trockenraum, zumindest war das früher so. Aber oft wurde dieser für andere Zwecke vermietet, da nur wenige Bewohner da ihre Wäsche aufgehängt hatten. Der könnte aber auch für einen Sozialarbeiter geeignet sein. Am besten wäre aber vielleicht eine freie Wohnung. Ordnung dient doch auch dem Eigentümer!
      Außerdem sollte den Ausländern in ihrer Sprache klargemacht werden, was hier Sache ist.

  14. manweißesnicht sagt:

    Man (und hoffentlich frau auch) fragt sich schon, was der Namensgeber der Straße, Richard Paulick, staatstragender Architekt und Städteplaner der DDR (Nationalpreis etc.) wohl zu diesen Zuständen sagen würde? Würde er etwa, wie die heutigen Linken, sagen: „Da muss man Verständnis für haben. Es sind doch nur arme, unschuldige Opfer des imperialistisch-kapitalistischen, patriarchalischen und damit notorisch faschistoiden BRD-Systems. Diese Verschmutzungen sind nur ein hilfloses Aufbegehren gegen die äußeren Umstände.“ Oder würde er eher, ganz DDR-typisch, sagen „Es handelt sich hier eindeutig um asoziale Elemente, die sofort verhaftet gehören, damit sie sich im Gefängnis, oder beim Säurekesselschrubben in den Leuna Werken, auf die Wiedereingliederung in die sozialistische Gesellschaft vorbereiten können.“ Man weiß es nicht….

  15. Halle-Neustädterin sagt:

    Solange wie die da weiter wohnen dürfen wird sich nichts ändern. Schmeißt sie aus der Wohnung raus und vermietet nur noch an anständige Leute, dann besteht vielleicht eine kleine Chance, dass man in Halle Neustadt wieder wohnen kann.

  16. 10010110 sagt:

    Das gehört halt zum Stadtbild. Oder etwa nicht?

  17. Elfriede vomn dr Vochelweide sagt:

    Herreje, was reecht’r eich nur so off!! Bleibt ruh’ch, Offrejunk hat noch nie jeholfen. In dr Ruhe licht de Graft! Wejen so e Häbbchen Unordnunk- da sehn mr doch driwwer weck!!
    Wadedab, ’n Friehlink kammer schon ahn‘ un denn ruft de Schadt, also die aus’n Radshofe, widder zum Friejahrsbuizz off und denn is alles widder jerizzt.Un denn hat de MZ widder was Bosidiefes ze schreim.

    ( Humor is was Scheenes un wemmer Jaljenhumor ha,t isses dobbelt scheene!!Daderfor bin’ch richt’ch dankbar!)

    ’s werd schon wern!

  18. Lösung sagt:

    Die anständigen Bürger sollten ausziehen
    Damach kann der Rest alles vermüllen. Den Dreck einfach liegen lassen. Was geht uns das dann an? Die können dann klar kommen. Am Straßenrand einenen Zaun setzen, dass der Müll nich auf die Straße kommt.

  19. Beobachter sagt:

    Die Situation in Halle-Neustadt hat sich mittlerweile so verschärft, dass ein resolutes Eingreifen mehr als notwendig wird. Dass ein Politiker wie Herr Wels vor Ort ist, zeigt doch, dass es noch einige Politiker in Halle gibt, die diesen Stadtteil noch nicht aufgegeben haben. Was auch immer das bringen mag, ist besser als nichts zu tun. Er hat sich mit seiner Fraktion des Öfteren für Neustadt eingesetzt.

  20. Omi sagt:

    Nicht nur Neustadt verdreckt auch in der Silberhöhe wird es immer schlimmer. So kann es nicht mehr weitergehen! Es wurden für sowas früher ein Euro Jobber eingesetzt und nicht nur alte Leute dafür einsetzen sondern jugendliche damit die auch mal was zu tun haben und lernen Ordnung zu halten damit sie aus ihrer ist mir egal Haltung rauskommen. Die Verursacher müssen auch ermittelt und mit hohen Geldstrafen bestraft werden weil anders lernen die das nie und lachen 😆 uns nur aus

  21. Sascha sagt:

    An ALLE, die hier meckern:
    Schont Eure Kraft, wir räumen DAS zusammen weg und zeigen mal wie ordentlich das aussehen kann.
    Der Ein- oder Andere wird sich uns bestimmt anschließen. Gibt Schlimmeres, packen Wir’s an!

  22. Neustadt_Kind sagt:

    Als ich Kind war und dort wohnte,
    war es ähnlich. Nun wohnen dort keine Hundehalter – größerer Hunde, welche hier und da ihr Geschäftchen zelebrierten. Die Besitzer trugen da noch schwere Tüten Trockenfutter nach Hause.

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