Weitere 289.000 Euro: Landesverwaltungsamt stockt Förderung für Modernisierung der Kläranlage Halle-Nord auf
Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat die Förderung für die Verbesserung der Energieeffizienz auf der Kläranlage Halle-Nord aufgestockt. Somit wird die bereits bewilligte Förderung um rund 289.000 Euro auf insgesamt 1,36 Millionen Euro angehoben. Die Förderung erfolgt mit einem Fördersatz von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Die Stadt Halle (Saale) und die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) setzen damit die umfassende Modernisierung der Kläranlage Halle-Nord fort. Ziel des Vorhabens ist es, die Energieeffizienz der Anlage deutlich zu steigern, den Eigenenergieanteil zu erhöhen und Treibhausgasemissionen zu senken. Die Kläranlage verfügt über eine Behandlungskapazität von 340.000 Einwohnerwerten und behandelt das Abwasser von rund 282.700 Einwohnerwerten.
Gefördert werden drei miteinander verknüpfte Teilmaßnahmen. Kernstück ist der Neubau von zwei Anlagen zur Vakuumentgasung und gezielten MAP-Fällung mit dem so genannten EloVac®-P-Verfahren. Dadurch sollen zusätzliche Faulgasmengen gewonnen, Methanemissionen reduziert, die Entwässerung des Klärschlamms verbessert und Ablagerungen in den Anlagen verringert werden. Gleichzeitig erhöht die Maßnahme die Betriebssicherheit und verringert den Energie- und Ressourceneinsatz.
Darüber hinaus wird eine neue Technik eingesetzt, die die Durchmischung der Faultürme ermöglicht und eine höhere Faulgasproduktion verbessert. Das zusätzliche Faulgas kann zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden und trägt damit unmittelbar zur energetischen Optimierung der Anlage bei.
Ergänzt wird das Vorhaben durch die Optimierung der Wärmeverteilung auf der Kläranlage. Hierzu werden unter anderem konventionelle Heizkreispumpen gegen drehzahlgeregelte Pumpen ausgetauscht, das Wärmenetz hydraulisch abgeglichen und zusätzliche Mess- und Steuerungstechnik installiert. Dadurch soll insbesondere der Erdgasverbrauch der Anlage deutlich reduziert werden.
Nach Abschluss aller Maßnahmen werden auf der Kläranlage Halle-Nord jährliche Energieeinsparungen von rund 1.180 Megawattstunden erwartet. Gleichzeitig können die jährlichen Treibhausgasemissionen um rund 341 Tonnen CO₂-Äquivalente reduziert werden. Zudem wird die Eigenenergieerzeugung der Anlage erhöht.
„Klimaschutz und Wasserresilienz betreffen nicht nur die Trinkwasserversorgung, sondern auch die Abwasserbehandlung. Abwasser ist längst mehr als ein zu entsorgendes Produkt, sondern eine wertvolle Ressource. Die Stadt Halle treibt die grundlegende Modernisierung
der Kläranlage Halle-Nord und damit ihres gesamten Abwassersystems seit Jahren zielgerichtet voran. Das ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wasserwirtschaft“, betont der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye.
Hintergrund der Investitionen sind auch die europäischen Vorgaben zur kommunalen Abwasserbehandlung. Nach der Kommunalabwasser-Richtlinie der Europäischen Union sollen kommunale Kläranlagen bis 2045 energieneutral betrieben werden. Entsprechend hoch ist derzeit die Nachfrage nach Investitionen in moderne und energieeffiziente Anlagentechnik.















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