Wenn der Kopf juckt: immer mehr Läusemittel werden in Sachsen-Anhalt verschrieben

Sie sind nur zwei bis drei Millimeter groß, mit bloßem Auge kaum sichtbar und können massiven Juckreiz auf der Kopfhaut und Entzündungen verursachen: Läuse. Die Zahl der ärztlich verordneten Läusemittel für Kinder in Sachsen-Anhalt ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, wie eine aktuelle Analyse der BARMER zeigt. Im Jahr 2024 wurde hierzulande 583 Mal ein Läusemittel auf Kassenrezept für bei der BARMER versicherte Kinder bis 12 Jahren ausgestellt. Im Jahr 2023 waren es 546 Rezepte, im Jahr 2022 wurden 423 Rezepte abgerechnet und im Jahr 2021 wurden 364 Rezepte eingelöst. Da viele Läusemittel selbst bezahlt werden, ist die tatsächliche Anzahl der Betroffenen vermutlich höher. „Die kleinen Parasiten sind zwar lästig, aber in der Regel ungefährlich. Dennoch sollte man sie so schnell wie möglich bekämpfen, um Entzündungen an der Kopfhaut zu vermeiden und eine Übertragung zu verhindern“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen-Anhalt. Das Vorurteil, Läuse hätten mit Unsauberkeit zu tun, sei immer noch verbreitet. Es gebe allerdings keinen Zusammenhang zwischen persönlicher Hygiene und einem Befall mit Kopfläusen. Vielmehr begünstigten enge zwischenmenschliche Kontakte, wie sie insbesondere in Kindergärten und Grundschulen stattfinden, die Ausbreitung.

Therapie bei Kopfläusen

Seien Kopfläuse erst einmal in einer Einrichtung angekommen, könnten sie sich rasch verbreiten. „Sobald die Kita oder die Schule einen Lausbefall meldet, sollten Eltern ihre Kinder regelmäßig auf Kopfläuse hin untersuchen“, sagt die BARMER-Landeschefin. Zur Bekämpfung von Kopfläusen stünden verschiedene Mittel zur Verfügung, die Insektizide, das Silikon-Öl Dimeticon oder dickflüssiges Paraffin enthalten. „Es ist wichtig, die Packungsbeilage genau zu lesen und die empfohlene Einwirkdauer einzuhalten“, rät Dziuk. Da viele Mittel nicht alle Eier beim ersten Mal abtöteten, sollte die Therapie gemäß Beipackzettel einige Tage später wiederholt werden. Viele Läusemittel könnten für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr auf Kassenrezept verordnet werden. Zusätzlich zur Therapie mit Läusemittel und Läusekamm sollten Schlafanzüge, Bettwäsche und Handtücher bei 60 Grad gewaschen werden. Kuscheltiere, die nicht in die Waschmaschine können, sollten für drei Tage in eine Plastiktüte gepackt werden. Eine Desinfektion der Wohnung oder der Einsatz von Insektiziden sei nicht notwendig.

Meldepflicht bei Lausbefall

Wenn ein Kind Läuse hat, darf es keine Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Die Eltern sind gemäß Infektionsschutzgesetz verpflichtet, die Kita oder Schule umgehend zu informieren. Die Eltern der anderen Kinder einer Gruppe oder Klasse werden durch die Gemeinschaftseinrichtung über den Kopflausbefall ohne Namensnennung unterrichtet und zur Untersuchung und gegebenenfalls Behandlung ihrer eigenen Kinder aufgefordert. Das betroffene Kind selbst darf erst dann wieder in die Gemeinschaftseinrichtung, wenn nach dem Behandlungsbeginn keine Weiterverbreitung der Kopfläuse mehr zu befürchten ist.

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