Zeckengefahr steigt: Halle (Saale) ist jetzt auch FSME-Risokogebiet
Mit den steigenden Temperaturen beginnt auch wieder die Zeckensaison – und für die Region Halle gibt es eine wichtige Neuerung: Erstmals wurde der Stadtkreis Halle (Saale) als Risikogebiet für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ausgewiesen. Das geht aus der aktuellen Karte der Risikogebiete hervor, die das Robert Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 veröffentlicht hat.
Neben Halle zählt nun auch der Landkreis Nordsachsen zu den neuen FSME-Risikogebieten. Insgesamt sind damit deutschlandweit 185 Kreise als entsprechende Regionen ausgewiesen.
FSME vor allem im Süden – Risiko breitet sich aus
Die durch Viren verursachte FSME tritt in Deutschland traditionell vor allem in Süddeutschland auf. Besonders betroffen sind Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen. Weitere Risikogebiete liegen im südöstlichen Thüringen, in Sachsen sowie im südöstlichen Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt.
Dass nun auch Halle als Risikogebiet gilt, zeigt, dass sich das Verbreitungsgebiet langsam ausdehnt. Fachleute betonen jedoch, dass auch außerhalb der ausgewiesenen Risikoregionen vereinzelt Erkrankungen auftreten können. Deshalb sollte bei typischen Symptomen während der Zeckensaison überall in Deutschland auch an FSME gedacht werden.
Krankheit verläuft oft in zwei Phasen
Der typische Verlauf einer FSME-Infektion beginnt zunächst mit eher unspezifischen Beschwerden. Dazu gehören Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
Nach etwa einer Woche kann bei einem Teil der Betroffenen eine zweite Krankheitsphase folgen. Dann können neurologische Symptome auftreten, etwa:
– Hirnhautentzündung (Meningitis)
– Gehirnentzündung (Enzephalitis)
– Rückenmarksentzündung (Myelitis)
Diese Komplikationen können schwer verlaufen, besonders bei älteren Menschen.
Impfung empfohlen – Impfquoten weiterhin niedrig
Die Ständige Impfkommission empfiehlt Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und Kontakt zu Zecken haben könnten, eine Schutzimpfung. Dennoch bleiben die Impfquoten vielerorts niedrig – besonders bei Menschen über 60 Jahren, obwohl in dieser Altersgruppe das Risiko für schwere Krankheitsverläufe deutlich erhöht ist.
Borreliose kommt überall vor
Neben FSME gehört auch die sogenannte Lyme-Borreliose zu den wichtigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten in Deutschland. Anders als FSME wird sie durch Bakterien verursacht und kommt bundesweit vor.
Eine Impfung gegen Borreliose existiert bislang nicht. Die Erkrankung kann verschiedene Organe betreffen. Ist das Nervensystem beteiligt, kann es zu einer akuten Neuroborreliose mit starken, brennenden Nervenschmerzen kommen. Monate oder sogar Jahre nach einem Zeckenstich kann außerdem eine Lyme-Arthritis auftreten – eine Gelenkentzündung, die häufig die Knie betrifft.
Zeckenstiche möglichst vermeiden
Da ein vollständiger Schutz vor Zecken nicht möglich ist, empfehlen Experten vorbeugende Maßnahmen, besonders bei Aufenthalten in hohem Gras, Gebüsch oder Unterholz:
– geschlossene Kleidung tragen (feste Schuhe, lange Hosen und Ärmel)
– Hosenbeine in die Socken stecken
– Repellentien auf Haut und gegebenenfalls Kleidung auftragen
– nach Aufenthalten im Freien den Körper gründlich nach Zecken absuchen
Entdeckte Zecken sollten möglichst schnell entfernt werden.
Mit der neuen Einstufung von Halle als FSME-Risikogebiet gewinnt das Thema Zeckenschutz auch in Sachsen-Anhalt weiter an Bedeutung. Gesundheitsbehörden raten deshalb, sich rechtzeitig über Schutzmaßnahmen und Impfmöglichkeiten zu informieren – insbesondere vor Beginn der warmen Monate.










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