Dürer-Schule wird erst im Sommer 2023 fertig: keine Baufirmen gefunden, Abrissfirma pleite

Die Sanierung der Grundschule “Albrecht Dürer” in Halle (Saale) verzögert sich bis zum Sommer 2023. In einem Brief an die Schulleitung legt die Stadtverwaltung die Gründe dar.

So hätten die Rohbauarbeiten zweimal europaweit ausgeschrieben werden müssen, es habe dabei jeweils keine Bewerbungen von Baufirmen gegeben. Deshalb seien die Maßnahmen in kleinere Teile gestückelt worden. Ein halbes Jahr Bauverzug ist dadurch eingetreten. “Da es sich hierbei um ein Schlüsselgewerk bzw. notwendige Vorarbeiten für die Folgeleistungen handelt, konnten parallel auch keine anderen Gewerke außer das Gewerk Abbruch ausgeführt werden.” Und dort ist gleich das nächste Problem aufgetreten. Denn das Abbruchunternehmen ist insolvent gegangen, eine alternative Firma musste gefunden werden. 

Zudem handele es sich um ein Bestandsgebäude aus DDR-Zeiten und es seien nur vereinzelt Unterlagen vorhanden. Deshalb habe man sich zunächst auf den Typ “Trauzettel” konzentriert. Im Zuge der Rückbauarbeiten habe man aber abweichende Teile gefunden, beispielsweise die Lage des Aufzugs. “Da es sich hierbei um statisch relevante Aspekte handelt, musste die geänderte Planung neben der Erstellung durch den Prüfstatiker geprüft und freigegeben werden”, teilt die Stadt der Schulleitung mit.

Auch die Corona-Krise hat zu Behinderungen geführt und zur Verzögerungen im Bauablauf geführt. Und bei den Planungsbüros habe es einen kompletten Wechsel bei den Planern gegeben, was “aufgrund von immensen Informationsverlusten und fehlender Ressourcen zu großen Verzögerungen sowohl in der Bearbeitung der Planung als auch in der Bauüberwachung” geführt habe, so die Stadt. Zudem habe die Erneuerung einer Fernwärmeleitung in der Nähe zu weiteren Verzögerungen geführt.

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12 Antworten

  1. Minol sagt:

    kein Wunder da verdient man kein Geld wie zb. beim Sportparadies am Bölli

    • Alt-Dölauer sagt:

      Das liegt vorrangig am öffentlichen Ausschreibungsrecht. Meist kommt nur der Billigste zum Zug, nie der Beste. Gute Firmen haben es gar nicht nötig die bürikratischen Zinnober mitzumachen und nehmen meist garnicht erst teil. Was bleibt sind verzweifelte, solche die nicht rechnen können oder welche die aus- und inländische Arbeitnehmer ausbeuten, oder bei größeren Sachen die kartellartigen mafiösen Firmen mit gutem Draht in die Verwaltung – Namen in Halle sind P-ekannt.

  2. D.h. sagt:

    Es gibt keine Handwerker mehr, alle wollen studieren oder Politiker werden.

  3. ... sagt:

    „Im Zuge der Rückbauarbeiten habe man aber abweichende Teile gefunden, beispielsweise die Lage des Aufzugs.“

    Seit wann gibt es bei diesem Schultyp einen Aufzug?

  4. Tim Buktu sagt:

    Bürokratiewahn allerorten. Armes Deutschland. Danke Merkill.

  5. Geh sagt:

    Die Politik hat mal wieder gezeigt wozu sie in der Lage sind.