„Nachkommen möchten wir eine ökologisch intakte und lebenswerte Gemeinde hinterlassen“: Anwohner in Kabelsketal rebellieren gegen Star Park II

In drei Wochen wird der Gemeinderat von Kabelsketal einen Grundsatzbeschluss fassen, ob ein gemeinsame Gewerbegebiet mit Halle (Saale) und dem Saalekreis entsteht. Besonders betroffen wären die Kabelsketaler Ortsteile Dölbau, Naundorf und Osmünde. Dort hat sich auch die Bürgerinitiative „Nein zum Star Park II“ gegründet. Die hat schon über 2.200 Unterschriften gegen den Star Park II gesammelt und fordert die ernsthafte Prüfung von alternativen Standorten, insbesondere in den betroffenen Kohle- und Bergbauregionen. „Unseren Nachkommen möchten wir eine ökologisch intakte und lebenswerte Gemeinde hinterlassen“, so die BI. Die negativen Auswirkungen seien größere als die positiven Effekte. 200 Hektar wertvolle Ackerboden sollen versiegelt werden, kritisiert die Initiative. Sie hat eine ganze Liste an Argumenten gegen das Gewerbegebiet gesammelt:

1. Die erst nach Einforderung und bisher nur eingeschränkt der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Unterlagen zur Machbarkeitsuntersuchungen sind  scheinbar unvollständig.  Auf Nachfrage begründet die EVG dies mit der „Vertraulichkeit gegenüber Partnern“. Wie sollen sich die Bürgerinnen und Bürger ein wirkliches Bild machen können? Es wurde bisher auch nicht beantwortet, ob die Gemeinderäte die Machbarkeitsstudien eingesehen haben.

2. Die vorgebrachten Rechtfertigungsgründe „Schaffung von Arbeitsplätzen ist wichtig“ und „Steuereinnahmen des Star Park II sind unerlässlich“ sind floskelhafte Marketingargumente, die hier bei näherer Betrachtung keinen Bestand haben. In unserer Region herrscht tatsächlich bereits ein Überangebot an Arbeitsplätzen. Praktisch alle Unternehmen in der Umgebung, einschließlich der im Star Park I, suchen händeringend Personal und drosseln teilweise ihre Produktion aufgrund des Arbeitskräftemangels. Das Gegenteil ist hier also der Fall. Es fehlen keine Arbeitsplätze, es fehlen Arbeitskräfte

3. Steuereinnahmen aus einem Star Park II fließen, wenn überhaupt, erst Jahre nach der Fertigstellung des Gewerbegebietes. Niemand kann die Frage seriös beantworten, wann oder in welcher Höhe der Gemeinde zusätzliche Einnahmen zur Verfügung stehen würden. Die Gemeindeverwaltung selbst hat in der Gemeinderatssitzung  vom 18.05.2022 ausführlich zum Haushalt Stellung genommen. Der Haushaltsplanung bis 2025 war allerdings nicht zu entnehmen, dass die Gemeinde ohne Steuereinnahmen aus  einem Star Park II in Zukunft finanziell untergehen würde.
Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer der im Star Park II arbeitenden Menschen fließt jedenfalls deren Wohnsitzgemeinden zu. Neue Arbeitskräfte werden aber kaum aus Kabelsketal kommen. Die Gemeinde liegt zum größten Teil im Siedlungsbeschränkungsgebiet des Flughafens. Neue Wohnungen für „mindestens 3.000  Arbeitskräfte“ und deren Familien werden hier nicht entstehen. Zusätzliche Einnahmen aus der Einkommensteuer wird es nicht geben. Die zweite maßgebliche Einnahmequelle ist die Gewerbesteuer. Sie fällt am Sitz eines Unternehmens oder dessen Niederlassung an. Voraussetzung ist aber, dass ein Gewinn ausgewiesen wird.

4. Die Gemeinde Kabelsketal und deren Bürger sind mitnichten, wie von prominenter Seite unterstellt wurde, ein unsolidarischer Entwicklungsverhinderer. Nein, im Gegenteil. Die Bürgerinnen und Bürger von Kabelsketal tragen bereits jetzt erhebliche Belastungen, die der Allgemeinheit zugutekommen. So haben wir vor der Haustür den Flughafen mit seinem DHL-Luftfracht-Drehkreuz und den damit verbundenen Nachtflügen. Dieser wird derzeit sogar weiter für die Fracht ausgebaut, was noch mehr Fluglärm für die Gemeinde bedeutet. Darüber hinaus erlebten wir aber auch den sechsspurigen Ausbau der A14 und den Bau der ICE-Strecke.  Ebenfalls gibt es im Umkreis  der Gemeinde es noch ungenutzte Gewerbeflächen in größerem Umfang.

Hier noch der Link zur Online- Petition:  https://chng.it/mv79ym2r

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

44 Antworten

  1. Nur mal so... sagt:

    Wo kann man denn seine Unterschrift gegen den Starpark 2 setzen ?

  2. Nils sagt:

    Ein guter Artikel!

  3. 10010110 sagt:

    Hasse (Saale)

    So schlimm ist es schon? 😆

  4. Lügenschweine sagt:

    Jetzt geht es schon um die nachkommenden Generationen. Wie die Made im Speck leben, aber der Rest soll Arbeitsplätze dulden müssen. Egoistisches Dorfvolk.

  5. HALLEnser sagt:

    Bin pro Star Park II. Es gilt wichtige Arbeitsplätze für Ostdeutschland, insbesondere unsere Region, zu sichern!

  6. Martin sagt:

    Was für eine BI… kann nicht wahr sein, jetzt geht eine ganzen Region zu Grunde. Kein Wunder, dass alle jungen Leute nach Leipzig ziehen, demnächst noch nach Magdeburg, wo sich keiner gehen eine Intel Ansiedlung stellt! Naja nach Uni Schrumpfung, Galerie Schließung usw. bleibt Halle und die Region bei der Arbeitslosigkeit halt Spitzenreiter. Neue Firmen und Ansiedlungen sollen halt in andere Städte nur weil paar Dörfer die Chance nicht sehen. Eine Ablehnung bedeutet nie wieder Geld von der Landesregierung! Schon jetzt werden die das Geld für Schulen und eigene Uni wegen Intel brauchen, dann kriegt Halle gar nichts mehr und auch hier die Chance vergeigt.

    • Blödquatscher entlarven sagt:

      „Eine Ablehnung bedeutet nie wieder Geld von der Landesregierung!“

      Die Uni Halle wird nicht wegen „Ablehungen“ zusammengespart.

    • Ach verpipsch sagt:

      Lass mal die Kirche im Dorf. Meines Erachtens ist MSH immer noch die Region mit der höchsten Arbeitslosenquote. Halle und MD nehmen sich nicht viel.
      Mach die Klotzen auf und schau dich um, wieviele Arbeitsstellen frei sind. Halle wird es überleben.

  7. Robert sagt:

    Hallenser und Martin, was raucht ihr? Was soll den im ST2 entstehen. Wie ist den Intel nach MD gekommen? Kleingeister. Geht in die Schorre und kauft euch ein Eis.

    • Lachmicheckig sagt:

      Vielleicht ist Intel nach MD gekommen, weil dort nicht gegen Gewerbegebiete demonstriert wird? Die MDer kamen mir schon immer klüger vor, als der Glauchsche Adel.

  8. Makler sagt:

    Die Unterzeichner sollen ihre Hornsken verkaufen und sich verdrücken.

  9. Rot sagt:

    das werden doch eh nur wieder billig Arbeitsplätze

  10. Lachmicheckig sagt:

    Von welchen Steuereinnahmen wurde denn das schmucke Dorfgemeinschaftshaus hergerichtet?

    • mal überlegen sagt:

      Ganz bestimmt nicht vom SPII, soviel steht fest.

      • Lachmicheckig sagt:

        Sicherlich aus den Steuern von Regionen, wo fleißig Werte geschaffen und so Steuern generiert werden. Also sozusagen von den Fördermittelerzeugern.

  11. Ich sagt:

    Vielleicht sollte man die Leute in dem Umfeld erstmal fragen, ob die überhaupt arbeiten wollen. Wenn die Bezüge und Freizeit jetzt schon stimmen, muß man ja kein Arbeitslager errichten. Außerdem scheint Sachsen Anhalt inzwischen auch ein sehr beliebtes“ Urlaubsland“ zusein. Bei den vielen Nationen, die inzwischen hier „urlauben“ , sollte man doch mehr in deren Infrastruktur investieren.

  12. Haxe sagt:

    Den Anwohnern geht es eher um ihre eigenen egoistischen Interessen anstatt den gemeinschaftlichen gesellschaftsübergreifenden Interessen. Ähnlich wie bei Tesla und co.

    • Den wollten wir alle nicht mehr, schon vergessen? sagt:

      „anstatt den gemeinschaftlichen gesellschaftsübergreifenden Interessen.“

      So wie im Sozialismus?

    • Lachmicheckig sagt:

      Von Halle lernt man, dass nur 50 Leute mit einem Transparent ums Viertel ziehen müssen und schon wird der Bebauungsplan geändert und die Hundekackwiese ist gerettet.

    • Beerhunter sagt:

      Oder Mifa in Sangerhausen 🤔😇😉 wieviel Steuermitteln wurden vernichtet für Feldhamster und Arbeitsplätze 🤔🤔😇😉 Bei Tesla bleibt die ökologische Frage weiterhin offen!!! Welche Klientel können sich ein“ökologisches Fahrzeug“ leisten???? Linientreue Staatsbedienstete??🤔🤔

  13. Nicht kleckern sondern klotzen! sagt:

    Nörgelnde Anwohner ab zur Feldarbeit!

  14. Jarl Kulle sagt:

    Die Grundstücke sind dort Schrott, wegen der Einflugschneise. Da möchte keiner wohnen.Also was regen die Leute da sich auf?

  15. Sirah sagt:

    Wieder muss ich mich über die Menschen hier wundern. Ich habe schon in vielen Ecken Deutschlands gelebt und gearbeitet und nirgends waren die Leute so unfreundlich, egoistisch und neuerungsscheu wie im ländlichen Sachsen-Anhalt. Zumal es in Kabelsketal weder landschaftlich noch kulturell irgendetwas Schützenswertes gibt, das durch das Einrichten des Gewebeparks Schaden nehmen würde. Eine doppelte Baumreihe und eine Verlegung der Hunderunde würde den meisten Betroffenen schon den Normalzustand zurückbringen. Einzig verständlich ist in der Argumentation des Artikels nur der Fachkräftemangel.

    • Ach verpipsch sagt:

      Tschüß , dann geh wo du hergekommen bist. Heimatgefühl kennst du nicht. Wie auch ,wenn man lebt wie ein Zigeuner. Dann die Betroffenen belehren wollen. Schützenswert sind die Dörfer mit seinen Einwohner .

  16. Fjj sagt:

    Baut es dahin wo das RAW war

  17. Profillöscher sagt:

    Für einen kopierten Text erstaunlich doof.