Zuwanderung gleicht Geburtendefizit aus: Sachsen-Anhalts Bevölkerung wächst um 0,8 Prozent – Ukraine, EU und Indien sind die Hauptherkunftsländer

2022 zogen nach Sachsen-Anhalt insgesamt 61 421 Personen aus dem Ausland zu, während 21 741 Personen das Bundesland in Richtung Ausland verließen. Damit erhöhte sich der Wanderungsgewinn aus dem Ausland auf den Rekordwert von 39 680 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr vervierfachte sich der Wanderungsgewinn. 2021 lag er noch bei 9 195 Personen. Durch die starke Zunahme des Wanderungsgewinns wurde das starke Geburtendefizit ausgeglichen und die Bevölkerung Sachsen-Anhalts wuchs 2022 um 0,8 %.

Der starke Wanderungsgewinn aus dem Ausland wurde 2022 maßgeblich von der Zuwanderung aus der Ukraine bestimmt. Insgesamt wanderten mit 29 944 Personen rund die Hälfte aller aus dem Ausland Zuziehenden aus der Ukraine nach SachsenAnhalt ein. Aus Sachsen-Anhalt zogen hingegen 3 464 Personen in die Ukraine. Damit erreichte das Wanderungssaldo mit der Ukraine einen Wert von +26 480 Personen. Dieser Wert entsprach rund 2/3 des gesamten Wanderungsgewinns 2022. Im Vorjahr lag der Wanderungsgewinn aus der Ukraine noch bei 172 Personen.

Neben der Dominanz der Außenwanderung mit der Ukraine waren 2022 andere EUMitgliedstaaten wichtige Herkunftsgebiete für die Außenwanderung. Insgesamt zogen 11 433 Personen aus anderen Mitgliedstaaten zu, 9 493 Personen zogen dorthin fort. Entsprechend lag der Wanderungsgewinn Sachsen-Anhalts mit anderen EU-Staaten bei 1 940 Personen. Im Vorjahr war dieser Wert mit +3 385 Personen noch deutlich höher.

Das Wachstum des Wanderungsgewinns war zudem auf einen Anstieg an Zugezogenen mit unbekannter Herkunft zurückzuführen. Insgesamt zogen 7 331 Personen nach Sachsen-Anhalt zu, bei denen der Herkunftsort im Ausland unbekannt war. Da dorthin nur 159 Personen aus Sachsen-Anhalt fortzogen, lag der Wanderungsgewinn mit dem unbekannten Ausland bei 7 172 Personen. Das entsprach rund 18 % des diesjährigen Wanderungsgewinns. Seit 2016 erreichte der jährliche Wanderungsgewinn aus dem unbekannten Ausland weniger als die Hälfte des Niveaus von 2022.

Der Wanderungsgewinn 2022 entstand in 9 von 10 Fällen also aus dem Zuzug aus der Ukraine, dem unbekannten Ausland oder anderen EU-Mitgliedstaaten. Außerhalb Europas entstanden Wanderungsgewinne hauptsächlich mit Indien (+913 Personen), Afghanistan (+584), Syrien (+497), Vietnam (+493) sowie Iran (+269).

In der Gruppe der Deutschen wurde im vergangenen Jahr erneut ein Wanderungsverlust mit dem Ausland in Höhe von 970 Personen registriert. Damit erhöhte sich der Wanderungsverlust unter den Deutschen im Vergleich zu 2021 um 16 %. Die größten Wanderungsverluste gab es 2022 in Richtung der Schweiz (-56 Personen), Spanien (-42) und Australien (-38). Den größten Wanderungsgewinn an deutschen Personen gab es aus der Ukraine (+36 Personen).

Nach Staatsangehörigkeit der wandernden Personen waren die Ukrainerinnen und Ukrainer auch die wichtigste Gruppe für den hohen Wanderungsgewinn. Durch den Zuzug aus dem Ausland im Verlauf des Jahres 2022 lebten Ende des Jahres 26 066 ukrainische Staatsangehörige mehr in Sachsen-Anhalt als zu Beginn des Jahres. Darüber hinaus nahm auch die Anzahl der syrischen Staatsangehörigen durch Zuzug aus dem Ausland um 3 127 Personen zu. Dritt- und viertwichtigste Staatsangehörigkeiten waren die afghanische (+1 636) und die indische (+1 243).

Dabei trugen insbesondere syrische und afghanische Zuziehende zum vergleichsweise hohen Wanderungsgewinn aus dem unbekannten Ausland bei. Von den 7 331 Personen, die aus dem unbekannten Ausland nach Sachsen-Anhalt zuzogen, hatten 2 744 die syrische Staatsangehörigkeit und 1 159 die afghanische Staatsangehörigkeit.

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33 Antworten

  1. Kerkermeister sagt:

    Und nur weil Robert und Steff zeugungsunfähig sind.

  2. Gewinn? sagt:

    Welcher Wanderungsgewinn? Gewinn bedeutet materieller Nutzen, Ertrag, Überschuss über den Kostenaufwand, praktischer Nutzen oder innere Bereicherung, die aus einer Tätigkeit oder dem Gebrauch von etwas kommt. Und dies haben wir hier in Sachsen Anhalt nun wahrlich nicht. Wenn sie alle arbeiten würden und dadurch dem System und der Gesellschaft nützen würden…ja dann. Aber so ist es eine wunderschönes Minusgeschäft auf dem Rücken der arbeitenden Mitbürger.

    • deutsche sprache schwer sagt:

      Tja.

    • Miraculix sagt:

      Die Begriffe Wanderungsgewinn und -verlust scheinen entsprechend definiert zu sein. Sie sollen keine Wertung wiedergeben, obwohl die Begriffe tatsächlich wertend konnotiert sind. Es scheint mir angemessener, in diesem Zusammenhang von Wanderungsüberschüssen und Wanderungsabgängen zu sprechen.

    • Tim sagt:

      Super,da kann man ja echt stolz sein aufs Land! Von Gewinn kann da keine Rede sein

    • 10010110 sagt:

      Auch Flüchtlinge müssen essen und sich anziehen. Bedeutet mehr Gewinn für die Konzerne.

  3. Emmi sagt:

    Für mich ist dieses Rechenbeispiel falsch. Es sind zwar Menschen zugewandert, aber einen Nutzen bringen sie noch nicht. In erster Linie bringt die Zuwanderung Kosten. Es erfolgen Zahlungen aus Kassen in die sie nie eingezahlt haben. Soziale Leistungen werden nur genommen aber nicht geleistet, also der Gemeinschaft zurückgegeben. Das wäre aber durchaus möglich sozial zu helfen.

    • Top Analyse wieder sagt:

      Du bist produktives Mitglied der Gesellschaft. Deine Existenz ist ein Mehrwert, von dem alle profitieren.

      Danke.

    • bin gespannt sagt:

      @Emmi

      Wieviel % der Zugewanderten arbeiten?

      Weißt du nicht? Krass und trotzdem schreibst du so eine Scheiße.

      Du bekommst nicht einmal deinen Kita Beitrag zusammen, aber über andere schimpfen. Schäm dich!

  4. PaulusHallenser sagt:

    Eine gute Nachricht. Um den demografischen Wandel zu kompensieren, braucht es Zuwanderung.

    • Miraculix sagt:

      Das sehe ich anders. Den demographischen Wandel würde ich eher als „Gesundschrumpfen“ bezeichnen. Wenn schon Zuwanderung, dann qualitativ hochwertig und bitte insgesamt zahlenmäßig auf niedrigem Niveau! Dem entstehenden Mangel in bestimmten Berufszweigen kann man anders begegnen. Z.B. durch Aufwertung schlecht bezahlter und unattraktiver Tätigkeiten, Herabsetzung von Bürgergeld als Subvention des Nichtstuns, bessere Steuerung von Berufsberatung für Schulabgänger, Abschaffung bzw. Verkleinerung kaum benötigter Studiengänge usw.
      Unser Nachwuchsproblem von außen lösen zu wollen, halte ich für den falschen Weg.

      • bin gespannt sagt:

        Ganz ehrlich hast du die dummen Menschen mal angeschaut in der Stadt?

        Die gibt es nicht nur in Halle die gibt es in der gesamten BRD.

        Der Fachkräftemangel ist Hausgemacht! Muss schnell behoben werden und das geht nur mit Fachkräften aus dem Ausland.

        Von dort kommen Menschen her die an Universitäten studiert haben.

        In einigen Ländern dürfen die Menschen nicht mit 16 Jahren nach der Schule arbeiten. Nein es wird gebildet! Um Fachkräfte zu schaffen! Hier stehste mit 16 in der KFZ Werkstatt oder auf dem Bau wow tolle Fachkraft!

        • Nicht so ganz sagt:

          Sie haben leider nicht ganz volles Bild davon. Sie Fachkräfte kommen leider nicht oft hierher. Sie fühlen sich gut zuhause und so viele Regeln wie hier hätte man dort nicht. Die, die hier ankommen und bleiben wollen, sind leider die, die gutes Leben beim Nichtarbeiten haben wollen.. daher.. so gut ist die Idee doch nicht

        • ... sagt:

          Wer kennt sie nicht, die Elite-Unis in Syrien, Afghanistan und co

          • bin gespannt sagt:

            Du kennst sie jedenfalls nicht.

            Syrien hat pro Kopf nur knapp weniger Unis als die BRD.

            Und dazu ein sehr gutes Schulsystem.

    • Stierlitz sagt:

      Aber bitte Menschen, die sozialversicherungspflichtigen Jobs nachgehen und nicht die Sozialkasse belasten

    • 10010110 sagt:

      Zuwanderung „braucht“ es nur, wenn/weil das Wirtschaftssystem allein auf grenzenloses Wachstum ausgerichtet ist und ohne dieses kollabieren würde. Eine stabile, auf Nachhaltigkeit und Gemeinwohl ausgerichtete Wirtschaft würde auch ohne ständiges Bevölkerungswachstum funktionieren.

  5. Detlef sagt:

    „starke Wanderungsgewinn…“ für wen?
    Für Sachsen-Anhalt massiver Ressourcenverlust

  6. Stierlitz sagt:

    61 421 Personen aus dem Ausland zugewandert, während 21 741 Personen das Bundesland in Richtung Ausland verließen. Ok und nun stellt sich die Frage wieviel der Zugewanderten gehen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach und wieviel der Abgewanderten gingen dieser nach

  7. Miraculix sagt:

    Man könnte auch sagen, langsamer Austausch der Bevölkerung. Doch Vosicht vor einem exponentiellen Anstieg!

    • Trost sagt:

      Bei der Rate nicht mal in den berühmten „20-30 Jahren“, vielleicht in 2000-3000.

      Du hast Angst, aber Zuwanderung ist nicht die Ursache.

  8. kitainsider sagt:

    Sozialkosten, Kriminalität, Parallelgesellschaften. Leider fällt die Bilanz nicht positiv aus – ist eben kein Gewinn in der Breite.

  9. Gamer067 sagt:

    Viel zu viel der Zugewandterten. Verursachen mehr Kosten als nutzen

  10. Fred Frohbärg sagt:

    Dss Wandern ist des Müllers Lust!

    • Falsch 😆 sagt:

      1. Über das weite Meer
      2. Steuermann halte den Kurs
      3. Einer wird bei dir bleiben
      4. Alles dreht sich um amore
      5. Vergiss die Heimat nicht