SED-Verfolgte diskutierten in Halle mit internationalen Experten über Proteste hinter dem Eisernen Vorhang und Geheimdienstkooperation

Prager Frühling 1968, Solidarność-Bewegung in Polen, Bürgerrechts- und Friedensinitiativen in der DDR – was wie ein Neben- und Nacheinander von nationalen Oppositions- und Protestbewegungen aussieht, war in Wirklichkeit ein kompliziertes Geflecht gegenseitiger Ermutigung, Beeinflussung und Vernetzung, um für Demokratie und Menschenrechte in den kommunistischen Diktaturen zu kämpfen. Gleichzeitig verstärkten in den 1970er- und 1980er Jahren die Geheimdienste ihre Zusammenarbeit, um ihre Überwachungs- und Verfolgungsmaßnahmen gegen die Oppositionsgruppen abzustimmen und zu verbessern.  

Die zunehmende transnationale Vernetzung von Oppositionsgruppen und die verstärkte Zusammenarbeit der Geheimdienste war Gegenstand des diesjährigen Halle-Forums, das am Freitag mit circa einhundert Teilnehmern zu Ende ging. Auf der zweitägigen Konferenz hatten internationale Experten wie Ludĕk Navara (Brno, Tschechien), Tytus Jaskulowski (Zielona Gora, Polen) und Helmut Müller-Enbergs ihre Arbeiten zu diesen Themen vorgestellt und mit DDR-Bürgerrechtlern und Betroffenen von SED-Unrecht intensiv diskutiert. „Der Austausch zwischen Experten und Zeitzeugen ist für beide Seiten immer besonders fruchtbar“, erklärten die beiden Hauptveranstalter Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Dr. Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. „Dies sei inzwischen zu einem Markenzeichen des HallesForums, das in diesem Jahr bereits zum 28. Mal stattfand.“ Gerade im Hinblick auf das bis 2028 in Halle entstehende „Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ sei es wichtig, sich auch auf dem Halle-Forum mit der internationalen Dimension der SED-Diktatur und ihren Folgen zu beschäftigen, ergänzte Birgit Neumann-Becker.  

Das Halle‐Forum 2023 ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie wird unterstützt durch die Gedenkstätten Moritzplatz Magdeburg und Deutsche Teilung Marienborn, die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen‐Anhalt, die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Politisches Bildungsforum Sachsen-Anhalt und den Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. Das Halle-Forum 2023 wurde gefördert durch die Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e.V. 

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12 Antworten

  1. Robert sagt:

    In einigen Jahren werden diese Vereine über die Aufarbeitung der Ampelregierung reden und diskutieren. Wie die Grünen mit den Geheimdiensten den Untergang Deutschland und Europa inszenierten .

    • 10010110 sagt:

      Ach Gottchen, manche Leute kommen aber auch nicht drüber hinweg, dass nicht alles nach ihrem persönlichen Geschmack läuft (während sie gemütlich von ihrem warmen Zuhause aus im Internet billigen Chinaschrott bestellen und unbehelligt ihre Meinung äußern).

  2. fragjanur sagt:

    „DDR…war in Wirklichkeit ein kompliziertes Geflecht gegenseitiger Ermutigung, Beeinflussung und Vernetzung, um…“

    Wird bemängelt, dieses „Geflecht“!

    Und dann aber ein neues „Geflecht“, das natürlich gaaaanz anders ist. Wieviele Stiftungen, Gedenkstätten, Beauftragte, Landeszentralen und Vereine sind daran eigentlich beteiligt? Und: Wer bezahlt die?

    Das Halle‐Forum 2023 ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie wird unterstützt durch die Gedenkstätten Moritzplatz Magdeburg und Deutsche Teilung Marienborn, die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen‐Anhalt, die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Politisches Bildungsforum Sachsen-Anhalt und den Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. Das Halle-Forum 2023 wurde gefördert durch die Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e.V.

  3. Lars sagt:

    Denkt ihr heut ist es besser ?? Das System ist gleich geblieben nur die Namen haben sich geändert.

  4. Rolf sagt:

    „Robert“ Sie sehen aber seltsame unzusammenhängende Zusammenhänge die nicht zusammenhängen!