Das Steintor-Varieté präsentiert das Programm für 2026: Ein Retro-Computerspiel als interaktives Erlebnis auf der Bühne

Im Restaurant Lözius fand auch in diesem Jahr der bereits zur Tradition gewordene Presse-Neujahrsempfang des Steintor-Varietés statt. Victoria Troka, Geschäftsführerin des Steintor Varietes und unter anderem verantwortlich für die Gastronomie, eröffnete die Runde und stellte das Führungstrio vor, das die Geschicke des Hauses lenkt. An ihrer Seite agieren, ebenfalls als Geschäftsführer, Rüdiger Sachse, der zudem die Geschicke der Känguruh Production leitet, und Kai Schöttner, dessen Fokus auf der technischen Umsetzung und der Organisation von Events sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hauses liegt. Gemeinsam blicken sie auf ein Jahr voller kultureller Höhepunkte, das unter dem ehrgeizigen Anspruch steht, ein Programm für die Zielgruppe von null bis einhundert Jahren zu bieten und dabei sämtliche Genres der Unterhaltungskunst abzudecken.

Eines der Glanzlichter der diesjährigen Spielzeit markiert eine Produktion, die bereits im Vorfeld für enormes Aufsehen sorgt: Die Rückkehr von „Monkey Island“ auf die Bühne. Regisseur Martin Kreusch erläuterte leidenschaftlich, wie aus einer nostalgischen Liebe zum Computerspiel-Klassiker von 1990 ein einzigartiges Theaterprojekt erwuchs. Nach ersten Erfolgen in der freien Szene in den Jahren 2014 und 2015, die bereits ein Publikum aus ganz Deutschland anzogen und eine Atmosphäre wie bei der „Rocky Horror Picture Show“ heraufbeschworen, findet das Stück nun im Steintor seine würdige Heimat. Die Inszenierung mit dem Titel „Monkey Island – Ich will Pirat werden“ verspricht ein handgemachtes Spektakel zu werden. Besonders hervorzuheben ist dabei die technische Umsetzung mittels einer manuellen Drehbühne mit einem Durchmesser von 6,50 Metern, die ohne moderne Motoren, sondern allein durch Muskelkraft und Seilzüge bewegt wird. Diese nostalgische Bühnentechnik ermöglicht es dem neunköpfigen Ensemble, in rund 30 verschiedene Rollen zu schlüpfen und die Abenteuer des Guybrush Threepwood, gespielt von Martin Sommer, lebendig werden zu lassen. Das Stück, das mit einer Menge Wortwitz und Interaktion mit dem Publikum konzipiert ist, feiert am 16. April Premiere im Steintor.

Neben diesem theatralen Großprojekt untermauert das Steintor-Varieté seinen Ruf als „Comedy-Tempel“ der Saalestadt. Troka betonte, dass Comedy das Kernhandwerk des Hauses sei und man auch in diesem Jahr nationale Größen sowie aufstrebende Talente begrüßen dürfe. Ein besonderer Coup gelang dem Team mit der Verpflichtung von Atze Schröder, der das Haus bei einer TV-Aufzeichnung kennenlernte und so begeistert von der Atmosphäre war, dass er prompt für ein Gastspiel zusagte. Des Weiteren stehen Namen wie Oliver Kalkofe, Michael Hatzius mit seiner Kultfigur „Die Echse“, Johann König und der Dauerbrenner „Caveman“, der bereits seit über 15 Jahren erfolgreich im Steintor gastiert, auf dem Spielplan. Auch die junge Generation findet ihren Platz, etwa durch den Comedian Simon Stäblein, der vor allem über soziale Medien große Popularität erlangte.

Ein hochemotionales Thema der Pressekonferenz war der Generationenwechsel bei den Kinder- und Familienprogrammen, insbesondere rund um die beliebte Weihnachtsrevue mit „Herrn Fuchs“. Nachdem das vergangene Jahr von tränenreichen Verabschiedungen geprägt war, als Herr Fuchs und der langjährige Weihnachtsmann-Darsteller Herr Reszel in den Ruhestand gingen, wurden nun die Nachfolger offiziell vorgestellt. Martin Kreusch wird in die Rolle des Weihnachtsmanns schlüpfen, während Tilman Meyer nicht nur die Regie übernimmt, sondern auch als „Fuchs Felix“ die Tradition fortführen wird. Trotz der personellen Veränderungen bleibt der Rahmen gewohnt groß: Rund 45 Veranstaltungen sind geplant, wobei der Vorverkauf bereits Mitte Mai startet. Ergänzt wird das Kinderprogramm durch Klassiker wie den „Traumzauberbaum“ und modernere Stücke wie das Kindermusical „Anouk“ von Peter Maffay und seiner Frau Hendrikje Balsmeyer.

Musikalisch zeigt sich das Steintor-Varieté gewohnt vielseitig. Im Bereich Rock und Pop ist es das erklärte Ziel der Geschäftsführung, auch junge Nachwuchskünstlerinnen und Künstler auf die Bühne zu bringen. Ein besonderes Jubiläum feiert IC Falkenberg, der sein 40-jähriges Bühnenjubiläum mit einem Konzert im Steintor begeht. Für Freunde des gepflegten Schlagers und der Volksmusik stehen Größen wie Heino, die Amigos und die Kastelruther Spatzen bereit. Doch auch Nischen werden bedient: So gastiert die englische Kult-Kombo „The Tiger Lillies“ im Haus, und die Indie-Rock-Band Tokotronic sorgt für ein bereits fast ausverkauftes Highlight.

Einen wesentlichen Teil der Identität des Hauses machen die eigenentwickelten Eventformate aus. Troka hob hierbei besonders den „Seniorenball“ hervor, ein Herzensprojekt, das mit einem Eintrittspreis von lediglich fünf Euro gezielt gegen Altersarmut und Einsamkeit wirken soll. Nach dem ausverkauften Erfolg im Vorjahr wird dieses Tanzereignis für die hallischen Senioren fortgesetzt. Ebenfalls fest etabliert hat sich das „Bullseye Business Battle“, ein professionelles Dart-Turnier für Unternehmen aus der Region, das im Dezember in seine dritte Auflage geht. Auch sportlich wird es im Steintor wieder hoch hergehen: Der Chemiepokal im Boxen kehrt im September zurück und soll in diesem Jahr noch internationaler und größer aufgezogen werden, was den aktuellen Trend zum Boxsport in Deutschland widerspiegelt.

Abschließend gab Rüdiger Sachse einen Einblick in die überregionalen Aktivitäten der Känguruh Production, die eng mit dem Steintor verzahnt ist. Mit jährlich 250 bis 300 Veranstaltungen in den neuen und alten Bundesländern ist das Unternehmen ein bedeutender Akteur im Tourneegeschäft. Erfolgreiche Produktionen wie die Touren von Elsterglanz, die bereits 150.000 Tickets verkauften, oder die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Thomas Anders, Johannes Oerding und Mark Forster belegen die wirtschaftliche Stärke und die Professionalität hinter den Kulissen. Sachse betonte, dass der Erfolg großer Produktionen notwendig sei, um auch kleinere Projekte der freien Szene unterstützen zu können. Mit diesem optimistischen Ausblick auf ein prall gefülltes Programm wird einmal mehr verdeutlichte, dass das Steintor-Varieté ein unverzichtbarer kultureller Ankerpunkt für Halle und darüber hinaus bleibt.

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