Auseinandersetzung mit Kurden-Gegnern: Polizeieinsatz auf dem Marktplatz bei Demonstration

Seit Tagen protestieren Kurden weltweit gegen die Geschehnisse in ihrer Heimat, so auch in Halle (Saale). “Wir danken der deutschen Polizei für unseren Schutz”, sagte ein Redner. 

Und das Polizeiaufgebot war nicht unbegründet. Denn am Dienstag gab es am Rande der Kundgebung gleich zwei Zwischenfälle, bei denen Demonstrationsteilnehmer mit Personen aus dem arabischen Raum aneinander geraten sind. Es sei in beiden Fällen niemand verletzt worden, betonte eine Polizeisprecherin. Es wurden Platzverweise erteilt sowie Anzeigen wegen Beleidigung und Körperverletzung angenommen worden.

Der erste Fall ereignete sich beim Aussteigen aus einer Straßenbahn. Als der syrische Mann die zusammengerollte kurdische Flagge bei einer Frau sah, rief er laut Zeugen “Ich scheiße auf dich und Kurdistan”, auch soll er die kurdischen Demonstranten als “Schweine” bezeichnet haben. Ähnliche Äußerungen fielen eine halbe Stunde später, neben “Kurdenschweine” wurden demonstrierende Frauen auch als “Schlampen” bezeichnet, anwesende Kurden verorten die beiden syrischen Männer dem Dialekt zufolge im  Raum Deir ez-Zor.

Ein Redner hatte gleich eine Vermutung: “das sind syrische und türkische Geheimdienstler, die unsere friedliche Demo angreifen.” Er bezichtigte einen Mann, Mitglied der Muslimbruderschaft zu sein.

Wie bereits bei vorangegangenen Demos wurden der türkische Präsident Erdogan und der Syrische Übergangspräsident Jolani (Ehemaliger Milizenführer der Dschihadisten) als Terroristen bezeichnet.

“Die Kurden haben gegen den IS gekämpft und nun werden sie allein gelassen”, beklagte eine Rednerin. “Schweigen ist keine Option. Wer schweigt, ist mitverantwortlich.”

Noch bis Freitag findet jeden Nachmittag eine Kundgebung auf dem Marktplatz statt. Am Samstag ist ein Aufzug vorgesehen.

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