Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen: Am 14. Februar ist One Billion Rising Day – Sachsen-Anhalt stellt 7,78 Millionen Euro für Hilfesystem zur Verfügung

Deutschlandweit erfährt statistisch jede dritte Frau in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt. In Sachsen-Anhalt erfasste die Polizei im Jahr 2024 insgesamt 8.391 Fälle häuslicher Gewalt – ein Anstieg um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf den Anstieg häuslicher Gewalt macht die weltweite Bewegung „One Billion Rising“ aufmerksam, die sich für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen einsetzt und jährlich am 14. Februar stattfindet. Unter dem kämpferischen Motto „Women on Fire – Ni una menos“ finden an diesem Samstag landesweit acht Tanzaktionen an folgenden Orten statt: Magdeburg, Halle, Stendal, Halberstadt, Naumburg, Osterburg und Jarchau.

Gleichstellungsministerin Petra Grimm-Benne ruft zur Teilnahme auf: „Jede Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist inakzeptabel. Mit ‚One Billion Rising‘ machen wir gemeinsam klar: Wir schauen nicht weg, wir stehen auf und handeln solidarisch. Als Landesregierung setzen wir die Istanbul-Konvention entschlossen um und stärken Hilfsangebote für Betroffene häuslicher und sexualisierter Gewalt. Ziel ist es, Betroffenen Sicherheit und Schutz zu gewährleisten und Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen.“

In den vergangenen Jahren wurde das Hilfesystem durch gezielte personelle und strukturelle Aufwüchse – besonders in Frauenhäusern, Interventionsstellen und Fachberatungsstellen – spürbar gestärkt. Sachsen-Anhalt hat die Landesmittel für den Kernbereich des Hilfesystems kontinuierlich erhöht. Im Jahr 2026 stehen hierfür rund 7,78 Millionen Euro zur Verfügung – das sind etwa 3,8 Millionen Euro mehr als noch 2021. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der besseren Erreichbarkeit von Schutz und Beratung insbesondere im ländlichen Raum, etwa durch zusätzliche Standorte, erweiterte Sprechzeiten und mobile Angebote. Zudem setzt Sachsen-Anhalt auf deutlichere präventive Ansprache. Die landesweite Präventionskampagne „Stopp! Gewalt gegen Frauen richtet sich bewusst nicht nur an Betroffene, sondern an die breite Öffentlichkeit, das soziale Umfeld von Betroffenen sowie ausdrücklich auch an Männer als Verbündete im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Ziel ist es, Gewalt als strukturelles Problem sichtbar zu machen, Schweigen zu durchbrechen und Verantwortung im sozialen Nahraum zu stärken.

Hintergrund:

Sachsen-Anhalt verfügt über ein flächendeckendes Netz von Schutz- und Hilfsangeboten für von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder, das stetig bedarfsgerecht ausgebaut werden. Der Kernbereich dieses Systems umfasst derzeit 19 Frauenhäuser mit elf ambulanten Beratungsstellen. Ein mobiles Team aus Psychologinnen ergänzt die Betreuung von Frauen und Kindern in den Frauenhäusern. Weitere Unterstützung bieten vier Fachberatungsstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt mit guter räumlicher Abdeckung durch insgesamt sechs Außenstellen, vier Interventionsstellen mit zwei Außenstellen, die Fachstelle VERA gegen Frauenhandel, Zwangsheirat und ehrbezogene Gewalt und die Täterberatungsstelle bei häuslicher Gewalt ProMann. Die Landeskoordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention (LIKO) koordiniert diese Angebote. Alle Hilfsangebote finden sich auf www.gewaltfreies-sachsen-anhalt.de

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Eine Antwort

  1. Detlef sagt:

    Was ist mit Gewalt an Männern durch Frauen?

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