Aus 5 mach 2: ARD und ZDF legen Spartensender zusammen – Sachsen-Anhalts Staatsminister begrüßt Umsetzung und fordert Einsparungen
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland steht vor einem historischen Umbruch. In Umsetzung des neuen Reformstaatsvertrags haben ARD und ZDF eine tiefgreifende Neustrukturierung ihres Angebots angekündigt. Die beiden Sendeanstalten rücken enger zusammen, um den Herausforderungen des digitalen Wandels zu begegnen und ihre Ressourcen effizienter zu nutzen. Ziel dieser Allianz ist es, die Menschen in Deutschland mit hochwertigen und zukunftsfähigen Medienangeboten noch besser zu erreichen, wobei eine klare Ausrichtung auf jüngere Zielgruppen im Fokus steht.
Gemeinsame Strategie für die digitale Souveränität
Hinter den Kulissen wurde in den vergangenen Monaten intensiv um die künftige Ausgestaltung gerungen. ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler ordnet den Prozess als Kraftakt ein: „Da kommt das Beste aus beiden Welten zusammen, auch wenn das für ZDF und ARD keine leichte Arbeit war. Sie ist aber in einer sehr konstruktiven und zukunftsorientierten Atmosphäre erfolgt. Wir haben uns dabei an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen wir als starke Partner gemeinsam das bestmögliche Programm zusammenstellen können.“ Diese neue Einigkeit soll vor allem im Netz Früchte tragen, wo das öffentlich-rechtliche Profil durch gebündelte Kompetenzen geschärft werden soll.
Erfolg durch Kooperation nach bewährtem Vorbild
Dass die Zusammenarbeit zwischen den Mainzer und den ARD-Anstalten funktionieren kann, zeigen bereits etablierte Marken. ARD-Vorsitzender und hr-Intendant Florian Hager betont die positiven Erfahrungen der Vergangenheit: „Zusammen werden wir noch besser. Das haben wir oft bewiesen, und so haben wir auch hier gearbeitet. Erfolgreiche digitale Angebote wie funk oder auch KiKA zeigen, was ARD und ZDF schaffen können, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen gemeinsam ansprechen. Das stärkt das öffentlich-rechtliche Angebot nachhaltig.“ Man wolle nun diese Synergien nutzen, ohne dabei den publizistischen Wettbewerb oder die jeweiligen redaktionellen Profile gänzlich aufzugeben.
Das Ende bekannter Sender und die Geburt neuer Marken
Der radikalste Schritt der Reform betrifft das lineare Fernsehen. Um die gesetzlichen Vorgaben des 7. Medienänderungsstaatsvertrags zur Reduzierung der Kanäle zu erfüllen, müssen sich die Zuschauer von liebgewonnenen Programmen verabschieden. Die linearen Kanäle ARD alpha, tagesschau24 und ONE werden am 31. Dezember 2026 abgeschaltet. An ihre Stelle tritt ab Januar 2027 ein gestrafftes Portfolio aus gemeinsam verantworteten Schwerpunktangeboten. Die Basis bilden drei starke Marken: „phoenix von ARD und ZDF“ als zentrales Informations- und Parlamentsangebot, „neo von ARD und ZDF“ für junge Erwachsene sowie „info von ARD und ZDF“ als spezialisierter Dokumentationskanal.
Ein konsequenter Schwenk in die digitale Zukunft
Der Reformprozess markiert eine endgültige Abkehr von der klassischen Sender-Logik hin zu einer plattformorientierten Strategie. ARD und ZDF denken konsequent digital, da beide Häuser davon überzeugt sind, dass die digitale Nutzung die Zukunft bestimmt. Während starke Angebotsmarken im Digitalen aufgebaut werden, dient die verbleibende lineare Reichweite in der Übergangsphase dazu, die Sichtbarkeit und Distribution dieser neuen Inhalte sicherzustellen. Das Gesamtportfolio ab 2027 wird neben arte und 3sat auch KiKA und funk umfassen, wobei die Federführung zwischen den Anstalten klar aufgeteilt ist, um Doppelstrukturen zu vermeiden.
Der Fahrplan bis zum Neustart 2027
Trotz der nun getroffenen Grundsatzentscheidungen liegt noch ein erhebliches Stück Arbeit vor den Verantwortlichen. In den kommenden Monaten werden gemeinsame Arbeitsgruppen die zentralen Rahmenbedingungen für den Sendestart am 1. Januar 2027 festlegen. Dabei geht es nicht nur um inhaltliche Fragen, sondern um komplexe operative Aufgaben: Von der Programmplanung über neue Abstimmungsprozesse und Workflows bis hin zu einem geplanten Probebetrieb muss die gesamte Infrastruktur neu geordnet werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die neue Ära der Zusammenarbeit reibungslos beginnt und das Versprechen einer modernen Medienlandschaft einlösen kann.
Der in Sachsen-Anhalt für Medien zuständige Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra hat die konkrete Umsetzung des Reformstaatsvertrages im Bereich der Spartenkanäle als wichtigen Fortschritt gewürdigt. Die vereinbarte intensivere Zusammenarbeit von ARD und ZDF sei ein bedeutender Schritt hin zu mehr Effizienz und Zukunftsfähigkeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erfüllt einen unverzichtbaren Auftrag für Demokratie, Meinungsvielfalt und kulturelle Identität. Die engere Kooperation zeigt, dass ARD und ZDF ihre Kräfte bündeln, um die anstehenden Reformen verantwortungsvoll umzusetzen. Gemeinsam sind sie leistungsfähiger und können Synergien gezielt nutzen“, erklärte Robra.
Im Zuge der geplanten Zusammenführung von Angeboten sollen bis zum 31. Dezember 2026 drei lineare Kanäle eingestellt werden. Damit sei die klare Erwartung verbunden, dass die Neustrukturierung zu nachvollziehbaren und messbaren Einsparungen führt. „Es ist nicht vermittelbar, wenn die finanziellen Mittel für bislang sechs Angebote künftig in unveränderter Höhe für nur noch drei Programme eingesetzt würden“, betonte der Staatsminister.
Der Reformprozess biete die Gelegenheit, Strukturen zu verschlanken, Ressourcen gezielter einzusetzen und zugleich Qualität sowie Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Systems nachhaltig zu stärken. Diese Chance müsse entschlossen genutzt werden, so Robra.










Hört dann die Abzocke mit den Rundfunkgebühren auf?
NEIN !!! Wer sich seine Arbeitsverträge selbst schreibt und dann einen MP beauftragt die entstehenden Kosten beim gemeinen Volk einzutreiben wird auf nichts verzichten.
Dann werden künftig die Gebühren für die junge Zielgruppe erhöht, für die Senioren gesenkt! Das ist mal eine Ansage!
@Laufrad, Wunschdenken, der Plan für die nächste Erhöhung steht schon! Selbst Hasselhoff knickte auf Druck ein! Die Seilschaften wollen schließlich auch leben. Über den Missbrauch beim ÖRR berichtet nur keiner, warum wohl ??😉😉
Kommt doch eh nichts mehr gescheites.
Dann mach die Glotze endlich mal aus.
„Da kommt das Beste aus beiden Welten zusammen…“
Das ist dann ja auch eher sehr wenig.
Das ist ein wirklich sinnvoller Beschluss. Die Zielgruppen konkurrieren nicht mehr um zwei Sender und es werden Kosten eingespart. Topp!
@HALLEnser , verwechselst du da nicht etwas? Wo werden Kosten gespart, wenn die nächste Erhöhung ansteht?
@HALLenser,
in welcher Welt lebst du denn. Es werden Kosten eingespart. Es werden erst Kosten eigespart wenn die Gehälter der Indentanden, Programmdirektoren und Moderatoren stark gekürzt werden. Für die vielen Wiederholungen um die Programme auszufüllen braucht es nicht die abertausenden Mitarbeiter. Programme aus der Retorte. Eingespart werden könnte auch wenn die einzelnen Sender nicht den ganzen Tag senden würden, so wie früher als sie noch als III. Programm liefen und nur eine bestimmte Sendezeit hatten. Die Fernsehgebühren werden noch steigen denn die digitale Umstellung ins Internet wird auch einen Batzen Geld kosten.
Abschalten oder verschlüsselt ausstrahlen dann wird die „Zielgruppe“ auf jeden Fall erreicht die sich weit unter 5% der Bevölkerung befinden wird.
Nur weil du nur Verdummungsfernsehen wie RTL2 schaust, solltest du nicht auf andere schließen. Der öffentliche Rundfunk hat eine große Zuschauerschaft und einen seriösen Auftrag.
Kosten werden mit Sicherheit nicht gesenkt. Wir können zu Frieden sein, wenn die Kosten nicht steigen.
Profisport raus aus den öffentlich rechtlichen TV (Fussball Handball Welt – und Europameisterschaften usw.) , das spart Millionen über Millionen.