Demo durch Halle: „Mehr als nur Frauenkampftag – Feminismus ist für alle gut!“ – „Sturz das Patriarchats“, „Feministische Außenpolitik statt patriarchalem Militarismus“

Am Dienstag ist unter dem Motto „Feminismus ist für alle gut“ eine Demonstration zum Internationalen Frauenkampftag durch Halle (Saale) gezogen. Los ging es am Rennbahnkreuz, weiter geht es über die Hochstraße in Richtung Innenstadt zum Hansering, Joliot-Curie-Platz und Steintor. Der Start am Rennbahnkreuz wurde bewusst gewählt, hat sich doch hier im Mai 2020 ein rassistischer und homophober Angriff ereignet. Auf Plakaten wurden unter anderem ein Sturz des Patriarchats sowie anonymisierte Bewerbungsverfahren gefordert. Auch Sprüche wie “My body, my choice” oder “Gegen Macker und Sexisten” waren zu lesen.

“Der 8. März ist für uns kein Feiertag, er ist ein feministischer Kampftag”, sagte eine Rednerin. Der Feminismus müsse für alle Menschen eintreten – Bipocs, Geflüchtete, Behinderte oder Bipolare Menschen. Andernfalls sei es kein Feminismus. Alle Demoteilnehmer hätten zwar vielfältige Gründe. Doch alle eine der Kampf gegen “Strukturen, die uns unfrei machen, uns Schmerzen zufügen, uns unterdrücken, ausbeuten und Vorgeben, wie wir zu Leben haben.” Ein strukturelles Umdenken für eine gleichberechtigte und solidarische Gesellschaft sei nötig. “Wir wollen keine starre Einteilung in Mann und Frau”, so die Rednerin, stattdessen Anerkennung und Geschlechtergerechtigkeit für Alle. “Wir wollen selbstbestimmen über unsere Körper und unsere Lebensweisen.” Man kämpfe “für die Befreiung aller Geschlechtsidentitäten und für die Menschen, die die Kategorie Geschlecht ablehnen.” Zwar würden heutzutage patriarchale Machtstrukturen stärker hinterfragt, “doch existieren sie überall weiter.”

Auch das Thema Ukraine wurde angesprochen. Man solidarisiere sich mit den Menschen dort, aber auch mit den Menschen überall auf der Welt in Krisenregionen, die schweren Waffen ausgesetzt sind und flüchten müssen. Kritisiert wurde in diesem Zusammenhang eine “Gigantische Investition der Deutschen Regierung in das Militär von 100 Milliarden Euro.” Man sei “gegen patriarchalen Militarismus und wollen eine feministische Außenpolitik, sie sich auf menschliche Sicherheit und Menschenrechte fokussiert.”

Auf der Kundgebung wurde das Thema sexualisierte Gewalt / Vergewaltigung angesprochen, beispielsweise durch das Umfeld von Fußballfans. Der Klaps auf den Po, die Pfiffe oder blöde Anmachsprüche – ein Großteil der Frauen hat dieses Gehabe von Männern schon erlebt.

Eine Teilnehmerin berichtete von einer Situation, in der sie als Minderjährige drei Monate gefangen und dabei geschlagen und anderweitig körperlich verletzt wurde. Sie sei dabei von mehrere Personen vergewaltigt und gedemütigt worden. Aus Angst vor Drohungen des Täters, auch in Bezug auf ihre Familie, habe sie zunächst über das Erlebte geschwiegen. Erst nach einem Nervenzusammenbruch habe sie den Ernst der Situation erkannt, sich ihrer Schwester offenbart. “Ich habe mir lange eingeredet, dass ich Schuld war an dem was mir widerfahren ist”, sagte sie. “Erst mit der Therapie ist mir bewusst geworden, dass ich keine Schuld trage.”

Organisiert wurde die Aktion durch das „Feministische Bündnis 8. März Halle“. In diesem Bündnis sollen bisherige feministische Kämpfe gebündelt werden.

„Feminismus ist für alle gut, weil ein Leben ohne Ausgrenzung, Diskriminierung, Gewalt und struktureller Unterdrückung ALLEN gut tut! Nur gemeinsam und solidarisch können wir eine Veränderung des Systems bewirken“, heißt es im Aufruf.

Weitere Forderungen:
Lasst uns unsere Kämpfe bündeln!
Lasst uns verbündet handeln!
Lasst uns marginalisierte Stimmen hören!
Lasst uns voneinander und miteinander lernen!
Lasst uns feministische und linke Kämpfe verbinden – miteinander statt gegeneinander!
Lasst uns gemeinsam für eine gerechtere Welt streiken!Wir brauchen einen intersektionalen Feminismus, der alle vereint, respektiert und gemeinsam gegen Gewalt und Unterdrückung kämpft!Wir wollen die vielfältigen Unterdrückungsverhältnisse abschaffen,
die durch Patriarchat, Kapitalismus und Rassismus aufrecht erhalten werden !
Wir wollen Gleichberechtigung für alle Geschlechter !
Wir wollen ein Ende der Gewalt gegen Frauen – ein Ende der Femizide!
Wir wollen das Ende sexistischer Diskriminierung !
Wir wollen ein Leben ohne Gewalt gegen queere,
nicht-binäre, trans*, inter* und a_gender Menschen!
Wir wollen ein Umdenken über den Wert von Arbeit !

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

82 Kommentare

  1. nichtdeutschwurbeleiereien sagt:

    „…queere, nicht-binäre, trans*, inter* und a_gender Menschen…“

    Leute, so wird das nix.

  2. Hallo sagt:

    Is*lam is rig*ht abo*ut wo*me*n

  3. unlustig geimpfter sagt:

    lasst uns zusammen ringen… 😉

  4. Haha sagt:

    Oh Gott da kann man sich wirklich nur schlapp lachen. Irgendwelche Teenies die noch nie diskriminiert wurden und dann noch diese verweichlichten „Männer“ die da mit stöckeln.. währenddessen ihre Freundinnen gerade nen Südländer zu Hause empfangen 🤣

  5. Radlertrinker sagt:

    Und durch den Stau können Muttis ihre Kinder nicht pünktlich vom Kindergarten abholen…

    Warte…

    Deshalb streiken die Kindergärtnerinnen, damit sie keine Überstunden machen müssen.

  6. JM sagt:

    Ich frage mich immer, wovon oder von wem sich diese jungen äh Damen bedroht fühlen? So ne normal arbeitende Durchschnittsfrau rennt mit ihren Kindern dort nicht mit oder? Ich seh zumindest keine.

  7. MoMo sagt:

    Und Kilometerlange Staus, bei Benzin über 2 €/Liter (Facepalm)

    • Jagar Gips sagt:

      Wenns doch nur Alternativen gäbe.

      • JS sagt:

        Ins Umland sogar Busse. Ach halt. Die stehen zwischen den Autos im Stau. Doof jetzt.

        • Jagar Gips sagt:

          Hm. Bus und Auto gleichzeitig fahren – damit solltest du irgendwo auftreten.

          • JS sagt:

            Nochmal nur für dich. Es soll tatsächlich schon vorgekommen sein, dass eine Straße gleichzeitig von Autos und Bussen benutzt wurde. Der Stau betrifft sogar beide Fortbewegungsmittel gleichzeitig. Wie man jedoch gleichzeitig Auto und Bus fährt, bleibt dein Geheimnis. Das steht auch nirgends.

          • Jagar Gips sagt:

            Dann kennst du wohl die Bedeutung von „Alternative“ noch nicht. Naja, wird schon noch.

          • JS sagt:

            Da ins Umland keine Straßenbahn fährt, Alternative zu Auto = Bus. Bus fährt auf Straße. Stau = stehender Bus.
            Also doch Hubschrauber. Ok.

          • Jagar Gips sagt:

            Das Auto fährt ja dann nicht, oder doch? Das ist die Frage von Anfang an. Nun stell dir vor pro Bus (35 Sitzplätze) fahren 10 Autos weniger. Weißt du, wodurch Stau entsteht?

          • JS sagt:

            In diesem Fall durch demonstrierende Pseudofrauenrechtlerinnen.
            Darum geht es ja gerade. Also ist mir völlig egal in welchem „straßennutzendem“ Fahrzeug ich sitze. Es steht.

          • Jagar Gips sagt:

            Lass los. 24h Stunden Stau sind einfach genug.

  8. EinWestdeutscher sagt:

    Wegen solchen Menschen musste ich die halbe Stadt umfahren. Sinnlos wie man so ne Demo über die Hochstrasse hat zur Rush Hour genehmigen kann.

  9. 𝕽𝖊𝖒𝖚𝖘 𝕷𝖚𝖕𝖎𝖓 sagt:

    Nur mal so am Rande. Warum sagen Frauen eigentlich ständig: »Ich will einen starken Mann«? Bricht in solchen Augenblicken etwa der tierische Instinkt in ihnen durch? Bricht er nicht immer dann durch, wenn unsere besseren Hälften, von einem aggressiven zügellosen Wunsch getrieben werden, um ihre Geschlechtsgenossinnen hinsichtlich des Konsums zu übertreffen? Können all die Schönen (und auch Häßlichen) nicht zum Despoten werden, wenn sie nicht sofort bekommen, was ihnen gefällt? Und wehe ihr Eigentum, der Mann, liest ihnen nicht auf der Stelle all ihre Wünsche von ihren Lippen ab und unterwirft sich, um sie zu erfüllen. Infolgedessen gibt es in der globalen Biosphäre eine ökologische Krise. So betrachtet sollten wir Männer es sein, die sich für das Ende unserer sexistischen Diskriminierung stark machen! Nieder mit dem geheimen Matriarchat. Seien wir starke Männer. Sie wollen es so.
    PS: Herzlichen Glückwunsch zum Frauentag Mädels.

  10. halle 1.0 sagt:

    mitten im berufsverkehr.gehts noch???? auf der hochstraße. toller stau.

    • Hach sagt:

      Wenn du 16:53 Uhr auf der Hochstraße im Stau stehst, hat das nichts mit der Demo zu tun.

      Aber du stehst gar nicht in der Hochstraße im Stau, stimmts? Du hast wahrscheinlich nicht mal einen Beruf, zu dem du verkehren könntest. Du bist nur ein arme Suppe mit Internetzugang. Mehr nicht.

      • halle 1.0 sagt:

        alter ich habe von zu hause geschrieben. nicht während der fahrt.
        und ich bin im schichtdienst du assi.
        lass uns mal im dunkeln treffen……

        • Hach sagt:

          Wenn du Schicht im Dunkeln hast, warst du auch vor 16:53 Uhr nicht auf der Hochstraße im Stau. Du bist ein kleiner Lügner.

  11. Licht sagt:

    Wir wollen ein Leben ohne Gewalt gegen queere,nicht-binäre, trans*, inter* und a_gender Menschen!
    Ja, wer hört nicht täglich von der Gewalt gegen diese Menschen.
    Und Gewalt gegen Frauen…ja da gibt’s schon einige denen man dies vorwerfen kann. Aber da muss man dies auch in anderen Sprachen aufschreiben…

    • 10010110 sagt:

      Ja, wer hört nicht täglich von der Gewalt gegen diese Menschen.

      Naja, das fängt schonmal bei der sehr subjektiven Definition von „Gewalt“ an. Überempfindliche Schneeflöckchen empfinden es schon als Gewalt, wenn jemand nicht sofort unausgesprochen ihre momentan gefühlte Geschlechtsidentität erahnt. So ähnlich wie diverse linke Gruppierungen schnell von Polizeigewalt sprechen, wenn sie bei einer Sitzblockade weggetragen werden.

  12. jihhha sagt:

    @halle 1.0 genau zeigs jetzt HALLLE und ziehe weit weit weg….

  13. Statistik sagt:

    Femizide kommen viel seltener vor als Morde an Männern. Wenn es hier sexistische Diskriminierung gibt, dann nicht zu Lasten der Frauen.

    • Fragjanur sagt:

      Hast du schon mal mit einer Frau gesprochen (außer mit Mutti)?

    • Hahaha sagt:

      Gibt es für deine Behauptung eine Statistik? Ich denke kaum. Da man anders herum ja die Gewalt von Frauen und Männern betrachten müsste. Deine Behauptung mit Mord an Männern bezieht ja sicher auch den Mord von Männern an Männern ein. Und das ist dann wohl kaum mit Femiziden gleichzusetzen.

      • Statistik sagt:

        Warum zählt der Mord von Männern an Männern nicht? Sind wir auf einmal heteronormativ, wenn es uns gerade in den Kram passt? Frauen können Frauen diskriminieren und Männer können Männer diskriminieren.
        Nicht diskriminierende Mörder würden, unabhängig vom eigenen Geschlecht, Frauen und Männer gleich häufig töten. Das ist offensichtlich nicht der Fall.

        Und nun sag bitte nicht, dass die Männer es „provoziert“ haben und „selbst schuld“ sind, wenn sie öfter Opfer von Tötungsverbrechen werden.

  14. AKI sagt:

    Ein und dass selbe Klientel. Alle gleich angezogen, alle mitteilungsbedürftig, Selbstdarsteller und Opferkultur in einem. Keine Vielfalt, keine Toleranz. Nur kämpfen!
    Schrei nach Liebe!

    Sexistische Diskriminierung? Ihr werdet einfach nicht beachtet. Niemand will mit euch zutun haben, ihr seid nur unter euch. Da wird es sehr einseitig und der Hass auf alles Fremde wird immer größer.

    Auclert würde sich im Grabe drehen, wenn sie den heutigen Feminismus sieht. Feminismus tut euch selbst nicht gut.

    • Fragjanur sagt:

      Was tust du nun?

    • Maria-Clarice sagt:

      Amen.

    • AKI gefährliches Halbwissen sagt:

      @AKI-Netter Versuch!Einfach einen Namen einer Feministin in den Raum werfen und den Anschein erwecken, du hättest Ahnung.Wofür hat sie sich denn eingesetzt?

    • Hahaha sagt:

      „Ihr werdet einfach nicht beachtet. Niemand will mit euch zutun haben, ihr seid nur unter euch. Da wird es sehr einseitig und der Hass auf alles Fremde wird immer größer.“

      Kann man dann eins zu eins auch auf dich übertragen?!

  15. fthread sagt:

    Was für ein ungelaublicher Schwachsinn.

  16. Oh Herrlicher sagt:

    Haben die mit Kochtöpfen und Quirl den Takt geschlagen beim Marschieren?Oder den Kochlöffel geschwungen?

  17. Herr Fuchs sagt:

    Also ich stand nicht im Stau – auch hier ist die Richtung entscheidend. Hab die Demo gesehen und für gut und wichtig befunden. Bei dem Großteil der hier abgesonderten Meinungen bestätigt sich das nochmals.
    Der Frauentag war, ist und bleibt (wohle leider noch länger) ein Kampftag für Frauen und immer mehr auch für alle Menschen mit anderer geschlechtlicher Identität als einer Männlichen.
    Und Jungs, wenn ihr euch dadurch bedroht fühlt, liegt das mehr an euch als an den Kämpfer*Innen.

  18. Ach verpipsch sagt:

    Erinnert mich an FFF ,die in die Jahre gekommen sind. Morgen wird wieder nach CO2 Reduktion geschreien.Warum steckt man das weibliche Geschlecht immer in rosa ,pink und lila ?

  19. 10010110 sagt:

    Was ist denn eigentlich „a_gender“?

  20. Vje sagt:

    Was sind denn da für luschen unterwegs

    • Vje Held des Tages sagt:

      @Vje-Das passende Bild für ne Lusche siehst Du, wenn Du in den Spiegel schaust!

  21. Maria45 sagt:

    Vor den Blaustrümpfen erzittern die Männer in der Genehmigungsbehörde und genehmigen den Demo-Zug über die Hochstraße.

  22. Hw sagt:

    Eine richtige Frau läuft da nicht mit, nur etliche die sich nicht respektiert sehen.

  23. BR sagt:

    Ihr habt doch echt nen Sockenschuss, Verkehr lahm zu legen!! Findet euch doch erst mal, wer ihr eigentlich sein wollt, im Ausland, hier oder anderswo.
    Beschäftigt euch damit, was der „Internationale Frauentag“ bedeutet!!! Ihr müsst Diesen nicht neu erfinden!!!

  24. BR sagt:

    Feministische Bündnis 8. März Halle“. In diesem Bündnis sollen bisherige feministische Kämpfe gebündelt werden.
    🤦‍♀️🤦🤦‍♂️
    „…. gebündelt werden..“
    Herzlichen Glückwunsch, zum Internationalen Frauentag, wenn auch verspätet

  25. Sideshow Bob sagt:

    Meine Mama freut sich über Nettigkeiten am Muttertag (den zweiten Sonntag im Mai), der Internationale Frauentag‘ ist ihr viel zu sozialistisch in Erinnerung, diese Zeiten will sie nie mehr zurück.

  26. Ohwe sagt:

    An die Schlafschlafmützen unter den Demonstranten, Patriarchat gibt’s hier im Osten schon lange nicht mehr! Ihr solltet mal in die Wirklichkeit zurückkommen

    • Ohje sagt:

      @Ohwe-Das kannst du wodurch belegen und ab welchem Zeitpunkt gab es kein Patriarchat mehr?Dann hilf mir mal in die Wirklichkeit.Bin echt gespannt!Das sich manches gebessert hat, steht außer Frage.

    • Hahaha sagt:

      Statistik?

      Allein Stichwort Gender Pay Gap widerlegt deine Behauptung.

  27. Tommi sagt:

    Feministische Außenpolitik??? Da bekommt Wladimir aber Angst. 🤣

    • Lesen bildet sagt:

      @Tommi-Außenpolitik hat ausschließlich mit Angst einflössen zu tun.Das passiert, wenn der Horizont von Wand bis Tapete geht.Wow du bist ein Knaller!

  28. Holdrio sagt:

    Was soll der Mann dann noch lieben wenn an Feministinen nichts mehr feminin ist?

  29. Jim Knopf sagt:

    Liebe Gemeinschaft.
    Ich schreibe hier oft rassistische, antifeministische Scheiße in die Kommentare. Es tut mir leid und ich will mich bessern. Euer Jim Knopf