Dicke Luft in Halle (Saale): Hochdruckwetter und Winterkälte erhöhen die Feinstaubwerte

Die Feinstaubbelastung der Luft ist durch das derzeitige Wetter stark gestiegen. Die Messdaten des Lufthygienischen Überwachungssystems Sachsen-Anhalt (LÜSA) zeigen in den letzten Tagen überall deutlich erhöhte Werte. Der EU-Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen an fast allen Messstationen im Land überschritten. Der Tagesgrenzwert darf höchstens 35 Mal im Jahr überschritten werden.

Den höchsten Wert in Sachsen-Anhalt verzeichnete Bernburg mit 101 Mikrogramm pro Kubikmeter, gefolgt von Stendal und Halle mit jeweils knapp 100 Mikrogramm. Selbst an abgelegenen Stationen wie der Waldmessstation Zartau in der westlichen Altmark (67 µg/m³) und in Unterharz/Friedrichsbrunn (71 µg/m³) wurde der Grenzwert überschritten.

Erste Überschreitungen traten deutschlandweit bereits Mitte letzter Woche vor allem an Verkehrsknotenpunkten auf. In den folgenden Tagen stiegen die Werte kontinuierlich. Am Samstag überschritten 176 Messstationen in Deutschland den EU-Tagesgrenzwert.

Die aktuelle Situation ist die Folge einer hohen allgemeinen Luftbelastung, verursacht durch die Hochdruckwetterlage, schwachen Wind und ausgeprägte Temperaturinversionen, bei denen kühlere Luft am Boden von wärmeren Luftschichten überlagert wird. Die Winterkälte erhöht den Energiebedarf und damit die Emissionen aus lokalen Quellen wie Kfz-Verkehr und Heizungen mit Festbrennstoffen.

Durch die Niederschläge in der Nacht zum Montag sanken die Feinstaubwerte deutlich. Je nach Wetterentwicklung muss jedoch in den kommenden Tagen mit weiteren Überschreitungen und anhaltend hoher Belastung gerechnet werden.

Aktuelle Informationen zur Luftqualität in Sachsen-Anhalt gibt es stündlich aktuell bei:

• Umweltportal Sachsen-Anhalt (https://umwelt.sachsen-anhalt.de/luesa)

• oder mit der LÜSA-APP direkt auf das Mobiltelefon.

Tabelle: Höchste Luftbelastung PM10 in µg/m³
im Zeitraum 23.-25.01.2026

OrtPM10
in µg/m³
Bernburg101
Stendal97
Halle95
Burg86
Dessau-Roßlau86
Wittenberg87
Aschersleben85
Weißenfels84
Magdeburg83
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13 Antworten

  1. Zeh Oh Zwei sagt:

    Seit wann bringt kaltes Wetter Feinstaub mit sich? Kann mich mal jemand aufklären?

  2. Tom sagt:

    Der Feinstaub kennt eben keine „Grenzen“.

  3. Panikattacke sagt:

    Auweia. Müssen wir alle sterben? Gibt es schon Luftschutzkeller?

  4. Halunke sagt:

    Wer lesen kann, ist im Vorteil. Wie die hohen Feinstaubwerte entstehen (Inversionswetterlage plus Windstille plus erhöhtes Heizverhalten wegen der Wintergärten, zuzüglich Autoabgase und Feinstaub aus der Industrie, teils auch aus Polen und Tschechien kommend…) wurde in diesem Artikel gut erklärt, finde ich. Und ich finde es gut und wichtig, dass darüber berichtet wird, wenn die Luft, die wir atmen, tagelang sehr schlecht ist. Besonders wichtig ist das für Kinder, Ältere und Vorerkrankte, die sich dann möglichst wenig draußen aufhalten sollten, nur die nötigen Wege und gleich nach Hause. Die Gesundheitsschäden machen sich nämlich oft erst langfristig bemerkbar. Dieser Artikel hilft, das Bewusstsein dafür zu schärfen, jedenfalls jedem die Chance dazu zu geben. Danke, Dubisthalle-Team!

  5. Halunke sagt:

    Ich hatte einen Tippfehler in meinem Kommentar: Statt „Wintergärten“ meinte ich natürlich „Winterkälte“.

  6. Dr. Staube sagt:

    Feinstaub? Was es nicht alles gibt.
    Gibt es auch feine Luft und grobe Luft?

  7. Aluhutträger sagt:

    Wer es glaubt

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