Ehemalige politische Gefangene der DDR treffen sich in Halle

Vom 22. bis 23. September findet im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle (MMZ) das traditionelle Treffen ehemaliger politischer Gefangener der Diktatur in der SBZ/DDR statt, diesmal zum Thema „Zwischen KSZE-Prozess und verschärfter Verfolgung. Die Bürgerrechtsbewegung im SED-Staat der 1970er- und 1980er-Jahre“.

In diesem Jahr jähren sich zwei programmatische Aufrufe der DDR-Friedens- und Bürgerrechtsbewegung – das „Querfurter Papier“ von 1977 und der „Berliner Appell“ von 1982. Bekanntermaßen reagierte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der Absicht, jeden Keim von Kritik zu unterdrücken, mit Inhaftierung der Initiatoren.

Am ersten Veranstaltungstag referiert Wolfram Tschiche (Badingen) über die DDR im KSZE-Prozess. Anke Silomon (Berlin) lenkt den Blick auf die Diskussion über eine Alternative zu dem von vielen DDR-Bürgern abgelehnten Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee, den Sozialen Friedensdienst. Als Mitverfasser des „Querfurter Papiers“ diskutiert Lothar Tautz (Erkner) über die Aktualität der 1977 formulierten Eckpunkte.

Am zweiten Veranstaltungstag trägt Niklas Poppe (Halle) zu Inhaftierungen des MfS als Reaktion auf die Friedens- und Bürgerrechtsbewegung vor. Als Betroffene derartiger Repression reflektieren Matthias Muth (Delitzsch) und Jürgen Schmidt (Halle) das Agieren der DDR-Sicherheitsbehörden im Falle einer Totalverweigerung des Wehrdienstes. Zudem referiert Rainer Eppelmann (Berlin) zum von ihm mitverfassten Berliner Appell, bevor er selbst mit zwei anderen Akteuren der unabhängigen Friedens-, Umwelt- und Bürgerrechtsbewegung, Heidi Bohley (Dresden) und Matthias Waschitschka (Halle), auf dem Podium diskutiert.

Das Halle-Forum 2022 wird per Livestream im Internet öffentlich zugänglich gemacht. Der Zugangs-Link steht auf der Website der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) unter https://gedenkstaette-halle.sachsen-anhalt.de/ zur Verfügung.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt/Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, dem Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V., der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e. V. und der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V./Politisches Bildungsforum Sachsen-Anhalt.

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13 Antworten

  1. Hallo sagt:

    „Ehemalige politische Gefangene der DDR treffen sich in Halle“
    Und aktuelle politische Gefangene der BRDDR treffen sich im Roten Ochsen in Halle?

  2. Hansi sagt:

    Die DDR sah sich laut Eigenname als demokratisch an, die BRD nannte sie lediglich „sogenannte demokratische Republik“ und nach dem Beitritt der DDR hieß sie nur noch Diktatur und Unrechtsregime. Wenn heute doch das demokratische Selbstverständnis der BRD mit der Wirklichkeit konfrontiert und auf die offensichtlichen Parallelen zur DDR hingewiesen wird, dann jaulen alle auf.

    • Hallo sagt:

      Du sollst nicht vergleichen, weil die Büttel da gleichsetzen hören wollen.
      In vorsätzlich gespielter Dummheit(?) Gleichberechtigung mit Gleichsetzen verwechseln. Da möchte man doch gerne mit dem Einkommen der Fernseh-Intendanten gleichgestellt werden.

      Nachdem Fernsehen ohne Strom-Kabel bei der Tagesschau, fürchte ich allerdings um die Intelligenz.

    • 10010110 sagt:

      Es jaulen nur die auf, deren absurde, eigenmächtig mit illegitimen Mitteln durchgesetzte Minderheitenmeinung zu Recht keine Beachtung findet und denen mit rechtsstaatlichen Maßnahmen Einhalt geboten wird.

    • Hans G. sagt:

      Klar „jault“ man da auf. Selbst Hauptschüler können die Unterschiede verstehen und dann gibt es Leute die noch dümmer sind. So viel Dummheit erträgt man eben schwer.

      Für deutlich weniger Kritik ging es früher zur Strafarbeit Richtung Mansfeld. Mit Pech auch mal nach Leipzig.

  3. Observer sagt:

    Da tauchen wieder Ladenhüter auf.

  4. Tom Koch sagt:

    „zu dem von vielen DDR-Bürgern abgelehnten Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee“

    soso

    Wie hoch war denn prozentual jährlich die Zahl der Verweigerer des Dienstes an der Waffeund der Totalverweigerer?

  5. TÜT EK 81 sagt:

    Das waren nur wenig Drückeberger. Die haben dann eben Spaten auf ihren Schulterklappen gehabt und damit ihren Dienst fürs Vaterland geleistet!