ERINNERN ist Heimat: Theaterinstallation „Opferpopp 2.0“ fragt nach verschwundenen Biografien in Halle

Mit der Premiere von »Opferpopp 2.0 – Ein Requiem« setzt die Theaterreihe »ERINNERN ist Heimat« ab dem 5. März 2026 ihre künstlerische Auseinandersetzung mit jüngerer Zeitgeschichte fort. Die begehbare Theaterinstallation im nt-Schaufenster des Thalia Theater Halle bildet den zweiten Teil der Reihe – nach dem choreografierten Schauspiel »Und nächsten Mittwoch?«, das seit Oktober 2025 im neues theater Halle zu sehen ist.

An zwölf Abenden zwischen dem 5. und 22. März 2026 verwandelt sich das nt-Schaufenster in das »Klubhaus Kluth« – eine begehbare Theaterinstallation, die Ausstellung, Clubraum und Spielort zugleich ist. Das Publikum bewegt sich frei im Raum, hört Musik, tanzt, erlebt Performances, sieht Videos, klickt sich durch eine digitale Datenbank, kommt an der Bar ins Gespräch oder hinterlässt eigene Spuren. Eine klassische Bühne gibt es nicht. Jede und jeder entscheidet selbst, wie tief das Eintauchen in diesen Erinnerungsraum sein soll.

Ausgangspunkt des Projekts ist das Theaterstück »Opferpopp« aus dem Jahr 2007 – eine Produktion des Thalia Theaters Halle mit jugendlichen Laiendarsteller*innen. Damals erzählten sogenannte „Problemkinder“ von Gewalt, Vernachlässigung, medialer Dauerpräsenz und dem Gefühl, von Eltern, Stadt und Gesellschaft vergessen worden zu sein. Fast zwanzig Jahre später suchen Regisseur Mirko Borscht und Videokünstler Hannes Hesse nach den Spuren dieser Jugendlichen – und stellen die Frage, was aus ihnen geworden ist.

»Opferpopp 2.0 – Ein Requiem« versteht sich als „Denkmal für die Unterschlagenen“: für Biografien, die aus dem öffentlichen Blick verschwunden sind, für Brüche und Verluste – und für das Weiterleben danach. Jeder Abend steht unter einem eigenen thematischen Schwerpunkt und scheut keine Zuspitzung. Klischees, Zuschreibungen und Vorurteile rund um „Problemkinder“, Gewalt- und Ausgrenzungserfahrungen werden künstlerisch offengelegt, befragt und neu zusammengesetzt.

Der Abend ist jenen gewidmet, die fehlen – insbesondere Alexander Kluth, einem Protagonisten der Inszenierung von 2007, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Sein Name prägt das temporäre »Klubhaus Kluth« als Ort des Gedenkens und der Begegnung.

Das Projekt richtet sich ausdrücklich auch an junge Menschen ab 14 Jahren. Das »Klubhaus Kluth« soll ein Ort sein, der bleiben darf: als Treffpunkt und Gegenraum zu den zunehmend schwindenden öffentlichen Räumen für Jugendliche – ein Raum, in dem Erinnern, Feiern, Schmerz und Hoffnung nebeneinander existieren können.

Mit »ERINNERN ist Heimat« machen das neue theater und das Thalia Theater die Stadt Halle sichtbar: mit ihrem Engagement, ihren offenen Fragen – und ihren Wunden.

Do, 05.03.2026 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster | Premiere
Fr, 06.03.2026 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Sa, 07.03.2026 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Mi, 11.03.2026 | 19:00 Uhr | nt-Schaufenster
Do, 12.03.2026 | 19:00 Uhr | nt-Schaufenster
Fr, 13.03.2026 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Sa, 14.03.2026 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Mi, 18.03.2026 | 19:00 Uhr | nt-Schaufenster
Do, 19.03.2026 | 19:00 Uhr | nt-Schaufenster
Fr, 20.03.2026 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Sa, 21.03.2026 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
So, 22.03.2026 | 18:00 Uhr | nt-Schaufenster

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