Erneut Brand im ehemaligen LaBim – beschlossener Bebauungsplan für neues Wohngebiet am Stadtgottesacker

Seit dem Auszug des Kult-Clubs „LaBim“ steht das Gebäude unweit des Leipziger Turms leer. Immer wieder brannte es seit her, ebenso in der benachbarten leerstehenden ehemaligen Glaserei.

Am Freitagabend musste nun die Feuerwehr erneut zum Töpferplan / Gottesackerstraße aus. Dicke Rauchwolken quollen aus dem Gebäude. In unmittelbarer Nähe wurde von Polizisten ein Obdachloser vernommen. Zeugen hatten gesehen, wie er vor Brandausbruch aus dem Gebäude kam. Gegenüber den Polizisten bestritt er aber, etwas mit dem Feuer zu tun zu haben.

Des Gebäude mit seiner markanten bemalten Front, das nicht unter Denkmalschutz steht, soll abgerissen werden. Der Stadtrat hatte im Dezember den Bebauungsplan beschlossen. Rund 250 Wohnungen sind in Neubauten vorgesehen. Der Investor, die Leipziger Stadtbau AG, will nach eigenen Angaben zeitnah mit Bauen beginnen.

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29 Antworten

  1. Der Zauber der Übergangsjahre sagt:

    Ich erinnere mich gern an die Station La Bim einer Frauentagstour anfang der Nuller.
    Drinnen lief ein schwedischer Hippifilm – ich glaub „Tillsammans“ – und wir Jungs schmissen draußen vor dem Eingang schon mal den Grill an, damit nach dem Film die Steaks und Bratwürste für die Mädels fertig waren.
    Auf der Fläche zwischen La Bim und dem Stadtgottesacker fand an einem Sommerabend um die Jahrtausendwende ein astrologisch inspiriertes Planetentheater mit vielen Darstellern und großem Publikum statt.
    Die Welt war komplex. Vieles schien möglich. Das Leben hatte Platz für alle Meinungen.

    • Ralf sagt:

      Was ein ungewöhnlicher und ungewöhnlich schöner Kommentar, wo hier sonst so viel Frust abgelassen wird. Danke!

    • Bürger für Halle sagt:

      Leider sind die Jahre wohl vorbei, die Freiheit, die Möglichkeiten. Stattdessen entsteht wieder einmal ein toter und gesichtsloser Ort mit Betonklötzern. Da sich der Kapitalismus schon so in die Gemüter eingefressen hat, lassen wir uns so manches gefallen, was vor Jahren noch unmöglich schien.

    • 10010110 sagt:

      Als drinnen noch die Druckerpressen liefen, das war die beste Zeit.

    • Hexenmeister 2025Plus sagt:

      Du schreibst: „Die Welt war komplex. Vieles schien möglich. Das Leben hatte Platz für alle Meinungen.“
      Die Welt ist immer noch komplex. (Nach wie vor:) Vieles IST möglich. Das Leben hat nach wie vor Platz für alle Meinungen. Leider wird aber die Anzahl derer, die mit anderen Meinungen umgehen können, kleiner.
      UND:
      Ich stimme Raf zu … und Bettuna, die den falschen Antwort-Button erwischt hat, scheint noch nicht so richtug im neuen Jahr angekommen zu sein.
      2026 sind wir alle so was von nett, daß es schon fast unerträglich wird. Habe ich mir zumindest vom Universum gewünscht!

    • Robert sagt:

      Bei Nacht war dieser Ort gruselig .

    • So sieht's aus sagt:

      Und die Jahre des Tischtennis im warmen zur 70 zu spielen an einem Tisch… Kickern… Kino… Live Musik spontan so wie organisierte Veranstaltungen… Kultur und Sozialisierung. Leer für Umbau, steht Leer. Brennt wieder, und wieder.
      Es waren koole Zeiten !

  2. Marcel sagt:

    Schade, wieder ein markantes Gebäude weg. Ob der neue Bebauungsplan dann genauso phantasielos ist, wie das neue Quartier am Reileck?
    Leider hat die neue Version oft nicht mehr zu bieten, als eine logistische Meisterleistung. Mal sehen, ob die dann am Ende noch mit einem, wie mittlerweile leider üblich in dieser Stadt, trostlosen grauen Anstrich versehen wird.

  3. Bettina sagt:

    „Das Leben hatte Platz für alle Meinungen.“
    War das so? Klingt für mich nach einem „Früher war alles besser“. Zumindest waren die Steaks damals wohl billiger.

    • Sumpfmeise sagt:

      Ja. Das war so. Als über 60igjährige kann ich das ein wenig beurteilen. Und das liegt nicht nur daran, dass das Leben, wenn man jung und jünger ist, immer wesentlich leichter ist.
      Von einer dermaßenen Verhärtung und Spaltung, wie wir sie derzeit erleben, konnte keine Rede sein. Einfache Lösungen für komplexe Themen wurden nicht propagiert. Es wurde diskutiert, ohne zu beleidigen, auszugrenzen oder gar zu hassen. Halle war eine fröhliche Kulturstadt mit zig Facetten. Ich erinnere mich wahnsinnig gerne an diese Zeiten, auch rund um das La.Bim

      • Robert sagt:

        Die Leichtigkeit wird der jungen Generation noch zum Verhängnis werden .

      • Bettina sagt:

        Diese Zeit hat wohl jeder anders erlebt.
        Ich hatte das Glück, mit meiner Ablehnung der sowjetischen „Dauergäste“ auf wenig Gegenliebe zu stoßen. Zum „Ausnüchtern“ wurde ich von der Schule geworfen, durfte dann in einem neuen, politisch linientreuerem Klassenkollektiv die letzten Schuljahre verbringen. Kann mich an die Stasiverhöre, die erhofft geheime Fingerabdruck- und Geruchsprobenabnahme und das finale Tribunal im „Traditionskabinett“ erinnern. Aber nicht an Diskussionen.
        Dennoch möchte ich kein Stück dieser Zeit missen. Kein Stück! Bin absolut dankbar dafür, genau in dieser Zeit mit all ihren wundervollen Dingen, ihren Widrigkeiten, Freiheiten und Grenzen aufgewachsen zu sein. Und nein… es war auch nicht alles gut.:-)
        Letztlich fehlt den jungen Leuten heute einfach der Vergleich. Im Zweifel sind sie dort glücklich, wo es flächendeckend 5G gibt.

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