Europäischer Dachverband zertifiziert Hand-Trauma-Zentrum am Bergmannstrost Halle

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Der Dachverband der europäischen handchirurgischen Gesellschaften hat jüngst die Klinik für Plastische und Handchirurgie am BG Klinikum Bergmannstrost Halle als Hand-Trauma-Zentrum zertifiziert. Damit gehört das Bergmannstrost bundesweit zu den 35 anerkannten Zentren dieser Art. In Halle ist es das erste mit diesem Schwerpunkt. „Das Bergmannstrost hat in den letzten 20 Jahren die Handmedizin zu einem zentralen Behandlungsschwerpunkt aufgebaut“, erklärt Prof. Frank Siemers, Direktor der Klinik für Plastische und Handchirurgie. Für eine erfolgreiche Zertifizierung muss die Klinik unter anderem eine qualifizierte Rund-um-die-Uhr-Versorgung für Akutverletzungen nachweisen, sichergestellt durch eine Mindestzahl spezialisierter Fachärzte auf diesem Gebiet.

„Als Unfallkrankenhaus behandeln wir stationär jährlich etwa 1000 Patienten mit zum Teil schwersten Handverletzungen. Da die Hand anatomisch sehr komplex ist, müssen die Handchirurgen neben höchster Präzision eine große fachliche Kompetenz und Spezialisierung mitbringen. Die Zertifizierung ist ein Nachweis unserer hohen Qualitätsstandards und der medizinischen Expertise unserer Arbeit“, so Siemers, der selber Handchirurg ist.

Geprüft wurde die Klinik von der „Federation of European Societies for Surgery of the Hand“ (FESSH), wie der Dachverband offiziell heißt. Die FESSH hat 2007 Richtlinien für eine spezialisierte Versorgung von Handverletzungen formulierte. Zu den europaweit gültigen Vorgaben gehört ein 24h-Notfalldienst für Handverletzungen an jedem Tag des Jahres, wobei pro Tag mindestens zwei handchirurgische Eingriffe nachgewiesen werden müssen. „So ist sichergestellt, dass die Operateure sehr erfahren sind“, erklärt Prof. Siemers. Die Ärzte müssen zudem hochspezialisiert sein. Im Bergmannstrost kümmert sich neben Chefarzt Siemers ein Team von 22 Medizinern um die Patienten. Vier Ärzte besitzen die Zusatzbezeichnung Handchirurgie, davon eine Ärztin sogar das europäische Diplom.

Das Hand-Trauma-Zentrum am Bergmannstrost deckt das gesamte Spektrum möglicher Eingriffe ab. So ermöglicht der Einsatz mikrochirurgischer Techniken die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen. Zu den anspruchsvollsten Eingriffen gehört das Wiederanfügen abgetrennter Gliedmaße bis hin zur ganzen Hand. Für diese Fälle sichert ein 24-Stunden-Replantationsdienst die überregionale Versorgung. Auch Eingriffe bei degenerativen Veränderungen oder langwierigen Verletzungsfolgen gehören zum Leistungsspektrum der Klinik.

Besondere Expertise besitzt das Bergmannstrost auch in der speziellen handtherapeutischen Rehabilitation: Betroffene Patienten erhalten nach der Akutbehandlung ein intensives und individuell abgestimmtes Programm aus Physio-, Ergo- und Trainingstherapie, das nach einer Handverletzung einen kontinuierlichen Behandlungserfolg sichert.

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