Mehr als eintausend Teilnehmer bei Feministischer Demo in Halle

Unter dem Motto „Für eine gerechte, sichere und tolerante Welt! Kein Feminismus ohne Antifaschismus! Gemeinsam gegen rechte Hetze und das Patriarchat!“ fand am Freitagnachmittag eine feministische Demonstration in Halle (Saale) statt. Mehr als eintausend Teilnehmer waren dabei. Gerufen wurde unter anderem „Kein Macker, kein Staat, kein Patriarchat“ oder „My Body, My Choice“.

Man sei “für eine offene, gleichberechtigte, selbstbestimmte, sichere und antirassistische Politik und Gesellschaft”, so Rednerin Lucy. “Für die Rechte von FLINTA* weltweit! Für Menschlichkeit! Wir wollen den Feministischen Kampftag aber als mehr als ein isoliertes Ereignis verstehen, denn Feministischer Kampftag ist jeder Tag!” Es brauche ein “kontinuierliches Engagement gegen rechte Hetze und Menschenfeindlichkeit, das heißt: aktive Positionierung, Widerspruch und Konfrontation aller Beteiligten.” Man müsse sich den eigenen Privilegien bewusst werden und aktiv gegen rechte und diskriminierenden Äußerungen positionieren. “Wir brauchen den Aufbau einer aktiven Brandmauer gegen rechte Narrative, insbesondere in unseren eigenen Parteien.” Gefordert werde der “Schutz der marginalisierten Menschen und ihrer Lebensbedingungen statt staatlicher Repression.” Antisemitismus und (antimuslimische) Rassismus dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. “Wir fordern einen Antifaschismus, der sich nicht von menschenfeindlichen Diskursen vereinnahmen lässt.” Auch fordere man bessere Bedingungen für bezahlte und unbezahlte Care- Arbeit. Zudem müssten Femizide klar als solche benannt werden und auf politischer Ebene bekämpft werden. So werde in Deutschland jeden dritten Tag eine Flinta Person aufgrund ihres Geschlechtes umgebracht. “Jeden dritten Tag. So darf es nicht weitergehen! Wir brauchen sicherere Orte für Flinta Personen! Für eine gerechte, sichere und tolerante Welt! Kein Feminismus ohne Antifaschismus! Gemeinsam gegen rechte Hetze und das Patriarchat!”

Pia und Hannah vom Walk of Care Halle widmeten sich dem Thema Medizin und Pflege, forderten eine Gleichberechtigung im Gesundheitswesen. “In unserer Traumwelt haben alle die gleichen Aufstiegschancen, egal welchen Geschlechts oder welchen Aussehens. In unserer Traumwelt gibt es keine chauvinistischen Sprüche am OP-Tisch, am Patient:innenbett oder im Pausenraum. In unserer Traumwelt ist der Chefarzt oder anders gesagt der sogenannte „Gott in Weiß“ nicht unbedingt männlich.” Der Großteil des Gesundheitspersonals ist weiblich, in der teilstationären Pflege zum Beispiel 84% und in der ambulanten Pflege sogar 86%. Doch in Führungspositionen haben Frauen keine Mehrheit. Nur 36,7% der Führungspositionen seien von Frauen besetzt. Die ärztlichen Chefetagen bleiben zur Zeit noch überwiegend männlich. Nur jede 10. Chefposition ist hier in nicht männlicher Hand. “Und deswegen stehen wir heute auf der Straße, damit bald auch Flintapersonen am OP-Tisch die Musik mitbestimmen. Damit wir uns in 10 Jahren keine Sprüche von chauvinistischen Chefärzten, Patient:innen und Kolleg:innen mehr anhören müssen. Damit alle Menschen, die vom Patriachat unterdrückt werden, endlich eine gleichberechtigte Aufstiegschance im Gesundheitssystem bekommen! Keine Pflege ohne Feminismus. Kein Feminismus ohne Antifaschismus.”

Sahra von DaMigra, dem Dachverband der Migrantinnenorganisationen, sagte, man wolle die Interessen und Anliegen von Frauen mit Flucht- und/oder Migrationsgeschichte in Politik, Öffentlichkeit, Medien und Wirtschaft sichtbar machen. “Auch innerhalb feministischer Bewegungen: denn migrantische und migrantisierte Frauen sind auch hier noch viel zu unterrepräsentiert.” Mit Sorge blicke man auf die anstehenden Landtagswahlen in mehreren Bundesländern. Schon lange warne man vor einem Rechtsruck. “Doch als migrantische Perspektive werden wir bisher nicht gehört und miteinbezogen! So auch nicht bei der Lösung der sozialen Fragen. Denn die sozialen Ungerechtigkeiten, die der AfD Rückenwind geben, sind eindeutig mit feministischen und antirassistischen Kämpfen verbunden.” Rechte und rassistische Hetze würden Hand in Hand mit antifeministischem und frauenfeindlichem Gedankengut einhergehen. Dieses sei zentraler Bestandteil dieser Ideologien. “Es zeigt sich im konservativen Familienbild, in der Anti-Gender-Logik, der Transfeindlichkeit, der Beschränkung von körperlicher Selbstbestimmung.” Antifeminismus verhindere die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen, trage zu ihrer Unterrepräsentation bei und gefährde die vielfältige Gesellschaft. Doch auch die etablierten Parteien würden die Agenda von Rechtspopulisten stärken, “indem sie rechtes Vokabular übernehmen und Themen wie Migration, Flucht oder Gleichstellung selbst aufgreifen und negativ aufladen. Damit machen sie die unmenschlichen Positionierungen erst sagbar. Das ist brandgefährlich für Betroffene, deren Vielfachbelastungen sich so verschärfen.” Die Ampelregierung müsse aufhören, der AfD den Boden zu bereiten “und endlich eine faire Politik zur Lösung der sozialen Frage in unserem Land macht! Wir fordern: Setzt jetzt & hier eure eigene Agenda! Und setzt dabei eine intersektionale Perspektive in den Fokus. Das bedeutet auch, uns mit an den Tisch zu holen und wirklich mitbestimmen zu lassen.”

Auch eine Gruppe von Eltern meldete sich zu Wort. Gefordert wurde zum Beispiel ein Sondervermögen für Kitas, um mehr und diverseres pädagogisches Personal zu gewinnen.  Es brauche mehr Mittel für die Kindergrundsicherung und die Entlastung wirtschaftlich benachteiligter Familien. “Familie und Elternschaft ist vielfältig! Deswegen fordern wir, dass die entsprechenden Erziehungspersonen der Kinder auch gesetzlich als diese anerkannt werden – ohne langwierige Prüfverfahren und unabhängig von richterlichen Entscheidungen.”

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56 Antworten

  1. Martin sagt:

    Super! Sinnvolle Demo! Das ist die Zukunft! Zeigt es den ewiggestrigen Holzköpfen! Ohne starke Frauen geht nichts!

  2. JM sagt:

    Ulkigerweise unterstützen gerade diese Frauen oft beruflich Bevölkerungsgruppen, die das Patriarchat offen leben, Frauen unterdrücken, Mädchen und Jungen strikt trennen etc. Schon interessant.

    • Macht kein Sinn sagt:

      Also in deiner Aussage gibt es nicht mal ansatzweise ein Beispiel oder Beweis, warum das so sein sollte.
      Genauso hätte du schreiben können, der Mond ist aus Käse, Punkt.

      • Matze sagt:

        Wenn du nachgedacht hättest, dann hättest du den Sinn erkennen können. Aber selbstständiges denken wird ja verboten und nur die Meinung der links-grünen Minderheit nach geblökt.

        • Umgeschaut sagt:

          Das mit dem selbständigen Denken solltest du aber nochmal üben… Das geht nämlich anders.

          • Matze sagt:

            Du hast es leider nicht gelernt. Ist halt nicht jedem in die Wiege gelegt.
            Wird auch nichts mehr bei dir.

      • JM sagt:

        Ist er ja auch

      • Sylvia Mond sagt:

        Ach ich habe mal wieder meine ehemalige Klassendingsbums auf den Bildern erkannt. Welche regelmäßig Bettlaken mit Sprüchen wie: Open borders aus ihrer Bude raushängt.
        Also das Patriarchat ist Käse.

  3. ich sagt:

    Demonstrant:innen! 😉

  4. Toleranter sagt:

    Soso, man ruft also „My body, my choice “
    Das sind doch die gleichen, die für eine Impfpflicht waren. Finde den Fehler.

    Lustig auch die Nummer „Für … ein tolerante Welt“ und dann folgen Ausschlüsse in dieser Reihenfolge: kein XXX, gegen XXX, kein XXX, kein XXX, kein XXX“ Genau so stelle ich mit Toleranz vor.

  5. Brünette sagt:

    Geht es uns Frauen in Deutschland so schlecht? Ich bekomme beim Lesen dieses Artikels den Eindruck, wir Frauen werden in unserem Land unterdrückt. Das empfinde ich überhaupt nicht so. Reicht es nicht allmählich mal mit solchen Demonstrationen? Was wollen diese Frauen eigentlich?

    • t-haas sagt:

      Warum, bist du persönlich davon eingeschränkt, oder geht es dir nahe, daß du auch von den Bedingungen betroffen bist und dich (noch) nicht wehrst? Merke: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.

    • PalimPalim sagt:

      Informieren…Bürger*innenpflicht!(vor allem selber!)
      Wenn du dich wohl fühlst…alles fein!
      Von sich auf andere schließen…richtig gagge!

    • PalimPalim sagt:

      Wegen Typen wie dir!

    • Tom sagt:

      Haben wir denn keine echten Probleme in diesem Land? Ich höre und lese nur noch das wir toleranter werden müssen und die ganze Welt retten sollen. Ganz ehrlich,ihr geht mir auf die Nerven!! Kommt mal langsam klar und lebt in der realen Welt mit Ecken und Kanten! Wo sind denn die Schilder gegen Linksextremismus? Ist es okay wenn Linksextremisten schwere Straftaten begehen? Nein,ist es nicht!! Und ihr könnt doch sein was ihr glaubt sein zu wollen, schwül,lesbisch,bi und was weiß ich was es noch alles gibt! Seit wer ihr wollt aber hört auf es permanent anderen Menschen aufzwingen zu wollen, weil das führt nicht dazu das mehr Toleranz entsteht sonder ganz einfach das Gegenteil!

  6. Klara sagt:

    @ Toleranter:
    Welche Menschen werden denn durch solche Sprüche ausgeschlossen?

  7. Detlef sagt:

    2024 wird als das Jahr der Demonstrierenden in die Geschichte eingehen

  8. JEB sagt:

    Wo waren denn diese ganzen solidarischen usw. usf. Feministinnen z.B. nach den Machoübergriffen in Köln?

  9. Erna sagt:

    Früher wurde der Frauentag gefeiert.
    Heute wird demonstriert.

    Man oh Man

    • Hm. sagt:

      Definiere „früher“.

    • PalimPalim sagt:

      Es ist halt nicht mehr der Frauentag, wie du ihn kennst…warum wohl?
      Weil es Frauen (außer du…) satt haben, einmal im Jahr stinkende Schnittblumen zu bekommen und den Rest des Jahres schlechter behandelt zu werden, als eben diese Geschenke….

      • Tom sagt:

        @ PalimPalim:du findest dich wichtig mit deiner unanfechtbaren Meinung! Das du dir einen Namen wie „PalimPalim“gib’st der von Didi Hallervorden,der Gendern und dieser ganzen Diskusion absolut nix hält(zu recht), lässt dich und deine „Meinung“ ziemlich dämlich aussehen! Seid was ihr wollt aber zwingt es nicht allen auf

        • PalimPalim sagt:

          Hihi…was ein witzloses Argument…
          Wenn ich jetzt in Wahrheit Dieter heiße, darf ich gar nix mehr sagen???
          Und jaaa …zemiemlich klar, dass ein seniler, alter, weißer Mann nichts von gendern (wird übrigens klein geschrieben…Deutsche Sprache und so…)
          hält…was mir aber sowat vom Wumpe ist…
          So, jetzt kommst nochma rein…also zur tür…oder kauf dir ne Flasche 🍟

          • Nieder mit der Sprache sagt:

            Substantivisch gebrauchte Verben sind auch so eine Erfindung alter weißer Männer.

        • PalimPalim sagt:

          Was zwing ich dir auf?? Wie du den Feministischen Kampftag zu feiern hast oder wat? Wie kann Mensch sein wie ersiees will, wenn es Menschen wie dich gibt…die Angst um ihren kleinen(?) Schniedel haben nur weil andere aufbegehren ?

  10. Peter sagt:

    Gender Pay Gap
    Gender Care Gap

    Liebe Frauen, niemand zwingt euch einen Job anzunehmen, den ihr als zu schlecht bezahlt empfindet, niemand zwingt euch mit einem Partner zusammen zu leben, der die ganze Care Arbeit auf euch abwälzt.

    • Umgeschaut sagt:

      Bist auch so ein Dummfaseler, der sich selbst geistig in der Sackgasse befindet und nicht ändern will.
      Vlt. mal nachlesen, was „intrinsische Motivation“ bedeutet…

  11. Jan sagt:

    Pia und Hannah vom Walk of Care Halle widmeten sich dem Thema Medizin und Pflege, forderten eine Gleichberechtigung im Gesundheitswesen….bei mir in der Pflege sind einfach zu wenig männliche Kollegen…das ist Diskriminierung !!!

    • Fred sagt:

      Dann solltestr du dich dringendst dafür einsetzen, daß die Pflege besser bezahlt wird. Dann kommen auch vlt mal Pfleger ans Bett.

    • Franz2 sagt:

      Könnte es vielleicht sein, dass männliche Bewerber in bestimmten Berufen nicht erwünscht sind oder systematisch diskriminiert werden ? Könnte es sein, dass das ständige Männer-Bashing zu einer gegensätzlichen Reaktion führt ? Ernstgemeinte Fragen.

  12. Prognose sagt:

    Wo waren denn MeeToo und diese ganzen Feministinnen nach den barbarischen Vergewaltigungen und Morden an Jüdischen Frauen am 7. Oktober ??
    Selektiver Feminismus ist abstoßend. Jüdische Frauen zählen nicht!!

  13. Johann sagt:

    Was für eine Show. Für die wirklich unterdrückten Frauen – die entführten Israelischen Geiseln der Hamas, Millionen verfolgte christliche Frauen in Afrika, von islamisten missbrauchte Mädchen etc. Interessieren die sich gar nicht. Ja auch hier gibt es Unrecht gegen Frauen. Aber „das Patriarchat“? Das ist ein leerer Kampfbegriff, und letztlich ein Pappkamerad

    • JM sagt:

      Absolut auf den Punkt!

    • PalimPalim sagt:

      Schrieb JOHANN…(männlich, weiß(?), bildungsfern(!)…)
      Du hast ‚Basta‘ vergessen…

      • Franz2 sagt:

        Neben „Patriachat“ kommt natürlich noch der Kampfbegriff „männlich + weiß“ dazu. Ob man sich damit einen Gefallen tut, alles Böse auf der Welt (auch in anderen Ländern und Kulturkreisen, Stichwort 7. Oktober) dem „weißen Mann“ anzukreiden ? Mit diesem Shaming erreicht man eher das Gegenteil von dem was man fordert. Wenn man nichtmehr differenzieren kann, sondern nur noch leere, auswendig gelernte Worthülsen von sich gibt, dann ist man selbst auf einem extremistischen Pfad.

        • Tom sagt:

          @Franz2:du hast noch alt vergessen, der alte weiße Mann is das „Feindbild“! Wenn die Welt auf komplett tolerant umgeschaltet würde ,dann würden wir alle miteinander kuschelnd verhungern, Pflanzen haben ja auch Gefühle!

    • Warum in die Ferne schweifen... sagt:

      Was ist mit den Kindern, die in Deutschland Opfer von Massenvergewaltigung geworden sind?😡

      • Johann sagt:

        Die brauchen keinen Feminismus gegen „das Patriarchat“, sondern Gerechtigkeit und hoffentlich Heilung. Das ist furchtbar! Aber es gibt viele „alte, weiße Männer“, die sehr gute Seelsorger, liebevolle Väter, geduldige Zuhörer, kompetente Ärzte etc. sind. Das Feindbild ist einfach falsch.

  14. Blumen zum Frauentag sagt:

    Mann kann sich jeden Tag ansehen, was Frauen in Führungspositionen machen bzw. anrichten.

  15. Darkwing Duck sagt:

    Einigen hier scheint der angebliche Rassismus gegen Weiße ein echtes Anliegen zu sein. Vorschlag: macht doch einfach eigene Infoveranstaltungen!
    Macht euch doch bitte nicht lächerlich. Ihr sucht doch nur Ausreden, um euch nicht mit echten Rassismus auseinanderzusetzen. Als ob ihr wirklich zu so einer Veranstaltung kommen würdet.

  16. Spaziergänger sagt:

    Was hat dieser sozialistische Feiertag mit dem ganzen anderen Mist zu tun? Rosa Luxemburg würde sich im Grab umdrehen. Ich persönlich finde dem Muttertag eh viel besser.