Friedensgesellschaft und Friedenskreis starten Beratungsangebot zur Kriegsdienstverweigerung in Halle

Zum Start eines lokalen Angebots zur Unterstützung bei der Antragstellung zur Kriegsdienstverweigerung erklären Christof Starke (Friedenskreis Halle) und Ralf Buchterkirchen (Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Gruppe Halle):

Kriegsdienstverweigerung ist ein Grund- und Menschenrecht. Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes legt fest, dass jeder das Recht hat, mit Verweis auf sein Gewissen, den Dienst an der Waffe zu verweigern. Mit der schleichenden Einführung eines neuen Wehrdienstes und der Drohung der Ausrufung des Spannungs- und Verteidigungsfalles rückt dieses Grundrecht wieder in den Fokus. Und dafür braucht es Beratung, unter anderem weil Anträge via KI oder eine politische Argumentation zur Entscheidung den Erfolg des eigenen Antrags auf Kriegsdienstverweigerung gefährden. Als Friedenskreis Halle und DFG-VK Halle  bieten wir ab sofort all jenen Hilfe an, die den Kriegsdienst verweigern wollen. Das gilt für den Schüler und den Auszubildenden, die gerade die Einladung zur Musterung erhalten; das gilt für alle weiteren Personen, die vorsorglich das Töten verweigern wollen oder zur Verweigerung Rat suchen; und das Angebot gilt auch für Reservist*innen und Soldat*innen, die sich entscheiden, einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen.

Angeboten werden darüber hinaus auch Informationen zu den Möglichkeiten  internationaler Freiwilligendiensten als selbstbestimmte  Form des gesellschaftliche Engagements und als alternative zu Pflichtdiensten.

Neben der bereits vorhandenen Möglichkeit der Unterstützung per E-Mail (Kontakt: kdv-san@dfg-vk.de) gibt es daher ab sofort auch einen Anlaufpunkt für die Vor-Ort-Beratung. Jeden 3. Montag im Monat von 15:00 – 17:00 Uhr werden DFG-VK Halle und Friedenskreis Halle für persönliche Gespräche und Hilfe rund um das Thema Kriegsdienstverweigerung und Freiwilligendienste zur Verfügung stehen. Beratungsort ist das Büro des Friedenskreises Halle in der Kleinen Ulrichstraße 3 in Halle. Interessierte können direkt vorbeikommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung besteht aus der Erklärung der Verweigerung, einem tabellarischen Lebenslauf und einer ausführlichen Begründung der Gewissensentscheidung. Gerade bei letzterer beobachten wir oft Unsicherheiten. Mit diesem Angebot wollen wir unnötige Hemmschwellen abbauen und denen helfen, für die militärische Lösungen keine Option sind. Die Beratung ist kostenfrei.

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29 Antworten

  1. sam sagt:

    Mag sein, dass militärische Lösungen keine Option sind, aber macht doch auch Gegenvorschläge, wie wir unser Stück Heimat verteidigen wollen, wenn es zu einem Krieg käme? Mit der Keule sicher nicht. Man kann gegen vieles sein, aber man muss auch Alternativen nennen. Sicher bin ich auch dagegen unsere Leute nach Iran oder so zu schicken, zum kämpfen. Das sind nicht unsere Kriege.Ich will keine Diskussion herauf beschwören, nur wissen, welche Alternativen es gibt

    • woher solls kommen sagt:

      Beste Alternative: kein Krieg.

      Unsere Nachbarn sind friedlich. Nicht?

      • sam sagt:

        Ja, unsere unmittelbaren Nachbarn sind friedlich. Es geht doch bei Kriegen immer nur um Macht und Geld. Dabei könnte man so friedlich miteinander leben. Um mein Leben habe ich keine Angst mehr, aber meine Kinder und Enkel.

        • woher solls kommen sagt:

          Die Polen hatten noch nie mehr als die Deutschen, selbst zu DDR-Zeiten nicht. Die Dänen sind glücklich, die Niederländer entspannt, die Belgier sind keine Bedrohung, die Franzosen haben mehr Angst als Vaterlandsliebe, die Schweizer sind neutral, die Österreicher im Zweifel auf unserer Seite. In Luxemburg liegt ein Großteil unseres Geldes. Bleiben nur die Tschechen. Aber denen würde ich auch keine Großmachtphantasien unterstellen wollen. Wer sich etwas mit Geschichte auskennt, weiß, dass sie bei der letzten großen Umverteilung ziemlich gut weggekommen sind.

          Also, wessen Macht- und Geldgier macht dir so große Sorgen?

    • J sagt:

      Kriegsursachen beseitigen. Das ist jedoch ein so vielfältiges Thema, dass ein Kommentar bei dbh nicht ausreicht. Wenn dich das Thema ernsthaft interessiert, dann findest du genug Lesestoff im Internet.

  2. Ex Soldat sagt:

    Wer finanziert denn diese Leisetreter?

  3. Demokrat sagt:

    „Unsere Demokratie“ muss doch nun auch in Grönland oder im Donbass verteidigt werden. Also ab zur Musterung, Kanonenfutter!

  4. Rammstein Opa sagt:

    Diese weiche und zarte Jugend!
    Ja nicht etwas zurück geben!
    Verblendet von dieser Links, Rot Grünen Gesellschaft

  5. Gut so. sagt:

    Niemand hat sich dafür entschieden, in dieser Welt zu leben, daher muss es auch die Freiheit geben, sich aus zerstörersichen Maßnahmen, die durch die Klugheit unserer Spezies vermieden werden könnten, zu distanzieren.

  6. grundsätzlich nicht falsch sagt:

    Der 1. Satz sagt doch alles. Und das ist gut so. Gibt es im Osten erst seit 1990 (kommt jetzt bitte nicht mit den Bausoldaten). Und so, wie die Bundeswehr in die Schulen geht und Werbung macht, so kann das auch der Friedenskreis. Heißt ja nicht, dass deswegen alle Wehrpflichtigen den Dienst verweigern.

  7. Emmi sagt:

    Was machen denn die Verweigerer, wenn der Krieg vor der eigenen Haustür angekommen ist?
    Hat dann der Friedenskreis auch ne Beratung?

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