Für fast 15 Millionen Euro: Christian-Wolff-Gymnasium bekommt einen Anbau – Stadtrat soll im März Baubeschluss fassen
In seiner März-Sitzung will der Stadtrat von Halle (Saale) den Baubeschluss für den geplanten Erweiterungsbau des Christian-Wolff-Gymnasiums fassen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 14,8 Millionen Euro soll dringend benötigter zusätzlicher Schulraum geschaffen werden. Baubeginn ist für das erste Quartal des kommenden Jahres vorgesehen, die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2028 geplant.
Die Stadt reagiert mit dem Vorhaben auf den anhaltenden Raumbedarf am traditionsreichen Gymnasium in Halle-Neustadt. Im Rahmen umfassender Voruntersuchungen wurden verschiedene bauliche Varianten geprüft und – unter Einbeziehung der Schulleitung, Lehrkräfte sowie weiterer Nutzerinnen und Nutzer – sorgfältig abgewogen.
Dabei kristallisierte sich eine Ausführung in Stahlbetonbauweise laut Stadt als wirtschaftlich und technisch überzeugendste Lösung heraus, ursprünglich war ein Holzbau geplant. Die Konstruktion vereint Vorteile in Bezug auf Kosten, Bauphysik, Flexibilität und technische Gebäudeausstattung (TGA) und erwies sich insgesamt als die wirtschaftlichste Variante.
Standortfrage: Kompakte Lösung im Norden
Ein zentraler Bestandteil der Variantenuntersuchung war die Standortwahl. Geprüft wurden unterschiedliche Positionen auf dem Schulcampus, bewertet nach funktionalen, städtebaulichen und betrieblichen Kriterien.
Als einzig sinnvoller Standort erwies sich der nördliche Bereich des bestehenden Gebäudes. Ausschlaggebend war vor allem die Vermeidung einer durchgehenden Verschattung des Bestandsbaus. Um dieses Ziel zu erreichen, entschieden sich die Planer bewusst für eine kompakte, quadratische Grundfläche. Diese minimiert die Verschattungswirkung und ermöglicht zugleich eine wirtschaftliche Flächennutzung.
Der Neubau folgt keinem klassischen Regelbauprinzip. Statt identischer Grundrisse in jedem Geschoss werden unterschiedliche Raumkonzepte umgesetzt – abgestimmt auf die jeweilige Nutzung. Diese Geschossvielfalt führt zu einem uneinheitlichen Lastabtrag und erschwert eine durchgängige statische Struktur.
Holzbau verworfen – Stahlbeton mit Recyclinganteil bevorzugt
Ursprünglich war eine Holzbauweise angedacht. Aufgrund der variierenden Geschossnutzungen und der fehlenden Regelmäßigkeit in der Tragstruktur ließ sich diese jedoch statisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll realisieren, heißt es von der Stadt. Auch Hybrid- und andere Massivbauvarianten wurden planerisch untersucht.
Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten einer möglichst schlanken Stahlbetonkonstruktion. Zum Einsatz kommt Recyclingbeton, um den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Darüber hinaus sollen im Erdgeschoss Außenwandplatten des Hochhauses Richard-Paulick-Straße 13 wiederverwendet werden – ein deutliches Signal für ressourcenschonendes Bauen im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Die Fassade wird als Aluminium-Vorhangfassade mit sehr hohem Recyclinganteil ausgeführt. Auch im Innenbereich setzt man in enger Abstimmung mit der Schule auf robuste, langlebige und schadstoffarme Materialien.
Bereits im September wurde das Projekt im Gestaltungsbeirat der Stadt vorgestellt. Das Fazit fiel positiv aus: Der Beirat würdigte den hochwertigen Entwurf als „durchdachte, sich eigenständig, aber nicht aufgeregt in den Kontext einfügende Lösung“.
1.802 Quadratmeter für Lernen, Begegnung und Kultur
Auf insgesamt 1.802 Quadratmetern Nettoraumfläche sind folgende Nutzungen vorgesehen:
Erdgeschoss: Ein Multifunktionsraum für Speiseversorgung und Veranstaltungen bildet das Herzstück. Integriert ist ein Musikraum, der auch als Bühne genutzt werden kann, ergänzt durch erforderliche Nebenflächen.
Obergeschoss: Hier entstehen Fachunterrichtsräume für Kunst und Musik mit entsprechenden Nebenräumen. Eine Kommunikationszone fördert den Austausch, zudem wird ein baulicher Übergang zum Bestandsgebäude geschaffen.
Dachgeschoss: Geplant ist eine Bibliothek mit Einzelarbeitsplätzen und einer Lernterrasse – ein Rückzugs- und Arbeitsort mit hoher Aufenthaltsqualität.
Durch den Ergänzungsbau ergeben sich auch im Bestandsgebäude neue Perspektiven: Frei werdende Räume werden zu allgemeinen Unterrichtsräumen umgestaltet, das Lehrerzimmer erweitert und ein Schülercafé eingerichtet, das Raum für Begegnung und informellen Austausch bieten soll.
Neugestaltung der Außenanlagen mit Fokus auf Nachhaltigkeit
Im Zuge des Bauprojekts werden auch die nördlich angrenzenden Außenanlagen neugestaltet. Der Bereich wird bislang als Fahrradabstellfläche, Grünfläche und Tischtenniszone genutzt. Künftig soll hier eine funktionale und gestalterisch hochwertige Freianlage entstehen, die den Anforderungen eines modernen Schulalltags gerecht wird.
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Erhalt des nördlichen Baumbestands. Frühzeitig wurde die Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde aufgenommen. Geplant sind barrierefreie Wege, vielfältige Sitzangebote, Flächen für Pausen und Bewegung sowie klar strukturierte Bereiche für Bewirtschaftung, Sicherheit und Feuerwehrzufahrten.
Ein durchdachtes Entwässerungssystem für Oberflächenwasser, neue Fahrradstellplätze und eine bedarfsgerechte Ausstattung mit Abfallbehältern runden das Konzept ab. Angesichts des hohen Nutzungsdrucks setzt die Stadt auf langlebige, nachhaltige und vandalismussichere Materialien.
Nachhaltigkeit als verbindlicher Maßstab
Grundlage der Planung ist ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2021, der bei kommunalen Bauvorhaben die Berücksichtigung ökologischer und nachhaltiger Bauweisen sowie schadstofffreier Materialien vorschreibt. Ziel ist es, Gebäude in Errichtung und Betrieb möglichst CO₂-neutral zu gestalten.
Mit dem Erweiterungsbau am Christian-Wolff-Gymnasium soll dieser Anspruch konkret umgesetzt werden: durch Recyclingbeton, wiederverwendete Fassadenelemente, langlebige Materialien und eine ressourcenschonende Bauweise.
Mit dem anstehenden Baubeschluss im März steht nun eine richtungsweisende Entscheidung für die schulische Infrastruktur in Halle-Neustadt bevor. Stimmen die Stadträtinnen und Stadträte zu, kann das Projekt im ersten Quartal des kommenden Jahres starten. Drei Jahre später, im dritten Quartal 2028, soll der Erweiterungsbau bezugsfertig sein.
Entwurfsplanung: Atelier . Schmelzer . Weber Architekten PartGmbB









Anhand der KiTas sehen wir ja, dass der Ansturm an Kindern bald vorbei ist. Lohnt sich das denn noch?
15 Millionen für eine Aula, einige wenige Unterrichtsräume und ne Bibliothek….ganz schön happig, vor allem bei der Haushaltslage der Stadt. Nachhaltig und schön bauen ist ja ok, aber sollte zuerst nicht die Kosten interessieren? Ich meine, das sind 9000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche ….
Die Schülerzahlen sinken. Und sie werden weiter sinken. Wieso benötigen Schulen noch Anbauten? Wieso werden Schulen noch neu gebaut? Demnächst muss man vermutlich, wegen fehlender Auslastung, Schulen zusammenlegen
In 5 Jahren werden die Hälfte der Schulgebäude wegen sinkender Schülerzahlen und Homeschooling komplett überflüssig sein und aufgrund der explodierenden Betriebskosten nicht mehr finanzierbar sein. Und außerdem werden 99% der Lehrer dank KI und Homeschooling ebenfalls überflüssig sein. Was sind das alles für verrückte Kamikaze-Pläne? Die Steuern und Abgaben müssen radikal gesenkt werden, das ist das einzig relevante Ziel.