Großprojekt Altstadt-Sanierung: Halle plant Investitionen in Millionenhöhe bis 2030

Die Stadt Halle (Saale) setzt ihre ehrgeizigen Pläne zur Aufwertung des historischen Altstadtkerns fort. Wie aus aktuellen Unterlagen für den Ausschuss für Planungsangelegenheiten und Stadtentwicklung hervorgeht, sollen bis zum Jahr 2030 rund 20,6 Millionen Euro in den öffentlichen Raum fließen. Finanziert werden diese Maßnahmen maßgeblich durch Ausgleichsbeträge und sanierungsbedingte Einnahmen.

Das Sanierungsgebiet umfasst eine Fläche von rund 80 Hektar mit etwa 1.000 Gebäuden, von denen über die Hälfte (ca. 560) als Einzeldenkmale geschützt sind. Im Mittelpunkt der kommenden Jahre steht die Neugestaltung zahlreicher Straßenzüge und Plätze. Dabei geht es nicht nur um die Sanierung des Straßenbelags, sondern verstärkt um die ökologische Aufwertung des Stadtzentrums.

Zentrale Ziele der geplanten Maßnahmen sind:
– Entsiegelung: Befestigte Flächen sollen teilweise aufgebrochen werden, um Platz für Grünflächen und Versickerungsmöglichkeiten zu schaffen.
– Begrünung: Die Pflanzung zusätzlicher Bäume (z. B. am Hallorenring) und die Schaffung von Mietergärten sollen das Mikroklima verbessern.
– Regenwassermanagement: Der Einbau von Rigolen zur Speicherung von Regenwasser und Dachbegrünungen (z. B. am Waisenhausring) sind fest eingeplant.

Die wichtigsten Bauvorhaben im Überblick:
– Rathausstraße: Nach den Versorgungsunternehmen im Jahr 2026 übernimmt die Stadt 2027/28 den Ausbau.
– Gustav-Anlauf-Straße / Großer und Kleiner Sandberg: Hier ist die Bauphase für den Zeitraum 2028 bis 2030 vorgesehen. Die Planung sieht unter anderem hochwertige Granitplatten und Mosaikpflaster vor.
– Nördliche Oleariusstraße und Klausstraßen: Für diesen Bereich sowie den Graseweg, die Salzstraße und die Flutgasse ist der Baustart für 2028/29 projektiert.
– Hallorenring: Eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch neue Baumreihen und eine Ertüchtigung der Oberflächen ist für 2028 geplant.
– Waisenhausring: Derzeit werden verschiedene Varianten geprüft, um den Bereich bis 2030 umzugestalten, wobei unter anderem ein „Rasenbankett“ entstehen soll.

Die Gesamtkosten von prognostizierten 20.626.800 Euro werden durch bereits vereinnahmte Mittel (ca. 10 Mio. Euro aus Ablösevereinbarungen) sowie erwartete zukünftige Einnahmen aus Ausgleichsbeträgen und Grundstücksverkäufen gedeckt. Da der Verwendungszeitraum gemäß Bescheid des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2030 endet, steht die Stadt nun vor einem intensiven Jahrzehnt der Umsetzung, um die Mittel fristgerecht für die Aufwertung der historischen Mitte einzusetzen.

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