“Hallmarkt4Future” – Stadtklima-Projekt zeigt den Hallmarkt der Zukunft – begrünte Haltestelle, Stadtbach, grüne Insel, Baumoase

Der Hallmarkt in Halle (Saale) hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Einst befanden sich hier die Salzhütten, 1953 fand hier die Demo zum Arbeiteraufstand in der DDR statt, später standen hier viele Trabis – der Platz war zu DDR-Zeiten ein Parkplatz. Heute ist es ein Platz, der immer wieder für Veranstaltungen wie Jahrmärkte oder Bio-Abendmärkte genutzt wird. Und vor allem ist der Platz eine riesige Betonfläche. Messungen haben ergeben, dass es hier im Sommer etwa 5 Grad wärmer ist als im Stadtdurchschnitt.

Mit dem eigenen Smartphone können sich Menschen auf dem Platz konkrete Maßnahmen anschauen, die das Stadtklima verbessern und damit die Aufenthaltsqualität erhöhen. Die Exponate auf dem Hallmarkt der Zukunft sind über OR-Codes auf Hinweistafeln abrufbar, die an Fahrrädern befestigt sind. Halles Bürgermeister Egbert Geier hat sich am Donnerstag das Projekt angeschaut.

Zur Anwendung kommt die AR-Technologie, mit deren Hilfe digitale räumliche Objekte vor einem realen Hintergrund abgebildet werden. Vier digitale Exponate laden auf dem Hallmarkt der Zukunft dazu ein, die versiegelte Gerbersaale, das Konzept der Schwammstadt und das Entspannen auf einem ruhigen Hallmarkt der Zukunft zu entdecken. Infotafeln in den Exponaten und ein Audioguide informieren darüber, wie wirksam und realisierbar die gezeigten Maßnahmen sind. 

Das Projektteam hat zusätzlich In einer Sozialraumanalyse des Hallmarkts auch Stimmen von Hallenser*innen zum Klimathema eingeholt. Der Hallmarkt der Zukunft ist die erste von zwei geplanten digitalen Ausstellungen im Projekt Stadtklima.

Im März 2023 schließt die Wir-Sind-Laut-Tour durch Halle an und zeigt, wo und wie sich – Hallenser*innen in den letzten vierzig Jahren für saubere Luft und Wasser und die globalen Klimathemen der Gegenwart eingesetzt haben. 

In einem dritten Projektteil erarbeiten Studierende des Masterstudiengangs Multimedia und Autorschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg klimajournalistische Formate. Sie werden in zwei Webvideoformaten bei YouTube und Instagram journalistisch Frust und Wut angesichts von Klimatthemen nachgehen und Klimafolgen vor Ort in Halle aufspüren. Ein Newsletter fragt nach der Rolle von Gewerkschaften, ein digitales Storytelling nach Perspektiven von Klimaaktivist*innen verschiedener Generationen in Halle. 

Die digitale Präsentation von Stadtklima Halle dockt an Umwelt- und Klimathemen der analogen Ausstellungen Entdecke Halle! und Stadtwende Halle an und verweist auf die Kontinuität der inhaltlichen Auseinandersetzung am Stadtmuseum. Wird bei Klimatopia in der Stadtwende-Halle-Ausstellung der Klimawandel als Treiber von Stadtumbau dargestellt, sind konkrete Elemente einer klimagerechten Stadtanpassung auf dem Hallmarkt der Zukunft digital in 3-D zu erleben. In der analog-digitalen Schnittmenge liegt auch die Umweltausstellung zweier Theologiestudenten von 1983. Im Original In der Stadtwende Halle ausgestellt, wird sie ab März 2023 an der Marktkirche, ihrem ersten Ausstellungsort mittels QR-Code abrufbar gemacht – dann als Teil der Wir-Sind-Laut-Tour. So werden Bilder und Objekte zum Umweltaktivismus aus vier Jahrzehnten an ihren Ursprungsorten „wiederbelebt” und in neue Zusammenhänge gesetzt. 

Die Exponate auf dem Hallmarkt der Zukunft 

Die Grüne Insel 
Der Hallmarkt Ist einer der heißesten Orte der Stadt. Die grüne Insel bietet an heißen Tagen Schatten, und ihre Pflanzen kühlen die Luft. Bei der grünen Insel handelt es sich um ein bewegliches Grünflächensystem, das auf Schienen steht und so bei Bedarf verschoben werden kann. Die Inseln eignen sich damit besonders gut für Plätze, die auch als Veranstaltungsorte genutzt werden, Orte wie den Hallmarkt. Ihre Begrünung hilft beim kontrollierten Verdunsten, kann Feinstaub filtern. An heißen Tagen bietet sie einen kühlen Zufluchtsort und lädt zum Entspannen ein. Grüne Inseln sind ein attraktiver Treffpunkt und unterstützen den Erhalt der Artenvielfalt. Grüne Inseln gehören zu dem in vielen Städten bereits umgesetzten Schwammstadt-Konzept. Schwammstädte fangen Regen auf und speichern ihn, um das Wasser später wieder langsam abzugeben. Europaweit findet man bewegliche Grünanlagen heute schon in Leipzig, Bonn und Kopenhagen. 

Die Baumoase 
Heute haben die Bäume auf dem Hallmarkt wenig Platz. Um sie herum ist kein Erdwerk, eine versiegelte Fläche begrenzt ihre Wurzeln. Auf dem Hallmarkt der Zukunft genießen die Bäume um sich herum bepflanzte, lockere Erde. Ein integrierter unterirdischer Speicher fängt Regenwasser auf und verlangsamt die Versickerung. Das fördert die Neubildung von Grundwasser und verbessert das Klima der bodennahen Luftschicht. Für die Menschen spendet die Baumoase Schatten, kühlt und filtert die Luft. Die Bäume und Pflanzen schlucken Lärm und reduzieren so das menschliche Stresslevel. Wie sich eın verkehrsberuhigter Hallmarkt der Zukunft anhört, ist über den Audioguide erlebbar. Baumoasen gelten als eine leicht umzusetzende Maßnahme, um einer Schwammstadt ein Stück näher zu kommen. Kombiniert mit den unterirdischen Speichern, Rigolen, werden sie zunehmend fester Bestandteil des Regenwassermanagements und der Straßenbegrünung in Städten, darunter Hamburg, Stockholm und New York City. 

Das Dachbiotop 
Heute ist der Hallmarkt ein Durchgangsort, der laut und im Sommer sehr heiß ist. Viele Menschen passieren ihn auf dem Weg zum Einkaufen, in die Bibliothek oder wenn sie auf die Straßenbahn warten. Auf dem Hallmarkt der Zukunft schaffen Dach- und Flächenbiotope eine entspannte Umgebung. Die Stadtluft wird durch die Pflanzen gefiltert, krankmachender Lärm gedämpft. Grüne Dächer und Fassaden sind mittlerweile fester Bestandteil vieler klimagerechter Stadtentwicklungspläne. Mailand begrünt aufwändig Neubaufassaden, Utrecht bepflanzte über 300 Nahverkehrshaltestellen mit bienenfreundlichen Gründächern, in Singapur sind bereits 40 % der Dächer und Fassaden begrünt. Begrünte Fassaden und Dächer auf dem Hallmarkt der Zukunft kühlen nicht nur den Hallmarkt selbst, sondern auch die anliegenden Wohnungen und öffentlichen Gebäude, indem sie aufgefangenes Regenwasser verdunsten und wie die anderen Maßnahmen einer Schwammstadt zuarbeiten. 

Der Stadtbach 
Auch der Hallmarkt hat Geheimnisse. Eines davon fließt direkt unter dem Hallorenring durch ein Rohr und trägt den Namen “Gerbersaale”. Der Nebenarm der Saale wurde in den Jahren 1894 und 1895 mit einem Gewölbe überbaut, um den Hallorenring errichten zu können. Auf dem Hallmarkt der Zukunft ist die Gerbersaale wieder sichtbar. Sie fließt oberirdisch, ihr Wasser kühlt im Sommer und macht den Ort ruhiger. Holt man die Gerbersaale auf dem Hallmarkt wieder ans Licht, kommt ein Fluss zurück in die Mitte der Stadt, und mit ihm ein Mehr an Lebensqualität. Stadtbachkonzepte und vergleichbare Maßnahmen sind heute schon in Lutherstadt Wittenberg und im großen Stil in Leipzig Realität.

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37 Antworten

  1. Sebastian Orlach sagt:

    „wie der Hallmarkt mit mehr Grün aussehen könnte“

    Könnte es nicht. Würde innerhalb kürzester Zeit beschmiert und zerstört werden.

  2. Migrant sagt:

    Dumm, nur das Migrantebanden dich überfallen, abstechen und dein Smartphone klauen

    • DPG sagt:

      Ja, Weise würden so was ja nie machen.

      Es gibt natürlich solche Gruppen und das sollte angegangen werden. Aber Kriminalität gibt es in allen ethnischen und gesellschaftlichen Gruppen. Hier den Eindruck zu erwecken, es handele sich um ein rein migrantisches Problem ist schlicht und einfach rassistisch.

  3. 10010110 sagt:

    Die Volksverdummung schreitet voran.

  4. So sagt:

    Macht da ein acker draus falls die Russen kommen

  5. besser sagt:

    Einfach vorhandene Bäume SCHÜTZEN und GIEßEN.

  6. Stacheldraht und Panzersperren sagt:

    Wir befinden uns im Krieg! Wir haben kein Geld für so ein unnötiges Geschiss… schafft lieber Panzersperren und Stacheldraht ran, damit der Iwan nicht ins Land einfällt 😡

  7. Wilfried sagt:

    Wer soll das denn überhauprt errichten? Die Leute werden es sich mit dem Bürgergeld zu Hause gemütlich machen.

    • Was Blöderes ist dir wohl nicht eingefallen? sagt:

      „Die Leute werden es sich mit dem Bürgergeld zu Hause gemütlich machen.“

      So zwischen Eisblumen am Fenster und eingefrorenen Wasserleitungen und mit knurrendem Magen…?

  8. Hallmarkt4Clans sagt:

    Tolles Konzept gegen die Jugendkriminalität.
    Das können sich nur richtig wichtig und intelligente Persönchens ausgedacht haben.
    Ganz ganz toll gemacht.

  9. Tomate sagt:

    Unsere Saalkreiser mal wieder als erstes hier. Habt ihr keine Seite für euren Kreis. Stellt euch doch die Panzersperren in den Vorgarten.

  10. Wahrheit sagt:

    Das erreichen also unsere Masterabsolventen. Billige AR Apps mit irgendwelchen Spinnereien, die nicht umsetzbar und realisierbar sind und bleiben.

    Halle schafft sich ab.

  11. DummBleibtHalle sagt:

    Toll, dann können die kriminellen Clans im schönen Ambiente die Hallenser terrorisieren

  12. Ruhr Amöbe sagt:

    Mal ne klare Ansage was das kostet und wovon das bezahlt werden soll.
    Das haben die Studierenden doch bestimmt auch schon eingeplant.
    Alter.
    Die Stadt ist fast Pleite und die fette Abrechnung kommt erst noch nach dem Winter und hier werden utopische Luftschlösser gebaut. So etwas kann nur von Leuten kommen, die noch nie richtig gearbeitet haben aber mit Geld um sich schmeißen wollen, was schlicht und einfach nicht da ist.

    • dort wie hier sagt:

      „So etwas kann nur von Leuten kommen, die noch nie richtig gearbeitet haben aber mit Geld um sich schmeißen wollen, was schlicht und einfach nicht da ist.“

      Warum muss ich gerade an die 100 Mrd. „Sondervermögen“ (also Schulden) für die Rüstung denken, die man in Berlin mal so eben aus dem Ärmel geschüttelt hat?

  13. Robo Bob sagt:

    Sieht das bekloppt aus. Sollen lieber in der ganzen Stadt und vor allen in der Heide Bäume pflanzen. Das bringt was fürs Klima. Mehr GROSSFLÄCHIGE Dachbegrünungen mit Blühpflanzen für Insekten.
    Dieser scheiß hier ist purer Geldschneiderei. Nutzen gleich null. Wenn schon so eine bekloppte Regenbogenbank 1000€ kosten soll, was wollen die dann für diesen Dreck?

  14. Mörkl vom Örkl sagt:

    Zeigen die auch die krassen Gangster, gerne aus Syrien oder Afghanistan, wie sie friedliche, rechtschaffene Bürger überfallen und Frauen vergewaltigen?

    Jetzt kommen bestimmt gleich die Merkelfans und schlagen mit der Nazikeule um sich.

  15. Realer sagt:

    Die verantwortlichen die da oben irgendwo sitzen sind auch komplett bescheuert, das bringt Null Komma nix wenn man schaut wie viel Regenwald jede Stunde in Brasilien und anderen *noch* bewaldeten Gebieten abgeholzt wird!!! Da müsste man zu allererst anfangen und diese ganze scheiße aufhalten bevor es zu spät ist, ach warte ist es ja schon und das würde ja viel Geld kosten also übersehen wir es einfach weiterhin👍🏻

  16. Axel Kühne sagt:

    Eine absolut geniale Vision die umgesetzt werden sollte und muss. Der Bereich und die ganze Innenstadt werden erheblich aufgewertet, bringen ein noch schöneres Bild unserer Stadt. Leider muss ein 24/7 Wachschutz diesen Platz dann beaufsichtigen. Randalierer jeder politischen oder geistig verarmten Natur mit oder ohne Migrationshintergrund werden dies nicht zu würdigen wissen.

  17. Hubert sagt:

    Bild ist eine echt billige Fotomontage.😂

  18. Turboditti sagt:

    Diesen hochbezahlten Mist braucht keiner.

  19. Statt Bach sagt:

    Hoffentlich wurde ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet. 🤣

  20. Zappelphilipp sagt:

    Schon der Göbel Brunnen steht da falsch und wird kaum wahrgenommen .. nun soll da noch Gestrüpp und Liegestühle das Gesamtbild verschandeln… Mit Folgekosten 🤣 … Einfach planlos diese Verwaltung

  21. JEB sagt:

    Prinzipiell positiv.
    In Leipzig hat man mit der Freilegung des ehemals verrohrten Elstermühlgrabens
    ganze Bereiche aufgewertet. Könnte ich mir bei der Gerbersaale auch vorstellen.
    ABER:
    Finanzierung? Vandalismus?
    Insofern wird es wohl beim „Ablenkungsplanspiel“ bleiben.

  22. Hallenserin1968 sagt:

    Da der Mensch ein Schwein ist – wobei die Gleichsetzung Schwein/Mensch für Schweine eine Beleidigung ist -, ist die eigentlich überfällige Begrünung des Hallmarktes UND des Marktes leider nicht umsetzbar; selbst wenn es denn irgendwie finanzierbar wäre.

  23. Robert sagt:

    Ein neues Zuhause für Ratten ? Dann können ja die Viehcher von Mauerstraße (Elisabeth KH ) zum Hallmarkt umziehen.