Hallenser nehmen Flüchtlingsfamilie aus der Ukraine auf – doch die Anmeldung bei der Stadt scheitert seit Tagen

Bislang hat die Stadt Halle (Saale) 460 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine registriert. Doch es sind weit mehr. Die Registrierung scheitert allerdings. Zwar hat die Saalestadt im Kulturtreff in Halle-Neustadt eine spezielle Anlaufstelle zu diesem Zweck geschaffen. Doch dort ist man – auch wenn die Stadt gern auf einen reibungslosen Betrieb hinweist – offenbar heillos überfordert.

So hat sich eine Frau bei uns gemeldet, die eine Flüchtlingsfamilie aufgenommen hat – Mutter, Vater und zwei kleine Kinder. Sie hatte sich bereit erklärt, private Plätze bereitzustellen. Über das DRK und die AWO erfolgte die Vermittlung. Doch die Anmeldung bei der Stadt scheiterte diese Woche an allen Tagen. Montag ging es los, nach zwei Stunden Wartezeit am Kulturtreff wurde mitgeteilt, doch am Dienstag wiederzukommen. Dienstag dann das gleiche Spiel, auch am Mittwoch und auch am Donnerstag.

Kritik übt sie auch am Sicherheitsdienst am Einlass, der frech reagiere. “Wir wollen ja nicht bis 0 Uhr arbeiten”, habe man den Wartenden nach zwei Stunden verkündet. Auch Aussagen wie “was kommen die denn hier her”, seien gefallen. “Wer würde denn nicht fliehen, wenn Krieg ist”, sagte die Frau zu diesem Vorgehen der Security. 

Das Problem mit der fehlenden Registrierung zeige sich auch bei der ärztlichen Versorgung. So habe sich der 5 Jahre alte Junge Windpocken zugezogen. Die Behandlung bei der Kinderärztin sei problemlos erfolgt, ein Rezept wurde ausgestellt. Doch die Apotheke habe schließlich die Herausgabe von Medikamenten verweigert, weil die entsprechenden Unterlagen noch nicht da sind – weil ja eben die Registrierung bei der Stadt hängt. Eine weitere Apotheke konnte schließlich helfen. Nachdem sie dort die Situation erläutert habe, seien die entsprechenden Medikamente ausgehändigt worden.

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33 Antworten

  1. Kopfschüttel sagt:

    Dafür klappt es schnell , Parkgebühren auch am Sonntag zu verlangen

  2. kitainsider sagt:

    Der Fisch stinkt vom Kopf her. Der amtierende Bürgermeister sollte endlich den Mut haben, die Wiegandgünstlinge dorthin zu versetzten, wo sie keinen Schaden mehr anrichten können und endlich die Fachleute ranlassen.

    • Maik sagt:

      Solche Menschen wie dich? Die keinen einzigen fehlerlosen Satz schreiben können? Du bist wohl tiefbegabt.

    • Outsider sagt:

      Die Fachleute sitzen in der Richard-Paulick-Straße, dort hingehen und um Rat fragen.

    • Bremerbrücke sagt:

      Aber der Gunstherr hat doch bereits Gunstdiener versetzt. Herr Jaeger ist jetzt nicht mehr Leiter der Ausländerbehörde, sondern Teamleiter Personal. So wie er mit dem Personal in der Ausländerbehörde umgegangen ist, kann er nun in der ganzen Stadt das Personal behandeln. Das nennt man, wie Du sagst, Fachleute ranlassen. Aber keine Sorge, in der Ausländerbehörde ist noch ein Wiegandgünstling zurückgeblieben.

  3. Hallenserkugel sagt:

    Jetzt sieht man ganz klar, was die Personalpolitik von Herrn Tappel angerichtet hat. Herr Tappel hat den Fachbereich Einwohnerwesen personell ausgezehrt und kümmert sich um nichts mehr. Einmal im Jahr eine Sonntagsrede, das war es. Klar können die Mitarbeiter nicht mehr Anmeldungen bearbeiten, wenn die wenigen mit Mobbing beschäftigt sind.

  4. wien 3000 sagt:

    Es scheint derzeit ingesamt Probleme beim Bürgerservice der Stadt zu geben. So bekam ich für die Beantragung eines neuen Personalausweises erst Ende April einen Termin im Ratshof, beim Bürgerservice in Neustadt gab es erst im Mai Termine.

    • 8ung sagt:

      Vielleicht bist ja aber auch gar nicht der einzige Einwohner der Saalestadt und die anderen haben auch Wünsche und Sorgen.

      Wann läuft denn der Ausweis ab?

  5. Bruno sagt:

    Warum gibt es die Registrierung nur in Neustadt, am A…. der Welt. Vielleicht sollte überlegt werden, eine zweite und dritte Anlaufstelle zu öffnen. Es gibt sicher so einige kompetente Mitarbeiter im Ruhestand, die sich dafür eignen und gern bereit sind, in solch außergewöhnlicher Situation zu helfen.

  6. Robert sagt:

    Mit dieser unprofessionelle Vorgehensweise der Stadt, wird wieder unter der Bevölkerung, Unmut und Frust produziert.
    Am Ende werden auch die Ukrainer allein gelassen ,wie die muslimischen Bürger.

  7. Mulder sagt:

    Böse Stimmungsmache. Ich war gestern mit einer ukrainischen Familie vor Ort um beim Ausfüllen der Formulare zu helfen und zu dolmetschen. Nach drei Stunden waren wir dran. Bei der Menge an Flüchtlingen muss man schon etwas Geduld mitbringen.

  8. euer abv, diener des volkes sagt:

    Ist doch üüüüberhaupt kain problema!
    Die besucher wie üblich in das hausbuch eintragen und der meldepflicht ist erstma genüge getan.
    Den beglaubigungs stempel gibt es dann später in der meldestelle 😀

  9. Sternenklar00 sagt:

    Habe vor Ort durchgängig gute Erfahrungen gemacht. Der „Artikel“ ist definitiv eklige Stimmungsmache. Das ist kein Journalismus.
    Sprecht bitte mit den Leuten vor Ort, um euch ein eigenes Bild zu machen, anstatt so einem Unfug zu glauben.

    • eseppelt sagt:

      Lieber Stadtbeschäftigter, stell dir vor… das haben wir…

      • Sternenklar00 sagt:

        Lieber eseppelt, ich bin Dolmetscherin, kein Stadtbeschäftigter.
        Ich muss mir nichts vorstellen.
        Aus eurem „Artikel“ werden nur die vermeintlichen Aussagen einer Frau wiedergegeben.
        Wie wurde der Wahrheitsgehalt dieser denn überprüft?

        • Zwischenfrage sagt:

          Wie kann man den Wahrheitsgehalt deines Kommentars überprüfen?

        • Mulder sagt:

          Eher gar nicht. Ich war heute wieder mit 4 ukrainischen Flüchtlingen vor Ort. Es gab eine Liste. Da standen noch 20 von gestern drauf. Davon kamen dann viele nicht. Wir waren heute nach gut 3,5 h durch. Somit ist es locker möglich an einen Tag sich zu registrieren. Kommt man nachmittags dann spätestens am nächsten Tag. Einfach mal selber mit anstellen anstatt hier Stimmung gegen die Leute zu machen die hier ein riesen Arbeitspensum bewältigen

        • Matze sagt:

          Ich bin ein Mann und kein Dolmetscher. Der Artikel ist gut recherchiert. Die Probleme in der Behörde sind lange bekannt. Wenn sich die Leitungsebene weder gegenüber Journalisten äussert noch intern die eigenen Mitarbeiter unterstützt, dann kann eben nichts anderes berichtet werden. Es handelt sich um reines Führungsversagen.

  10. Mensch sagt:

    Die Stadtbediensteten müssen sich kein Bein rausreißen ,sie kriegen immer Geld .Aber jedes Jahr streiken und für mehr Geld streiken und demonstrieren . Auf den Plakaten der Demos stand “ gute Leute – gute Arbeit -gutes Geld“ ich lach mich schlapp .

  11. Peter sagt:

    Will da nur luschen Verantwortung tragen, nur keiner weiß, wohin sie sie tragen. Unglaublich was da für Leute sitzen. Nicht mal das einfachste können sie erledigen. Der OBM hätte sie schon heimgeschickt