HFC-Teambus in Frankfurt am Main abgebrannt – waren es Leipziger Ultras?

Schock für die U19 des Halleschen FC: Nach einem Freundschaftsspiel in Frankfurt am Samstag wurde der Mannschaftsbus der Nachwuchskicker in der Nacht zum Sonntag ein Raub der Flammen. Trotz eines Großeinsatzes der Feuerwehr brannte das Fahrzeug vollständig aus.
​Es sollte ein sportlich wertvoller Ausflug in die Mainmetropole werden, doch er endete in einem Totalschaden. Während die Mannschaft der U19 nach ihrem Testspiel in der Unterkunft weilte, spielte sich am südlichen Mainufer in den frühen Morgenstunden ein dramatischer Feuerwehreinsatz ab.

Rauchsäule über der Alten Brücke
​Gegen 02:11 Uhr riss das Schrillen der Alarmglocken die Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Frankfurt aus dem Schlaf. Zu diesem Zeitpunkt glühten in der Leitstelle bereits die Leitungen: Zahlreiche Passanten hatten über Notruf einen lichterloh brennenden Reisebus in der Nähe der Alten Brücke gemeldet.
​Schon auf der Anfahrt sahen die Retter eine massive schwarze Rauchsäule am Nachthimmel über dem Mainufer, informiert die Frankfurter Feuerwehr. Vor Ort bestätigte sich die Lage: Der markante Teambus des HFC stand zu diesem Zeitpunkt bereits im Vollbrand.

Intensiver Löscheinsatz bis in den Morgen
​Die Feuerwehr reagierte sofort mit einem massiven Aufgebot. Insgesamt 26 Einsatzkräfte waren vor Ort, um das Übergreifen der Flammen zu verhindern. Mit insgesamt vier Strahlrohren wurde eine umfassende Brandbekämpfung eingeleitet. Dennoch gestalteten sich die Löscharbeiten langwierig; erst gegen 03:24 Uhr konnte der Einsatz offiziell beendet werden.

Ursache unklar – Polizei ermittelt
​Die wichtigste Nachricht des Morgens: Es gab keine Verletzten. Da sich zum Zeitpunkt des Brandes niemand im Fahrzeug befand, kamen die Nachwuchsspieler und das Betreuerteam mit dem Schrecken davon. Allerdings verbreiteten sich Videos vom Brand zunächst in Ultra-Gruppen aus Frankfurt und Leipzig.

Auch der Hallesche FC hat sich mittlerweile mit einem Statement zu Wort gemeldet:

Wir sind tief erschüttert und fassungslos über den Angriff auf den HFC-Mannschaftsbus, mit dem unsere U19-Mannschaft in Frankfurt war. In der Nacht nach dem Freundschaftsspiel bei Eintracht Frankfurt wurde der Bus von Unbekannten angezündet und zerstört.

Dass sich zu diesem Zeitpunkt keine Spieler oder Betreuer im Bus befanden, somit keine Menschen zu Schaden gekommen sind, ist das einzig Positive an diesem Vorfall. Dennoch sitzt der Schock tief. Unsere U19 besteht aus jungen Menschen, die mit Leidenschaft und Hingabe Fußball spielen – mit Ehrgeiz, Hoffnung auf eine Karriere im Fußball, Toleranz, Teamgeist und Fairness. Dass sie Ziel eines solchen Gewaltakts werden, macht uns tieftraurig.

Dieser Angriff überschreitet jede Grenze. Er richtet sich nicht nur gegen unseren Verein, sondern gegen die Werte des Sports und unserer Gesellschaft insgesamt. Gewalt, Hass und Zerstörung haben im Fußball sowie im Miteinander in unserer Gesellschaft keinen Platz. Das gilt natürlich insbesondere für den Nachwuchsbereich, aber – das ist uns an dieser Stelle wichtig zu betonen  – ganz generell in einer zivilisierten Gesellschaft.

Unsere Gedanken sind bei unseren Spielern, dem Trainerteam und allen Betroffenen, die diese Nacht verarbeiten müssen. Wir werden sie nicht alleinlassen und alles daransetzen, ihnen Sicherheit und Rückhalt zu geben.

Wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen und erwarten eine konsequente Aufklärung der Tat. Gleichzeitig bedanken wir uns bei den Einsatzkräften vor Ort für das rasche und beherzte Eingreifen sowie die Unterstützung.

Der Hallesche FC steht geschlossen zusammen. Wir lassen uns durch solche Taten nicht einschüchtern und werden weiterhin für Respekt, Zusammenhalt und einen fairen Sport eintreten. Gleichwohl ist uns wichtig zu betonen, dass Rache- oder Revanchegelüste hier fehl am Platz sind, weil so etwas nur zu einer weiteren Eskalation führt. Wir sind der Meinung, dass wir an dem Punkt angekommen sind, wo wir in der Gesellschaft Werte wie Respekt und Toleranz gegenüber Gewalt und Hass wieder mehr Stellenwert verschaffen sollten. Dafür wollen und werden wir uns einsetzen.

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27 Antworten

  1. ! sagt:

    Im Sinne einer effizienten Terrorbekämpfung sollte man das Problem endlich an der Wurzel packen: den Fußball komplett verbieten.

    Er bekommt schlichtweg zu viel Aufmerksamkeit und weckt offenbar die niedersten Instinkte.

    • SagJaNur sagt:

      Na komm schon, du hast schon besser getrollt!

    • Klaus-Dieter Meier sagt:

      Fordern Sie das auch bei Mord und Vergewaltigung?

      • Strafrecht sagt:

        Endlich sagt’s mal jemand! Mord und Vergewaltigung verbieten! Jetzt!
        Ach nee.. warte mal. Strafrecht ist ja schon dahingehend aktualisiert.

    • Kritiker sagt:

      Nein, radikal diese Fankultur verbieten.

      Die Mehrheit der Fans sind friedlich!

      Keine Stehplätze mehr, Vermummung verbieten, radikal gegen Pyro vorgehen, Eintrittspreise hochsetzen!

      Wer sich daneben benimmt lebenslanges Stadionverbot für die ersten 5 Ligen.

      • Ich sagt:

        Sitzen ist für den A.

        Ich behalte meinen Stehplatz!

      • 10010110 sagt:

        Was haben denn Stehplätze damit zu tun? Weil randalierende Idioten oft auf Stehplätzen stehen, soll man Stehplätze abschaffen? Das wäre ja, als würde ich die Abschaffung des Autoverkehrs fordern, weil Idioten in Autos rumfahren — oh, Moment mal. 😆

  2. Kappo sagt:

    Dummheit oder Verbrechen lassen sich leider nicht verbieten. Die Ursache von beiden ist auch nicht der Fußball, nur ein Vehikel, in diesem Fall im wörtlichen Sinn.

  3. Die Ölv 11 sagt:

    Connewitz hatte wohl einen Ausflugstag?

  4. Dino sagt:

    Bin für „Geisterspiele“… traurig es trifft dann wieder die friedlichen Fans… hoffentlich werden die Verursacher gefasst. Dieser Hass schürt nur noch mehr Hass. Mit Sport hat es nichts mehr zu tun.

    • Mhm sagt:

      Bei wem sollen denn aufgrund welches verantwortlichen Beiträge Geisterspiele geben? Es würde ausreichen, gewaltbereite und in den Vereinen bekannte Ultras von Stadionbesuchen auszuschließen. In anderen Ländern gibt es auch personalisierte Karten, nur hier nicht….

      • Ditscher sagt:

        …und wenn sie nicht ins Stadion dürften…würden sie außerhalb so Sachen machen (siehe oben)…
        …von den Brandstiftern hat sicherlich keiner das Spiel gesehen…

    • Emily sagt:

      Es geht doch eh kaum noch Familien hin, weils zu gefährlich ist.
      Da macht Gristerspiele auch keinen großen Unterschied mehr. Der Ruf ist dahin. Echten “Nachwuchs” gibt es nicht bei normaler Fan Kultur, da kein vernünftiger Mensch seine kleinen Kinder zu irgendwelchen nicht erste Liga Spielen mitnehmen würde. Und die sind preislich sowie jenseits von gut und böse, also nicht mehr allgemein zugänglich.
      Ausserdem sorgt das Verhalten der nicht Ultras auch nicht gerade für positive Erfahrungen bei nicht am Fußball beteiligten. Wenn man bei jedem Fußball Spiel in Bahnen von Polizei eingekesselt wird mit aggressiven Menschen, Notbremse solange immer wieder gezogen wird bis die Polizei mit fährt, überhaupt der komplett öffentliche Nahverkehr im Umkreis zu einem Minenfeld wird, mit aggressiven Drohungen… Das ganze drum rum ist sehr viel anders als wenn mich mein Cousin damals zu Lübeck spielen mitgenommen hat. Da gab’s Beleidogede Gesänge, aber die Grundstimmung bei diesen Stehplätzen war “positiv” wenn ich das mit heutigen Bildern vergleiche ist die Stimmung dauerhaft angespannt bis aggressiv, selbst bei den “Familien” Blöcken weil Angst vorherrscht es eskaliert wieder.

      Ich meine wenn Nachwuchs Busse angefackelt werden, Polizistinnen mit Gullydeckeln und entsprechenden Ausrufen Opfer von Mordversuchen werden, in vorher ausgemundeteb Schwachstellen… muss man auch trotz acab nicht mehr Wunder dass es immer zu Gewalt kommt, wenn der Polizist weiß wenn er stürzt wird versucht ihn zu erschlagen, da wird natürlich nochmal härter durchgegriffen.

      Und da beide Seiten anonym sind, ist halt jeder Polizist = aggressiv und schubst ohne dass ich was gemacht habe, und jeder “Fan” der der die nen Pflasterstein an Kopf werfen wird wenn du dich umdrehst für den polizisten.

      Und die Gewaltspirale dreht sich immer weiter..

      Beide Seiten erwarten halt einen aggressiven Mob. Auch wenn man mehr von der Polizei erwarten würde von Anfang an viel deeskalierender vorzugehen, nach Jahren gegenseitiger Gewalttaten ist da nix mehr zu retten.

  5. Ein Glück geht es allen gut.

  6. FC M Fan sagt:

    Ich bin kein Fan des HFC. Aber so etwas hat mit Fankultur nichts zu tun. Das ist einfach nur zerstörerische Wut.
    Hoffentlich ist es nur beim Sachschaden geblieben.
    Die Täter, sollten sie ermittelt werden, sollten zu Gefängnisstrafen mit Schadenersatzleistung verurteilt werden.
    Strafen müssen endlich auch mal eine abschreckende Wirkung haben.

  7. Lichterfee sagt:

    Der HFC ist für Respekt und Fairness? Gerne doch. Am besten bei den eigenen Fans beginnen.

  8. Bürger sagt:

    Linke Gewalt macht auch vor dem Sport nicht Halt.

  9. Ich sagt:

    ….“waren es Leipziger Ultras“? Was soll diese Bemerkung? Es gibt kein Beweis dafür, aber die Folgen dieser Bemerkung kann sich jeder denken!!

  10. Zappelphilipp sagt:

    Das Geschreibsel vom HFC ist ja wieder köstlich ….habe die schnelle eine Datenbank mit Textbausteinen oder macht das komplett die KI …die kann doch so keiner mehr ernst nehmen.

  11. Helmut Gruschwitz sagt:

    Ich bin seit 1975.Fan von Chemie Leipzig, aber die jetzige Fußball Szene erinnert einen nicht mehr an Fairen Sport ,es wird immer mehr ein Schlachtfeld ,es gab ja schon Tote , wie vor Jahren der Magdeburger Fan , Unglaubliche Zustände

  12. Franz2 sagt:

    Ich finde diese Lippenbekenntnisse kurios, wenn es einen selbst trifft, aber bei den eigenen Störenfrieden und Terroristen ist man immer ziemlich still, wenn die einen Wagon auseinandernehmen, ihre eigene Stadt im Müll hinterlassen oder andere Fans ins Krankenhaus oder auf den Friedhof prügeln. Man könnte auch sagen „Fuck around and Find out“

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