Hightech nur für die Forschung: Neuer 3-Tesla-MRT geht an Universitätsmedizin Halle in Betrieb

Foto: Universitätsmedizin

Die Grundlagenforschung in der Onkologie, der Herz-Kreis-Medizin, der Alternsmedizin und weiterer Bereiche der Universitätsmedizin Halle bekommt für ihre neue Forschungs-Core Facility Unterstützung in Form hochaufgelöster Bilder und feinster Sensoren eines neuen, hochmodernen 3-Tesla-Ganzkörper-Magnetresonanztomographen (MRT). Das Gerät wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über das Forschungsgroßgeräte-Programm mit zwei Millionen Euro gefördert und ist ausschließlich für die Forschung vorgesehen.

„Mit dem 3-Tesla-MRT ist es möglich, nicht nur die Morphologie, das heißt Gestalt, Form und Struktur, sichtbar zu machen, sondern auch metabolische Vorgänge, also Stoffwechsel und Organfunktionen nicht-invasiv zu zeigen, ohne dass die Bilder verwaschen sind“, so Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie, in der der MRT beheimatet ist.  Der MRT weist verschiedene, erst seit kurzem verfügbare Komponenten und Aufnahmetechniken, eine hohe Magnetfeldstärke von 3 Tesla, ein leistungsstarkes Gradientensystem und verschiedene anatomie- und anwendungsadaptierte Biomess-Sensoren auf, die dafür sorgen, dass die entsprechende Bildqualität vorhanden ist, um kleinste Veränderungen und Strukturen zu erkennen.

Der MRT werde vorrangig in den klinisch-wissenschaftlichen Schwerpunkten Onkologie und Herz-Kreislauf-Medizin eingesetzt und bildet das Herzstück der neugeschaffenen Halle MR Imaging Core Facility, die dem ganzen Forschungscampus der halleschen Universitätsmedizin zur Verfügung steht. Dazu zählen beispielsweise die detailliertere Erforschung von Gewebestrukturen in und um Tumoren oder der Pankreatitis-Pankreaskarzinom-Sequenz oder prognostische Marker bei Hautkrebsmetastasen, aber auch die Erforschung der Kardio-MRT zur Charakterisierung kardialer Fehlbildungen bei Kindern noch vor der Geburt oder bei Erwachsenen mit Kardiomyopathien sowie die Ergebnisauswertung nach Behandlungen von Gefäßfehlbildungen. „Primär involvieren die Forschungsvorhaben also den ganzen Menschen und praktisch jedes Organ, aber je nach Forschungsfrage sind auch andere Bereiche und gegebenenfalls die Untersuchung von Zellkulturen möglich. Zum Beispiel werden wir mittels Phosphorspektroskopie bei Spitzensportlerinnen und -sportlern des Olympia-Stützpunktes Halle die Regenerationszeit von Muskeln erforschen“, so Wohlgemuth.

Im Rahmen von Kooperationen mit der Industrie arbeite man zudem mit Forschungsteams aus Bioinformatikerinnen und Bioinformatikern sowie Medizinphysikern und -physikerinnen an erweiterten Möglichkeiten zur Sequenzentwicklung und Programmierung neuer Bilderzeugungsmethoden mit. „Das heißt, wir bringen uns in die Verbesserung der Grundlagen der Bildgebung aktiv ein und dies kommt dann wiederum den Nutzern des Forschungs-MRT zugute“, so Wohlgemuth.

„Mit dem Forschungs-MRT und der zugehörigen Core Facility eröffnet sich unseren Forschenden in den unterschiedlichen Fachdisziplinen eine großartige Möglichkeit, interdisziplinär und interprofessionell wissenschaftliche Fragestellungen nicht nur zu Strukturen, sondern auch zu Funktionen im menschlichen Körper schonend und nach ethischen Standards mittels modernster MR-Bildgebungsverfahren zu bearbeiten und damit unsere Schwerpunkte und Profilbereich wesentlich zu stärken. Die Fragenstellungen werden krankheitsbezogene, physiologische und epidemiologische Aspekte umfassen. Das ist im normalen Klinikalltag und der Auslastung der bestehenden Geräte so nicht möglich und es gibt nicht viele Unimedizinen, die über einen reinen Forschungs-MRT verfügen“, so Prof. Dr. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Halle.

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13 Kommentare

  1. 10010110 sagt:

    Forschungs-Core Facility

    Yeah, Spitzen-Wortkreation. Ein Kandidat für das Unwort des Jahres. 🤦‍♀️

    • ... sagt:

      Stimmt, schwer zu übertreffen.

    • gegen Heuchelei sagt:

      So ein Hass auf Worte. Wenn es dich stört, setz dich damit – sachlich – auseinander oder ignoriere es einfach und widme dich schöneren Dingen.

      • 10010110 sagt:

        Haha, du bist echt ein Witzbold. 😛

        • Nulli wohnt unter der Brücke sagt:

          Du bist nicht witzig, nur ein Bold. Ein heuchlerischer noch dazu.

          • 10010110 sagt:

            Habe ich Worte beleidigt oder ihnen mit dem Tod gedroht?
            Ich beschwere mich nur über Worte, für die man ohne große Mühe bereits in unserer Sprache existierende und etablierte Worte verwenden könnte, man das aber aus mangelndem Ego oder purer Faulheit nicht macht.

  2. MS sagt:

    3 Teslas…da werden die Grünen jubeln über die Umweltfreundlichkeit, die CDU jammern, warum keine deutschen Autos verwendet werden, die SPD den MRT-assistentinnen zuklatschen und die Linken schimpfen, dass man Elon Musk und die bösen Ami´s unterstützt. Niemand wird mitbekommen, das Tesla eine physikalische Einheit ist….

  3. mb sagt:

    Ein geiles Gerät hat man sich da angeschafft, Glückwunsch

  4. Informieren! sagt:

    Dass es hier noch keine Aufklärenden Kommentare zu diesem höllischem Krebsgenerator gibt verwundert mich.