Schöpfkelle in der Silberhöhe hat wegen fehlender Finanzen dicht gemacht: Stadt bedauert Entscheidung, OB Vogt will mit Land reden

Das Soziokulturelle Zentrum Schöpfkelle in der Silberhöhe hat vorerst geschlossen, alle Kurse sind abgesagt, Mitarbeiter wurden gekündigt. Grund ist die vorläufige Haushaltsführung der Stadt. Dadurch erfolgt derzeit keine Auszahlung der Fördermittel.

Man bedauere die vorübergehende Schließung des Familienzentrums ausdrücklich, so Stadtsprecher Drago Bock. Doch der Haushalt der Stadt sei aktuell nicht genehmigt. „Deshalb gelten Einschränkungen, die die Stadt derzeit dazu zwingen, finanzielle Mittel ausschließlich für gesetzliche Pflichtaufgaben sowie vertraglich gebundene Maßnahmen einzusetzen“, so Bock. „Die Entscheidung steht in keinem Zusammenhang mit der inhaltlichen Arbeit oder der Bedeutung des Familienzentrums für den Stadtteil. Vielmehr ist sie Ergebnis der aktuellen Haushaltslage, die Auswirkungen auf zahlreiche freiwillige Leistungen der Stadt hat.“

Es habe im Vorfeld Gespräche mit dem Betreiber gegeben, in denen transparent über die aktuelle Haushaltslage informiert wurde. „Über die Entscheidung zur Schließung des Familienzentrums wurde die Stadtverwaltung im Vorfeld jedoch nicht in Kenntnis gesetzt.“

Auch Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt hat sich zu Wort gemeldet. Er werde mit den Verantwortlichen auf städtischer Ebene und im Land in den Dialog treten, „um das zu verhindern, was uns droht: nämlich der Verlust eines Teils der kulturellen und sozialen Landschaft unserer schönen Saalestadt.“

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31 Antworten

  1. PaulusHallenser wirkt sagt:

    Guck mal! Die Stadt verhindert freiwillige, ehrenamtliche und soziale Leistungen. Freust du dich jetzt? Komm jetzt nicht wieder mit „es steht jedem frei…“

    • PaulusHallenser sagt:

      „Die Stadt verhindert freiwillige, ehrenamtliche und soziale Leistungen.“

      Die Stadt hat noch nie freiwillige, ehrenamtliche und soziale Leistungen verhindert. Jede Privatperson und jede sonstige Organisation kann solche Leistungen auch weiterhin anbieten, nur halt ohne städtische Subventionen.

      Wem wirklich etwas am freiwilligen Ehrenamt liegt, der kommt auch ohne Steuergelder klar. Wer das Ehrenamt nur als Möglichkeit zum Geldverdienen betrachtet, der macht jetzt natürlich den „Laden“ dicht.

      • Karl Marx sagt:

        Nenne mal einen Sozialträger, der durch seine Arbeit reich geworden ist.

        • PaulusHallenser sagt:

          „Nenne mal einen Sozialträger, der durch seine Arbeit reich geworden ist.“

          Karl Marx,

          das kann ich nicht.

          Warum? Weil die Gründer und Mitglieder der freien Träger durchaus sehr intelligent sind. Die wissen, dass formell gemeinnützige Organisationen keine Gewinne machen dürfen. Anders schaut es bei der Vergütung der Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte und leitenden Angestellten aus. Da wird ordentlich zugelangt. Vor einiger Zeit verdiente ein Geschäftsführer der AWO in Thüringen pro Jahr 220.000 Euro. Für ein Ehrenamt ist das ziemlich üppig.

          • Ach Pauli... sagt:

            Ein Geschäftsführer eines freien Trägers ist kein ehrenamtlicher Mitarbeiter. Freie Träger beschäftigen Fachpersonal, z.B. in der Kinder- und Jugendhilfe. Diese arbeiten (hart) und zahlen Steuern. Daneben geht es aber oft nicht ohne Ehrenamtler.
            Natürlich sind die Gründer intelligente Leute. Sie gründen einen Verein, kann nicht jeder. Gehört Ahnung dazu, die du nicht hast. Aber arbeitende Mensch kannst du diffamieren, das geht irgendwie immer.

          • JeanPütz sagt:

            Du bist so erbärmlich. Du wirfst den dort Tätigen vor, sich an der Hilfe für Bedürftige zu bereichern, kannst das aber nicht mal beweisen. Ist das so ein Bauchi Bauchi Gefühl bei dir? Damit bewegst du dich geistig und intellektuell auf der gleichen Ebene wie die Rechten. Du checkst die einfachsten Regeln des sozialen Zusammenlebens nicht, dass es eben bedeutet für andere einzustehen. Du profitierst in allen Belangen vom unserem sozialen miteinander und willst mit allen Mitteln das es andere schwerer haben. Normalerweise agieren Menschen so, dass es einem besser geht. Du willst nur, dass es andere schwerer haben. Du bist einfach nur ein erbärmlicher kleiner Wicht.

        • Max Klar sagt:

          Die Caritas-Stiftung Deutschland verfügte über ein Grundkapital von über 74 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch Leistungsentgelte, öffentliche Zuschüsse und Spenden.

        • ähn sagt:

          wo steht was von „reich werden“?

      • Chris sagt:

        Seid wann verdient man beim Ehrenamt?? Dann war ich meine bisherigen 18 Jahre an der verkehrten Stelle! Wo kann man dabei verdienen?

  2. Henk sagt:

    Genauso ist die Rechtslage. Ist kein Geld da, dürfen nur noch Pflichtaufgaben übernommen werden.

  3. Ferdi sagt:

    Geld ist für das Abschleifen von Pflastersteinen vorhanden.

  4. Leona sagt:

    Der CVJM hat ja auch 6,4 Millionen gefordert! Frech ne!

  5. Chris sagt:

    Am Jahresende zeigt sich der Bürgermeister aber gern mit Mitgliedern des Ehrenamtes! Man sollte sich mal im Ehrenamt engagieren ehe man darüber spricht. Über Mittel – oder Mittelchen – reden ist leichter als der Kampf darum, um die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Menschen zu ermöglichen, für die Kurse nicht nur kreatives Arbeiten bedeuten, sondern u. A. die Vereinsamung im Alter verhindern und den Jugendlichen eine Heimstätte bietet.

  6. H sagt:

    Wunderbar! Sponsoren für einen Neujahrsempfang des OB konnten gefunden werden, aber nicht für ein Familienzentrum. So wichtig sind uns Kinder und Familie.

    • Facepalm sagt:

      Es ist erstaunlich, wie hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Wer den Text aufmerksam liest, stellt fest: Die ‚Schöpfkelle‘ hat die Stadt nicht über die Schließung informiert. Wie hätte die Stadt also proaktiv handeln sollen? Zudem möchte ich die Sponsoren sehen, die sich vorschreiben lassen, wofür sie ihre Mittel einsetzen, erst recht vor dem Hintergrund einer vorläufigen Haushaltsführung.

    • PaulusHallenser sagt:

      „Das Soziokulturelle Zentrum Schöpfkelle in der Silberhöhe hat vorerst geschlossen, alle Kurse sind abgesagt, Mitarbeiter wurden gekündigt.“

      Gekündigt? Ich dachte immer, dass es sich hier um Ehrenämtler handelt, die in ihrer Freizeit anderen Menschen helfen. Von bezahlten Vollzeitstellen war in der Vergangenheit nie die Rede. Offenbar hat das Ehrenamt in den letzten Jahren eine Begriffsänderung erfahren, denn in der Vergangenheit waren Ehrenämter keine bezahlten Arbeitsplätze.

      • Ach Pauli... sagt:

        Offenbar hat sich die Welt weiter gedreht. Natürlich gibt es neben den ehrenamtlichen auch hauptamtliche Mitarbeiter. Du hast mal erwähnt, dass du regelmäßig in die Pauluskirche geht. Fällt dir nicht auf, wer da alles den Laden am Laufen hält? Nicht nur der Pastor und die Gemeindereferentin. So läuft das auch bei der AWO, VS, im Hospiz (ist gGmbH, aber vergleichbar). Hast du davon echt keine Ahnung? Dann informiere dich bitte bevor du hier über andere Menschen herziehst.

        • PaulusHallenser sagt:

          „Du hast mal erwähnt, dass du regelmäßig in die Pauluskirche geht. Fällt dir nicht auf, wer da alles den Laden am Laufen hält? Nicht nur der Pastor und die Gemeindereferentin.“

          Wir sind eine aktive Gemeinde und alle Mitglieder bringen sich ein – und das ohne Bezahlung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das auch bei AWO und Co so ist.

          P.S: Die halleschen Hospize sind von meiner Kritik völlig ausgenommen. Die leisten sehr wichtige Arbeit.

          • Ach Pauli... sagt:

            ist es aber…. Überzeug dich vor Ort oder wenn wieder eine Aktion läuft. Darüber hinaus gibt es natürlich auch fachlich fundierte Arbeit, die entsprechend bezahlt werden mus. Ich empfehle dir die Inanspruchnahme.
            https://dubisthalle.de/informationscafe-im-awo-psychiatriezentrum-am-montag/

          • Glaubst du doch selbst nicht sagt:

            Echt? Du gehörst einer sozialistischen Kirchengemeinde an? Alle ziehen mit, alle sind beim Kirchenbasar dabei, leisten Aufbaustunden und nehmen am Subbotnik teil? Und alles für lau? Man, die Gehirnwäsche funktioniert bei dir aber bestens.
            Wie viele hallesche Hospize gibt es eigentlich? ist ja schön, dass du die von deiner Kritik ausnimmst. Das ist also deine Form der Unterstützung.

        • „Hast du davon echt keine Ahnung?

          Diese Frage war rhetorisch, richtig? *zwinkerzwonker*

      • 123Kid sagt:

        Die Volkssolidarität ist ein soziales Träger. Auch wenn viele Ehrenamtliche in der Schöpf-Kelle gearbeitet haben, muss die Arbeit ja organisiert werden. Es ist ein offenes Haus, es werden Angebote gemacht für die Nachbarschaft, lokale Vereine treffen sich dort, es gibt einen Jugendbereich. Natürlich läuft das nicht als rein ehrenamtliches Projekt – wer soll das leisten, wer die Verbindlichkeit wahren? Wer kommt auch bei Regen und Sturm und öffnet täglich das Haus, wer reinigt es, wer leitet die Ehrenamtlichen an, wer hat die pädagogische Ausbildung? – Da reißen sich Leute den Arsch auf für den Stadtteil und die Kommentatoren hier meckern rum, warum nicht alle ehrenamtlich arbeiten. Nein, das kann alles nicht kostenlos sein, soll es auch nicht.

        Mann könnte auch ehrenamtlich Brücken und Straßen bauen. Aber wer möchte da drüber fahren?

    • ähm sagt:

      Niemand hindert Dich auf Sponsorensuche zu gehen.

  7. Spiegelkammer sagt:

    Auch der Dümmste sollte verstehen: Wenn dem Staat das Geld ausgeht, kann er es nicht mehr ausgeben.

  8. Bügelbernd sagt:

    Diese katastrophale Stadtregierung und -verwaltung, Schneckentempo trifft Inkompetenz, so wirkt es zumindest oft. Über die Feiertage werden die Beine hochgelegt bei fürstlicher Entgeltung durch den Steuerzahler, ausbaden dürfen es die Arbeitenden und hier, einmal wieder, die ärmsten der Armen der Stadt.

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