Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt sucht Mitarbeiter und Azubis für neue Abschiebehaft

Das Landesverwaltungsamt (LVwA) wurde durch das Ministerium für Inneres und Sport (MI) mit der Errichtung einer Projektgruppe „Aufbaustab ASE“ betraut. Parallel zu den laufenden Bauarbeiten der Abschiebungssicherungseinrichtung (ASE), die sich aktuell in der Rohbauphase befindet, werden die einzelnen organisatorischen Maßnahmen für eine kurzfristige Inbetriebnahme nach der zum Jahresende erwarteten Baufertigstellung vorbereitet. Die ASE wurde für 30 Plätze zum Vollzug der verschiedenen aufenthaltsrechtlichen Haftarten, insbesondere der Abschiebungshaft und des Ausreisegewahrsams, konzipiert.

Für einen wirtschaftlichen Betrieb der ASE sollen in erster Linie Synergieeffekte mit der benachbarten JVA Volkstedt erzielt werden. Dies betrifft die Inanspruchnahme von Dienstleistungen der JVA bzgl. Essenversorgung, Wäscherei, Schlosswerkstatt sowie Buchhaltungs- und Abrechnungssysteme.

Die darüber hinaus erforderlichen Fremdleistungen werden ausgeschrieben. Dazu zählen die Bewachung sowie die medizinische und soziale Betreuung. Die notwendigen Vergabeverfahren werden durch das LVwA bereits in Kürze eingeleitet.

Ein wichtiges Thema ist die Personalbedarfsbemessung und die Personalgewinnung für das Landespersonal. Neben einer kleinen Anzahl von Verwaltungsmitarbeitern sind vor allem Vollzugskräfte erforderlich, die im Schichtdienst mit hoheitlichen Befugnissen die Sicherheit und Ordnung der Einrichtung gewährleisten. Bereits seit 2019 bildet das LVwA Justizvollzugskräfte für die ASE aus. Auch für das neue Ausbildungsjahr werden Nachwuchskräfte gesucht.

Bis zum 01. März 2026 können sich Interessierte für eine Ausbildung in diesem Bereich für das Einstellungsjahr 2026 bewerben.

Diese Ausbildung richtet sich an praktisch veranlagte Menschen mit Interesse an Kriminologie, Psychologie, Pädagogik, Verwaltungs-, Straf- und Vollzugsrecht. Sie dauert zwei Jahre. Die erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber sind während dieser Zeit Beamtinnen und Beamte auf Widerruf im Dienst des Landes Sachsen-Anhalt.

Gut vorbereitet auf die künftigen Aufgaben

Neben den genannten Fächern stehen auch Selbstverteidigung, Sport und Konfliktbewältigung auf dem Lehrplan, aus gutem Grund. „Unsere Anwärterinnen und Anwärter sollen künftig verantwortungsvolle Aufgaben in der neuen Abschiebungssicherungseinrichtung in Volkstedt übernehmen. Darauf werden sie gezielt und umfassend vorbereitet.“ erklärt Sebastian Thiele aus dem Ausbildungsteam des Landesverwaltungsamtes. „Die Theorie wird dabei im Aus- und Fortbildungsinstitut am Standort Thale gelehrt, praktische Inhalte werden in den Justizvollzugseinrichtungen im Land Sachsen-Anhalt vermittelt. Geplant sind außerdem Hospitationen in Abschiebungshaft- oder Ausreisegewahrsamseinrichtungen in anderen Bundesländern.

Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die zum Einstellungszeitpunkt zwischen 18 und 37 Jahre alt sind. Sowohl Berufsanfänger als auch Bewerber mit Berufserfahrung, die einer beruflichen Neuorientierung offen gegenüberstehen, sind willkommen. Voraussetzung ist zudem ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer für den Vollzug förderlichen Berufsausbildung. 

Ausbildung mit sehr guten Übernahmechancen

Der Bedarf an qualifizierten Nachwuchskräften in diesem Bereich ist groß. Grund dafür ist der Zuzug Geflüchteter nach Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren, von denen nicht alle ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten und die sich ihrer anschließenden Ausreisepflicht entziehen. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen künftig dazu beitragen, die Ausreisepflicht der Betroffenen weiterhin rechtssicher, verantwortungsvoll und menschlich durchzusetzen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erwartet die Absolventinnen und Absolventen ein moderner Arbeitsplatz in einer neuen Abschiebungssicherungseinrichtung mit hervorragenden Arbeitsbedingungen. Dort werden sie die untergebrachten Menschen bis zu ihrer Aufenthaltsbeendigung beaufsichtigen, betreuen und für die Einhaltung der Sicherheit und Ordnung in der Einrichtung sorgen.

Das Ausbildungsteam beantwortet gern alle Fragen – zum Beispiel per E-Mail unter ausbildung@lvwa.sachsen-anhalt.de, per WhatsApp unter 0151 55145919 oder persönlich auf verschiedenen Job-Messen. Bei den Offline-Events können Interessierte auch direkt mit Auszubildenden der Einrichtung über deren Erfahrungen sprechen. Termine und Standorte stehen auf der Homepage des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/

Inhalte, Anforderungen und Termine zu allen Ausbildungsangeboten können nachgelesen werden unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/service/ausbildung-im-bereich-verwaltung

Foto Landesverwaltungsamt

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30 Antworten

  1. Leser sagt:

    Wer garantiert, dass ASE nicht zu ICE wird, wenn die AfD regiert?

  2. Ulf sagt:

    Das ist ja wiederlich! und dann der Name… Nennts doch gleich ICE, dann sind weniger Leute verwirrt

  3. kritikker sagt:

    Kanns sein, dass das Bild KI-generiert ist? Schaut euch zB mal die Knöpfe der Polos an. Wäre gut wenn ihr das in Zukunft kennzeichnet

  4. Gerd sagt:

    Nur dreißig Plätze?

  5. Trak sagt:

    Herr söder.. bitte melden

  6. Ehemaliger Vollzugsbeamter im JVD sagt:

    Ich rate ab für Bewerbung als Vollzugsbeamter in der Abschiebehaft. Die sind dort praktisch Freiwild. Körperliche Auseinandersetzungen stehen dan auf der Tagesordnung. Von den z.Zeit im mittlerenDienst befindlichen Beamten in den JVAs will keiner dort freiwillig hin.

  7. PaulusHallenser sagt:

    Ich könnte mir nicht vorstellen, in einer solchen Einrichtung zu arbeiten, denn Abschiebungen sind und bleiben unmenschlich. Jeder Mensch sollte sich in der Region aufhalten können, wo er will. Ein Staat hat sich da nicht einzumischen.

    • Ach Pauli... sagt:

      Ich könnte mir auch nicht vorstellen, dass du in einer solchen Einrichtung arbeitest. Siehe einfach Einstellungsvoraussetzungen. Darüber hinaus wärst du im ÖD, nichts für dich.
      Als (unbescholtener) EU-Bürger steht es dir frei, dich in anderen Regionen nieder zu lassen, passiert auch regelmäßig.
      Anders als in den USA werden hier nicht Leute aus ihren Häusern oder von der Arbeit verschleppt. Es handelt sich um Menschen, die hier einfach kein Bleiberecht haben, teils straffällig geworden sind oder an ihrer Identitätsfeststellung nicht mitgewirkt haben. Natürlich hat sich der Staat bei Menschen aus Drittstaaten einzumischen. Sicher nicht so, wie es die AfD will. Die übertreibt.

    • Emmi sagt:

      @PH, ein Staat muss es sich auch leisten können Flüchtlinge aufzunehmen.
      Krankenkassen, Rentenkassen, Pflegekassen, Sozialkassen…. alles leer.
      Wenn sie völlig eigenständig ihr Leben bewältigen könnten, dann wäre es noch anders. Dänemark praktiziert das schon sehr gut.

    • Frodo sagt:

      Aber du möchtest dann für denjenigen auch nicht bezahlen wollen, oder?

    • Skeptiker sagt:

      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du auch nur IRGENDWIE arbeitest.

  8. MS sagt:

    Der Grund für den Bedarf ist nicht die große Zahl abzuschiebender Menschen, sondern in erster Linie die schleppende Ausbildung in den letzten Jahren, die miese Bezahlung im Vollzugssystem und die miesen Arbeitsbedingungen.

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