Lange: Kein Kahlschlag an der Martin-Luther-Universität!

Der Landtagsabgeordnete und Stadtrat Hendrik Lange (Die Linke) hat die Proteste gegen die geplanten Kürzungen an der Martin-Luther-Universität (MLU) am Mittwoch unterstützt. „Dieser Kahlschlag muss verhindert werden“, sagt er.

Das Rektorat ziehe mit der Schließung ganzer Studiengänge zwar die Konsequenzen aus der Unterfinanzierung durch das Land. „Hochschulpolitisch ist dieser Schritt jedoch fatal, da er massiv die Vielfalt des Lehrangebots und der Forschungslandschaft einschränkt“, so Lange.

Deshalb fordere man als Die Linke schon seit Jahren die Defizite dauerhaft auszugleichen. „Die jetzt entstandene Diskussion demaskiert die Hochschulpolitik der Kenia-Koalition der vergangenen Jahre, in denen Kürzungen versteckt erfolgt sind. So wurden Landesmittel bei den Hochschulen gekürzt, um diese durch Bundesmittel zu ersetzen.“

Die Kürzungen würden auch die Vereinbarungen mit dem Bund widersprechen und habe die finanzielle Lage der Hochschulen im Land um keinen Cent verbessert. „Sie ist die fatale Bilanz der CDU-Regierungsjahre von Rainer Haseloff und seiner Finanzminister Bullerjahn (SPD) und Richter (CDU). Letzterer droht noch mit einem sogenannten „Corona-Solidarbeitrag“, welcher noch ein weiteres Millionenloch an den Hochschulen reißt.“

Lange weist darauf hin, dass die MLU schon seit Jahren ein strukturelles Defizit erwirtschafte. Ein Grund sei unter anderem, dass das Land nur zu 90 Prozent die Tariferhöhungen übernommen habe. Hinzu kämen die Kürzungen aus der Bernburger Vereinbarung und der nicht gewährte wissenschaftsadäquate Inflationsausgleich für Sachmittel wie Bücher oder Laborausstattung.

„Mit großer Sorge sehen wir, welche Bereiche der Hochschule zur Disposition gestellt werden. Die Altertumswissenschaften und große Teile der Asienwissenschaften werden aufgelöst. Gerade in den sogenannten „Orchideenfächern“, einem besonderen Aspekt der MLU, wird die Axt angelegt“, so Lange. „Darüber hinaus vollzieht das Rektorat den Uralt-Vorschlag der Schließung der Sportwissenschaften. Besorgt sind wir auch darüber, dass Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen gestrichen und Lehrstühle nicht wieder besetzt werden sollen. Die Lehraufgaben sollen aber von Lehrkräften für besondere Aufgaben übernommen werden. Diese Maßnahmen gefährden die Einheit von Forschung und Lehre in hohem Masse. Die anstehende Neubewertung der Strukturen in den Instituten für Mathematik und Physik lässt befürchten, dass auch diese wichtigen Fächer ausgedünnt werden sollen.“

Die Kritik bedeute aber keine generelle Absage an einen Strukturumbau. „Die jetzt vorgeschlagenen Strukturumbrüche sind jedoch nicht wissenschaftsgeleitet, sondern folgen der eiskalten Logik des CDU-Finanzministers. Ein solches Unterfangen hat bereits einmal die MLU in schweres Fahrwasser getrieben und nur marginale Einsparungen erbracht“, sagt Lange. „Wenn es darum geht, die finanziellen Defizite der Hochschulen auszugleichen, haben die MLU und die anderen Hochschulen DIE LINKE an ihrer Seite. Den Abbau von Strukturen sehen wir aber kritisch.“

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5 Antworten

  1. Elch sagt:

    Der will nur wiedergewählt werden, Achtung

    • Uppercrust sagt:

      Wie soll denn sonst Demokratie funktionieren?
      Man sollte Links- und Rechtssozialisten nicht wählen, aber auch sie sind Teil demokratischer Prozesse. Und sie sind ein guter Indikator dafür, wieviele Ratten es in der Gesellschaft gibt, die dumm genug sind, sich fangen zu lassen. In unserem Bundesland sind das leider viele.

      • Menge sagt:

        Erst sind überall Faschisten, nun sind überall Sozialisten. Was siehst du als nächstes in deinen Visionen?

  2. Pfui sagt:

    Ach hört man von dem auch mal was

    • Team Hörsturz? sagt:

      Wir müssen uns den Herrn ständig anhören. Was ist mit dir los? Hast du einen zeitweiligen Hörschaden?

    • Freddy sagt:

      Faulenzer und BWL Studenten haben wir genug.

      • Anmerkung sagt:

        Im Gegensatz zum Hallenser Standardfaulenzer sitzt der studentische Faulenzer dem Staat nicht auf der Tasche (und wenn jetzt BaföG kommt, das Anrecht verspielt man sich ziemlich schnell, wenn man nicht entsprechende LPs nachweisen kann)…

      • Uppercrust sagt:

        Na ja, vorauss. etwa >20 und >10% für diese rotbraunen Rattenfängerpareien im Land, da sieht man sie schon überall, oder?

    • nah sagt:

      Reagiert wohl nicht mehr auf deine „Liebesbriefe“? 😆

  3. Hallenser sagt:

    Jetzt kommen die alle aus dem Loch gekrochen und wollen dem Bürger die Schuhe putzen.

  4. ossi123 sagt:

    Nun noch mehr brotlose Politologen …