Mehr Gewalt gegen Einsatzkräfte: Auch Halle spürt den bundesweiten Trend – 119 Verfahren in der Saalestadt
Die Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten in Deutschland hat im Jahr 2024 erneut ein hohes Niveau erreicht – und auch in Halle (Saale) schlägt sich diese Entwicklung deutlich nieder. Das geht aus dem aktuellen Bundeslagebild „Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte 2024“ hervor, das das Bundeskriminalamt (BKA) am Montag vorgestellt hat.
Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 46.367 Gewalttaten gegen Polizeikräfte erfasst. Insgesamt waren 106.875 Polizistinnen und Polizisten von gegen sie gerichteten Gewalttaten betroffen – 1.167 mehr als im Vorjahr. Zwar fiel der Anstieg gegenüber 2023 mit 0,3 Prozent vergleichsweise gering aus, langfristig zeigt sich jedoch eine deutliche Entwicklung: Seit 2015 sind die Gewalttaten gegen Vollzugsbeamte um 38,5 Prozent, gegen Polizeikräfte sogar um 67,2 Prozent gestiegen.
Der überwiegende Teil der Taten – 87 Prozent – entfiel auf Widerstandshandlungen und tätliche Angriffe. Die Tatverdächtigen waren meist männlich (83,1 Prozent) und älter als 25 Jahre (75 Prozent). In fast allen Fällen handelten sie allein (95,5 Prozent), häufig waren sie der Polizei bereits bekannt (75,8 Prozent). Auffällig ist zudem der hohe Anteil von Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss (48,6 Prozent). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger stieg leicht auf 34,9 Prozent.
Schwere Gewaltdelikte stagnierten oder gingen leicht zurück: Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen sank minimal auf 1.258 Fälle, vorsätzliche einfache Körperverletzungen gingen um 4,2 Prozent zurück. Auch bei den Tötungsdelikten verzeichnete das BKA einen Rückgang von 40 auf 34 Fälle, wobei 33 Taten im Versuchsstadium blieben. Der Anteil von Messerangriffen lag bei 0,9 Prozent.
Lage in Halle (Saale)
Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Halle (Saale) zeigt sich die Problematik deutlich. 119 Ermittlungsverfahren wurden hier im Jahr 2024 geführt, davon 66 wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und 53 wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, wie Polizeisprecher Thomas Müller gegenüber dubisthalle.de mitteilte.
Im Zuge dieser Verfahren traten 224 Vollstreckungsbeamte und gleichgestellte Personen als Geschädigte auf – darunter auch Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr. Die Ermittlungen richteten sich gegen 105 tatverdächtige Personen.
Besorgniserregend ist der Blick auf das laufende Jahr: Bereits jetzt sei ein weiterer Anstieg sowohl bei den Ermittlungsverfahren als auch bei der Zahl der geschädigten Einsatzkräfte im Vergleich zum selben Zeitraum 2024 zu verzeichnen, so Müller.











Einfach den Einsatzkräften mehr Befugnisse geben. Die gewaltbereiten sind sonst nicht zu stoppen. Taser, Schlagstock oder einfach mal auf die Fresse hauen😡
genau sonst verstehen die das nicht
Tja, wenn das dann so endet wie in MD, ohne Festnahmen… da muß man wohl schon mal die Einsatzkonzepte der Führungskräfte hinterfragen, warum nicht Schlagstock, Pfefferspray, Taser und Schusswaffe einsatzbedingt angewendet werden durften. Wäre sonst jemandem wohl auf die Füße getreten worden? Warum wurde keine verstärkung flächenweit und umkreisig aufgeboten und eingesetzt? Warum gab es keine gesperrten Zugänge, Schleier- und Ringfahndungsmaßnahmen? Warum wurden keine Polizeihubschrauber eingesetzt? Wer hatte da Dreck am Jackett? Und warum müssen sich alle Arten von Einsatzkräften so in Gefahr bringen? Gibt es kein recht auf gesundheitliche Unversehrtheit und Selbstverteidigung?
@ t-haas, das ist wohl richtig!👍 Aber das sollten sich Demonstranten von einigen „Veranstaltungen „ auch mal vor Augen führen!! Da heißt es dann „Polizeigewalt“ !!
Auch wenn Gewalt gegen Einsatzkräfte, welcher Abteilung auch immer, nicht zu tolerieren ist. Diese Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen.
Inzwischen gilt das Wegziehen der Hand wenn einem Handschellen angelegt werden sollen als Angriff gegen Polizeibeamte und fließt in diese Statistiken ein.
Nein. Das wird als Widerstand gewertet.
micha woher hast dein … Wissen ?
Auch hier kein Aufschrei von „Robert 1945“.