Nach Angriff auf SPD-Wahlkämpfer in Berlin: Haftstrafe für Nazi-Schläger aus Halle

Ein halbes Jahr nach dem brutalen Angriff auf zwei SPD-Wahlkämpfer in Berlin hat das Amtsgericht Tiergarten jetzt ein deutliches Zeichen gesetzt: Vier junge Männer aus Sachsen-Anhalt – darunter zwei Brüder aus Halle – wurden wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und politisch motivierter Gewalt verurteilt.

Die Täter: Phillipp B. (20) aus Aschersleben, Elias U. (19) aus Leuna sowie die Brüder Florian K. (19) und Pascal K. (17) aus Halle (Saale). Sie waren am 14. Dezember 2024 nach Berlin gereist – nach eigener Aussage, um an einem rechten Treffen unter dem zynischen Motto „Gegen politisch motivierte Gewalt“ teilzunehmen.

Ein fataler Irrtum führte die Vier jedoch nicht nach Berlin-Lichtenberg, sondern ins ruhige Lichterfelde-Ost – mit dramatischen Folgen.

Am Bahnhof trafen sie auf die SPD-Politikerin Carolyn Macmillan (49), Fraktionsvorsitzende in der BVV Steglitz-Zehlendorf, und ihren Ehemann (50). Die beiden hatten gerade ihren Wahlkampfstand abgebaut und wollten den Bus nehmen – erkennbar an ihren roten SPD-Mützen.

Was folgte, war ein gezielter Angriff: Die jungen Männer rissen den beiden die Mützen vom Kopf, stießen sie zu Boden und traten mit ihren schweren Stiefeln nach. Zehn Passanten sollen Augenzeugen der brutalen Szenen geworden sein. Auch die eintreffenden Polizeibeamten wurden angegriffen, eine Scheibe zu Bruch geschlagen. Die Bilanz: Der Ehemann der Politikerin kam ins Krankenhaus, Beamte erlitten Schnitt- und Platzwunden sowie Knochenbrüche.

Das Gericht zeigte nun klare Kante. Richter Andreas H. verurteilte Florian K. zu zwei Jahren und acht Monaten Jugendhaft, Elias U. erhielt zwei Jahre und sechs Monate. Pascal K. (17) bekam eine Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten, Phillipp B. (20) zwei Jahre – beide Strafen wurden auf sogenannte Vorbewährung ausgesprochen. In sechs Monaten wird geprüft, ob eine Bewährung infrage kommt. Bis dahin stehen beide unter der Aufsicht von Bewährungshelfern, B. muss zusätzlich 90 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Richter H. fand deutliche Worte: „Sie sind gezielt gegen politisch Andersdenkende vorgegangen.“ Der Prozess warf ein grelles Licht auf die zunehmende Gewaltbereitschaft junger Rechtsextremer – auch aus unserer Region.

Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt hatte zuletzt mehrfach vor einer Radikalisierung innerhalb der rechten Szene junger Männer gewarnt. Dass drei der vier Täter aus Halle und Umgebung stammen, dürfte auch vor Ort politische und gesellschaftliche Diskussionen erneut anfachen.

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25 Antworten

  1. incel watch sagt:

    verdient

  2. Kantenkenner sagt:

    90 Stunden und Vorbewährung – klarer kann eine Kante kaum sein.

  3. 10010110 sagt:

    Dass drei der vier Täter aus Halle und Umgebung stammen, dürfte auch vor Ort politische und gesellschaftliche Diskussionen erneut anfachen.

    Wer stellt solche suggestiven Spekulationen in den Raum?

    • Andreas sagt:

      Und welcher der Vier stammt denn nicht aus der Region? Der aus Leuna oder der aus Aschersleben?

      • Mag Andreas sagt:

        „Dass drei der vier Täter aus Halle und Umgebung stammen“
        Das sollte deine Frage beantworten. Andernfalls hilft ein Blick auf eine Landkarte

        hdggggdl :*

  4. Gonzo sagt:

    Viel zu geringe Strafen. Bin entsetzt, vor allen die sogenannte Bewährung !

    • Alt-Dölauer sagt:

      Ja. Die gehören eingach in den Bau! Hoffentlich kriegen die Opfer noch zivilrechtlich hohe Ansprüche. Aber bei solchen Usern ist ja leider meist nichts zu holen.

  5. hier kommt die rechte Keule sagt:

    Quatsch! Das wird überhaupt keine Diskussion geben. Die AfD-Wähler werden schon eine gute Begründung für die Taten erfinden. So nach dem Motto, dass sich Geschichte wiederholt und hier in Halle der Weineck erschlagen wurde usw. Dafür wird man schon Verständnis aufbringen. Na dann mal los!

    • Hernd Böcke sagt:

      Lina E hat viel mehr gekriegt als die. Vielleicht beim nächsten Mal vorher recherchieren bevor man sich zum Obst macht?

  6. Franz2 sagt:

    Leider sind diese Strafen zu milde.

  7. hgp sagt:

    Gut so! Volle Härte gegen Gewaltäter jeder Coleur.

  8. Paul Panther sagt:

    Aber Lina E mit samt Handschuhe anfassen und deren Unterstützer, zweierlei Maß wieder mal.

    • hier kommt die rechte Keule sagt:

      Wo wurde sie mit Samthandschuhen (hab mal die deutsche Rechtschreibung und Grammatik für dich angewendet, erwarte aber in Zukunft, dass ein Nazi die selbst beherrscht) angefasst und wo sind die unterschiedlichen Maßstäbe?

    • 10010110 sagt:

      Mit Samthandschuhen oder mitsamt Handschuhen?

  9. Wennemann sagt:

    Was soll „Nazi“ in der Überschrift? Wollten diese Leute einen Weltkrieg vom Zaun brechen, Juden vergasen, Parteien verbieten, Staatsbetriebe und eine Einheitsgewerkschaft gründen? Aus dem Text geht nichts dergleichen hervor. Natürlich müssen Schläger verurteilt werden, ob politisch oder allgemeinkriminell motiviert. Austausch von Argumenten, nicht von Fäusten macht eine Demokratie aus.

    • kundiger Staatsbürger sagt:

      Kennst du unsere Verfassung? Die garantiert das Recht auf freie Meinungsäußerung. Du darfst deine Meinung äußern. Das dürfen andere aber auch.

      • Du irrst dich gewaltig kundiger Staatsbürger. Richtig ist das, dass Grundgesetz die freie Meinungsäußerung garantiert.
        Nicht garantiert wird aber die Freiheit nach der Meinungsäußerung! Müsste man aber als kundiger Staatsbürger wissen!

    • Darkwing Duck sagt:

      In deinem Text steht auch nicht explizit, dass du Schwierigkeiten beim Denken hast. Trotzdem ist es klar erkennbar.

    • Frohnatur sagt:

      Steh doch einfach mal dazu.

  10. Mal ne Frage.. sagt:

    Interessant, wie sich plötzlich alle aufplustern… interessant auch die Wortwahlen im Artikel… werden eigentlich auch „Oma‘s gehen Rechts“ oder Antifa-Schläger in gleichem Maße beschrieben und verurteilt, wenn die wieder prügelnd gegen „Andersdenkende“ durch die Welt ziehen…? Nur mal so als Frage… der Geifer in den Kommentaren ist schon beeindruckend…

    • freies Internet sagt:

      Du kannst gern Artikel verfassen, die entprechende Formulierungen enthalten. Machst du aber nicht. Aus Gründen.