Nach Sirenen-Alarm in Halle (Saale): Stadt hat Entwarnung über KatWarn „als unzweckmäßig“ angesehen

Als am Samstagabend kurz nach 22 Uhr stadtweit die Sirenen ertönten, herrschte bei vielen Hallenserinnen und Hallensern große Verunsicherung, bei manchen auch Panik. Das ausgesendete Signal bedeutete „Warnung der Bevölkerung“ – ein Alarmton, der normalerweise nur bei Katastrophen oder akuten Gefahrenlagen zum Einsatz kommt.

Erst knapp eine Stunde später folgte die offizielle Entwarnung durch die Stadt. Wie die Stadt mitteilte, habe es sich um einen technischen Defekt gehandelt. „Die Ursachenermittlung läuft noch“, so Stadtsprecher Drago Bock.

Besonders kritisch wurde von vielen Bürgerinnen und Bürgern aufgenommen, dass über die gängigen Warn-Apps „NINA“ und „KatWarn“ weder eine Warnung noch eine Entwarnung erfolgte. Laut Stadtverwaltung seien jedoch „unverzüglich Hinweise über den Fehlalarm auf der Homepage der Stadt und über den städtischen Instagramkanal“ veröffentlicht worden, erklärte Bock. Tatsächlich geschah dies jedoch ebenfalls erst rund eine Stunde nach dem Sirenenalarm.

Zudem habe die Stadt die Medien als „Kommunikatoren und Multiplikatoren“ per Pressemitteilung informiert. Doch auch hier zeigte sich ein strukturelles Problem: Am Samstagabend senden viele private Radiosender in Sachsen-Anhalt kein Liveprogramm mehr, sondern übernehmen Inhalte aus anderen Regionen, etwa aus Kiel oder München. Auch beim MDR wird ab 20 Uhr das bundesweite ARD-Gemeinschaftsprogramm ausgestrahlt. Eine schnelle lokale Information über Radio war somit kaum möglich.

Nach Angaben der Stadt wurde zunächst geprüft, ob die Sirenenauslösung möglicherweise durch das Land oder den Bund über das Modulare Warnsystem (MoWaS) erfolgt war. „Nach Abwägung und Abschluss der Prüfung wurde es anschließend als unzweckmäßig angesehen, ein weiteres Warnmittel (KATWARN) zeitversetzt und möglicherweise Verwirrung stiftend sowie als Instrument für die ‚Abschlussmeldung‘ einzusetzen bzw. auszulösen“, erläuterte Bock weiter.

Trotz der spürbaren Verunsicherung in der Bevölkerung habe es kein erhöhtes Anrufaufkommen in der Leitstelle gegeben, so der Stadtsprecher. „Aus Sicht der Stadt ist es nunmehr unabdingbar, die technische Ursache zu ermitteln, um einen Wiederholungsfall auszuschließen.“

Artikel Teilen:

52 Antworten

  1. Wien 3000 sagt:

    Was wäre denn an einer Entwarnung oder Informationen über Katwarn oder Nina unzweckmäßig? Der Text könnte doch in etwa so lauten:
    „Fehlalarm: Aufgrund eines technischen Defekts, geben die Sirenen im Stadtgebiet Halle gegen 22:30 den Warnton ab. Es besteht keine Gefahr, und es sind keine weiteren Maßnahmen ihrerseits erforderlich.“
    Zumindest für Nina gibt es die Möglichkeit, eine Informationsmeldung auszugeben, die an einem blauen „i“ und einem Blau eingefärbten Gebiet zu erkennen ist. Dabei wird nach meinem Wissen auch keine Push-Mitteilung oder sonstige Meldung ausgelöst. Die Information bekommt also nur, wer danach sucht. Hat jemand von dem Fehlalarm nichts mitbekommen, wird er nicht verunsichert, hat er jedoch etwas mitbekomme, kriegt er eine benötigte Information.

    • Haido sagt:

      Ich bin genau der gleichen Meinung! Das Geschehene hat für mich eine Bezeichnung : „Unfähigkeit!“ mit anschließendem „Rausreden“!

  2. Das kannst du dir nicht ausmalen. sagt:

    Wr eine Entwarnung von 20min Sirenalarm als „unzweckmäßig“ ansieht, hat etwes vollkommen verbockt.

  3. Bitte richtig Wählen sagt:

    „Stadt hat Entwarnung über KatWarn „als unzweckmäßig“ gesehen“

    Was jucken uns die Bürger!

  4. MS sagt:

    Also alles ok. Eine Stunde an einem Samstag abend, da waren doch die Verantwortlichen schnell informiert, die Lage ermittelt und eine Lösung durchgezogen. Eine KATWARN- oder CellBroadcast-Meldung um 23 Uhr abzusetzen, wenn nicht mal ein erhöhtes Anrufaufkommen in der Leitstelle zu ermitteln ist, ist doch dann auch unnötig. Wegen einem dutzend Panikbürger über 200.000 Menschen aus dem Schlaf zu „warnen“, um ihnen zu sagen, dass sie ruhig schlafen können…. Also mal den Ball flach halten. Die Möglichkeiten der Stadt sind im übrigen begrenzt, sie hat ja keinen Einfluss darauf, wann die Presse arbeitet oder berichtet.

    • eseppelt sagt:

      „wenn nicht mal ein erhöhtes Anrufaufkommen in der Leitstelle zu ermitteln ist“

      Das ist zumindest die Aussage der Stadt. Da aber auch bei uns unzählige Nachrichten und Anrufe im dreistelligen Bereich eingegangen sind und die Datenbank wegen der enormen Zugriffe in die Knie ging, ist das nicht so recht glaubhaft

      • Klartext sagt:

        Was die Stadt hier im Nachhinein erklärt hat, ist eine dämliche Ausrede, nicht mehr und nicht weniger! Man glaubt es nicht! Danke dbh für diesen Einwand. Natürlich waren alle informationsgebenden Quellen völlig überlastet! Wahrscheinlich die Leitstelle durch Anrufer für weitere Anrufer auch blockiert.

      • Detlef sagt:

        Die Aussage, das es sich um eine technische Störung handelt ist sicher eine Ausrede um einen Cyberangriff zu vertuschen, da man meint das System ist so sicher das keiner hacken kann. Da konnte aber jemand stenkern.

      • Heinz sagt:

        Dass dbh nicht erreichbar war (Error 500, war es glaub ich) hab ich nach der Sirene auch bemerkt. Diese Tatsache (die sich jetzt für mich durch das erhöhte Aufrufen der Seite erklärt) trug auch nicht gerade zur Beruhigung bei, gerade, wenn man weiß, wie heutzutage militärische Angriffe ablaufen.
        Hilfreich war nur, dass kein Medienportal über die Stadtgrenzen hinaus zu dem Thema berichtet hat.

  5. Feuerwehrker sagt:

    KatWarn , Alarmton….
    unausgekorener Mist. Ich lach mich tot!
    Man muss damit auch umgehen können! Was für Laien..

  6. Mother Fuller sagt:

    Im Suff den Knopf drücken und dann war’s aber die Geräte! 😂

  7. VerBockt sagt:

    Herr Bock und die gesamte Rathausspitze hat es halt verbockt.
    Warum braucht der Bürger dieser Stadt einen Account bei Instagram, um sich über Warnungen/Entwarnungen zu informieren. Dafür sind Katwarn und Cell Broadcast (hat jedes Mobiltelefon) genau die richtigen Medien.
    Die Stadtverwaltung muss noch viel lernen!

    • Soso sagt:

      Das war wohl eher der hallesche IT-Dienstleister. Man munkelt, es soll einen geben. Ganz selten wird auch mal ein Vertreter dieser Gattung gesehen, wenn er nicht schnell genug abtauchen konnte

  8. Revision sagt:

    Warum sind in den Städten die Verantwortlichen immer in Ausreden so gut, warum
    stehen sie nicht zu dem Mist, den sie verzapft haben ? Ohne menschliches zutun
    gibt es keine Sirenentöne. Der Bock wird wieder zum Gärtner gemacht.

    • PaulusHallenser sagt:

      Die Ausreden kommen nicht vom Stadtrat, sondern von der Stadtverwaltung.

      Mein Eindruck ist, dass die Stadtverwaltung, seit OB Vogt im Amt ist, immer ausgeschmücktere und immer unglaubwürdigere Ausreden präsentiert, wenn mal wieder etwas schiefgelaufen ist und die Verantwortlichen sich einen schlanken Fuß machen.

      • Insider packt aus sagt:

        Weißt du als Insider denn wenigstens, ob der OB zu der Zeit zufällig Tennis spielen war?

      • Rico sagt:

        Unglaubwürdige Ausreden, Widersprüche, Lügen und Verleumdungen. Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Also die Stadtverwaltung besteht entweder aus Familienangehörigen von Merz oder die haben es sich schon sehr gut von dem abgeschaut.

  9. HALLEnser sagt:

    Alarm, welcher Alarm? Mal wieder mediale Panikmache …

  10. PaulusHallenser sagt:

    „Wie die Stadt mitteilte, habe es sich um einen technischen Defekt gehandelt. „Die Ursachenermittlung läuft noch“, so Stadtsprecher Drago Bock.“

    Das ist schon etwas widersprüchlich. Einerseits ist von einem technischen Defekt die Rede, andererseits läuft die Ursachenermittlung noch. Ich habe den Eindruck, dass die Ursachenermittlung erst ab Montag so richtig anläuft, um gewisse Herrschaften am Wochenende nicht stören zu müssen.

  11. Tanja sagt:

    Die Verantwortlichen der Stadt sollten sich für ihr Vorgehen & ihre Einstellung schämen!

    Hört sich an nach Gleichgültigkeit, Faulheit mit einem Hauch von Verantwortungslosigkeit.
    Nice!

  12. Bernd sagt:

    Panik und Verwirrung, Ziel wurde erreicht. Unsere schlauen Politiger zucken nur mit der Schulter, macht weiter so…..

  13. Tanja sagt:

    @Insider: Dann hast Du es wohl verbockt 😉
    Sich im Nachhinein (!) auf schwache Anruferzahlen zu berufen ist mehr als schwach und zeigt die hier kritisierte Verantwortungslosigkeit auch bei Dir.

    Da kann man Dich nur bemitleiden! Denk mal drüber nach…oder auch nicht 😉

  14. Kai sagt:

    Ich kenne wirklich sehr viel Leute und wirklich niemand hat Katwarn oder Nina als App aufm Smartphone installiert.

  15. schwach sagt:

    Was für Schwachmaten bei den Verantwortlichen der Stadt Halle. An Unfähigkeit und Ignoranz den Bürgern gegenüber nicht zu überbieten. Wer bitte kommt auf die Idee nach einer Warnung per Sirene auf den Instagram-Account der Stadt nachzuschauen, was los ist, wenn es offizielle Warnapps gibt und man erwartet, dass diese tun für was sie entwickelt wurden und alljährlich inzwischen getestet. Es bräuchte zwingend auch eine Sofortmeldung in den Nachrichten, Radio und TV. Bei den öffentlichen rechtlichen Sendern, z. B. Internetseite des MDR, ist nicht mal der Fehlalarm eine Meldung wert, dann natürlich erst Recht keine Info zur Entwarnung.
    Für mein Verständnis müssten hier mindestens Köpfe geschoren werden, da eine sehr ernste Sache peinlichst bagatellisiert wird.

  16. Sylvia Winkelmann sagt:

    Eine Entwarnung durch die Stadt wäre notwendig und wichtig gewesen. Und zwar auf KatWarn. Denn diese App wurde der Bevölkerung empfohlen. Natürlich schaut man in so einer Situation daher erst einmal auf KatWarn. Wozu ist die App sonst da? Wenn man sich darauf nicht verlassen kann, worauf verlasse ich mich dann im Ernstfall? Oder gibt es keinen Verantwortlichen bei der Stadt, der für den Kontakt mit den Betreibern der App ganztags verantwortlich ist? Oder dürfen Katastrophen nur von 8 – 16:00 Uhr stattfinden? Hier sollte wirklich eine gründliche Auswertung stattfinden.

  17. Fuchs sagt:

    Wenn die Stadt sagt wegen zu weniger Anrufe bei Polizei und Feuerwehr ist es nicht Notwendig uns zu informieren dann freuen wir uns auf das nächste mal! Und wehe dann ist es eine ernste Gefahr und die Leitstellen in Halle drehen durch vor anrufen! Die sind ja jetzt schon kaum erreichbar wenn nichts los ist „PLEASE HOLD THE LINE“ So eine Frechheit, jeden einzelnen sollte man entlassen, jeden einzelnen so eine inkompetente Stadt!

  18. Trans sagt:

    Die kürzlich erfolgte Fehlauslösung der Sirenen in Halle (Saale) zeigt einmal mehr die Schwächen und die unzureichende Resilienz unserer aktuellen Notfallkommunikationssysteme.
    In Krisensituationen, in denen jede Minute zählt, ist es unerlässlich, dass die Bevölkerung auf Warnsysteme vertrauen kann.
    Falsche Alarmierungen führen nicht nur zu Verwirrung, sondern auch zu einem Vertrauensverlust in die gesamte Krisenkommunikation.

    Besonders problematisch erscheint in diesem Zusammenhang die Entscheidung, KatWarn nicht für die Entwarnung zu nutzen.
    KatWarn ist ein bewährtes und effizientes System, das sich bei vergangenen Notfällen als äußerst hilfreich erwiesen hat.
    Wenn jedoch in einem konkreten Fall wie diesem, bei einer Fehlauslösung der Sirenen, auf dieses System zur Entwarnung verzichtet wird, stellt sich die berechtigte Frage nach den Gründen für diese Entscheidung.
    Die Nicht-Nutzung eines funktionierenden Systems wie KatWarn in einer derartigen Situation ist nicht nur unverständlich, sondern trägt zur unnötigen Verunsicherung bei.

    Es ist dringend notwendig, dass die Stadt Halle (Saale) und die zuständigen Behörden ihre Notfallpläne und Kommunikationsstrategien überprüfen.
    Ein zentraler Punkt dabei sollte sein, wie bestehende Systeme wie KatWarn effizient und verbindlich in die Notfallkommunikation integriert werden können.
    Wenn in einer solchen Situation keine Entwarnung über KatWarn ausgesprochen wird, müssen die Verantwortlichen transparent darlegen, warum das System nicht als geeignet erachtet wurde.
    Ein weiterer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Frage der öffentlichen Informationsstrategie.
    In einer Zeit, in der Krisen und Ausnahmesituationen zunehmend häufiger werden, müssen die Informationskanäle der Behörden zuverlässig, schnell und vor allem koordiniert arbeiten.
    Die Bevölkerung muss in der Lage sein, sich auf die Informationen von offiziellen Stellen zu verlassen, um korrekt reagieren zu können.

    Ich appelliere an die Stadtverwaltung Halle (Saale) sowie an die verantwortlichen Stellen, die bestehenden Notfallkommunikationssysteme einer gründlichen Prüfung zu unterziehen und sicherzustellen, dass im Falle eines Fehlalarms oder einer Krise alle verfügbaren Kanäle, insbesondere KatWarn, in vollem Umfang genutzt werden.
    Nur so kann das Vertrauen der Bevölkerung in die Krisenbewältigung aufrechterhalten und die Sicherheit aller gewährleistet werden.

  19. schwach sagt:

    Fehler einzugestehen oder für irgendwas Verantwortung zu übernehmen ist echt nicht die Stärke der Stadtverwaltung.
    Das Mindeste wäre gewesen, ebenfalls über die Sirenen Entwarnung zu geben.

  20. Anne Spiegel sagt:

    Halle hat 2026 bereits seinen Kai Wegener Moment, na ganz toll. Wenn irgendwelche Viecher am Geiseltalsee „gesichtet“ worden, bimmeln alle Alarm-Apps, wenn irgendwo ne Garage ausbrennt, gibts nen lokalen Cell Broadcast Alert wegen Rauchvergiftungsgefahr. Aber wenn eine scharfgeschaltete Ernstfall-Sirene die Stadt wachrüttelt, ist eine Entwarnung (im wahrsten Sinne!) unverhältnismäßig? Die Stadtführung gehört einmal komplett ausgetauscht…

Schreibe einen Kommentar zu Heinz Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert