Nach Stadtratsdebatte um Bücherspende: Verein Deutsche Sprache ziegt sich irritiert

Am Mittwoch gab es im halleschen Stadtrat um eine Spendenannahme des Vereins Deutsche Sprache e. V. eine kontroverse Debatte. Mehrere Stadträte hatten sich kritisch geäußert und eine Zusammenarbeit mit dem Verein abgelehnt, da sie ihm rechtspopulistische Positionen vorwarfen. Am Ende stimmte jedoch eine Mehrheit des Gremiums für die Annahme der Spende, mit der ein Leseprojekt für Schulanfänger finanziert wird.

Der Verein Deutsche Sprache e. V. mit Sitz in Dortmund ist nach eigenen Angaben ein gemeinnütziger, überparteilicher Verein mit nach eigenen Angaben rund 36.000 Mitgliedern weltweit. Zu seinen Zielen zählt die Förderung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache sowie eine Stärkung des Deutschunterrichts an Schulen. Finanziert wird die Vereinsarbeit nahezu ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Ein Teil der Mittel fließt in das Projekt „Ein Buch für jeden Schulanfänger“, das neben Halle unter anderem auch in Nürnberg umgesetzt wird. In Halle sollen im Jahr 2025 alle 2.191 eingeschulten Kinder ein kostenloses Erstlesebuch erhalten. Verschenkt wird das Buch „Baumhausgeschichten“ aus dem Ravensburger Verlag. Ziel des Projekts sei es, Kindern Freude am Lesen zu vermitteln und den Einstieg ins Lesenlernen positiv zu gestalten.

Die im Stadtrat geäußerte Kritik bezog sich insbesondere auf Positionen des Vereins zur Eindämmung von Fremdwörtern im Deutschen sowie auf seine ablehnende Haltung gegenüber Genderzeichen. Vertreter des Vereins zeigen sich über die Debatte irritiert. Geschäftsführer Dr. Holger Klatte erklärte gegenüber dubisthalle.de, diese Fragen würden auch in der Sprachwissenschaft und in der Fachwelt kontrovers diskutiert. „Man darf Denglisch als unpassend und Gendersternchen als unverständlich ansehen“, so Klatte. Der Verein setze sich dafür ein, dass solche Themen „in der gesellschaftlichen Mitte offen diskutiert werden können“.

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2 Antworten

  1. Duden sagt:

    Wann begreifen hier einige einfache Menschen, dass 95% der Deutschen keinen Gendermist hören wollen?

  2. Kritiker sagt:

    Für Herrn Klatte ist der Duden ein Sprachpanscher des Jahres.

    Und der Verein tendiert in der Sprache zu einem puristischen Stil mit nationalistischen Tendenzen.

    Also wenn dieser Verein Bücher verleiht, dann sollte man schon genauer hinsehen, was dies für Bücher sind.

    Nur zum guten Zweck oder deren Sprachideologie zu verbreiten.

    Mich würde interessieren, wer die „edlen Spender“ sind!

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