Neues Licht auf die Wunderkammer: Aktuelle Forschungen zur Kunst- und Naturalienkammer am Mittwoch in den Franckeschen Stiftungen

Die Kunst- und Naturalienkammer des Halleschen Waisenhauses steht im Mittelpunkt eines Abends, der neue Forschungsergebnisse und aktuelle Perspektiven auf eine der bedeutendsten historischen Sammlungen der Frühen Neuzeit eröffnet. Am Mittwoch, 11. Februar 2026, um 18:00 Uhr laden Prof. Dr. Holger Zaunstöck und Tom Gärtig zum zweiten Termin der Reihe »Neu entdeckt. Neu erworben. Neu erschienen.« ein. Die Veranstaltung findet im Historischen Waisenhaus (Haus 1) statt, der Eintritt ist frei; zusätzlich wird der Abend online übertragen.

Anlass ist die Präsentation des Katalogs zur Jahresausstellung »300 Jahre Neugier. Verborgenes Wissen aus der Wunderkammer«, die sich der Kunst- und Naturalienkammer des Halleschen Waisenhauses widmet. Wunderkammern waren prägende Sammlungsformen der Frühen Neuzeit: Orte des Staunens, in denen Naturalien, Artefakte und Kuriosa zu komplexen Wissensordnungen zusammengeführt wurden. Die ab 1735 von Gottfried August Gründler eingerichtete Wunderkammer des Waisenhauses nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Als pädagogische Lehrsammlung konzipiert, sind hier historischer Raum, Sammlungsschränke, Objekte und Ordnungssystem bis heute als Einheit erhalten.

Im moderierten Gespräch geben die Kuratoren Einblicke in die Rekonstruktion und Wiederentdeckung der Kammer sowie in ihr spezifisches Ordnungssystem. Neue Forschungen der vergangenen Jahre ermöglichen es, bislang unbekannte Aspekte zu beleuchten: Erkenntnisse zu verloren geglaubten Objekten, postkoloniale Perspektiven auf den sogenannten Indienschrank und neue Einsichten in die Nutzung der Kammer im 18. Jahrhundert. Abschließend richtet sich der Blick auf den heutigen Umgang mit Wunderkammern und deren museale Neuinterpretationen im europäischen Kontext.

Die Jahresausstellung »300 Jahre Neugier. Verborgenes Wissen aus der Wunderkammer des Halleschen Waisenhauses« ist noch bis 10. Mai 2026 in den Franckeschen Stiftungen zu sehen (Di–So 10–17 Uhr). Weitere Termine der Reihe »Neu entdeckt. Neu erworben. Neu erschienen.« schließen sich im Februar und März an und laden dazu ein, überraschende Quellen und neue Erwerbungen aus den historischen Sammlungen der Stiftungen kennenzulernen.

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