Neues Wohngebiet in Ammendorf mit 80 Einfamilienhäusern: Straßen sollen nach den Schriftstellerinnen Christa Wolf und Sarah Kirsch benannt werden

Noch stehen Ruinen auf dem Areal des ehemaligen Betonwerks in Halle-Ammendorf an der Alten Heerstraße. Doch hier soll ein neues Wohngebiet mit 80 Einfamilienhäusern entstehen. Die Erschließungsstraßen sollen nach den Schriftstellerinnen Christa Wolf (1929-2011) und Sarah Kirsch (1935-2013) benannt werden. Mit der Benennung kommt die Stadtverwaltung dem Begehren des Stadtrates nach, mehr Straßen in Halle nach Frauen zu benennen. Am Mittwoch berät der Kulturausschuss darüber.

Eric Eigendorf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale), unterstützte den Vorschlag der Verwaltung im Namen der Sozialdemokrat:innen: „Mit der Ehrung von Sarah Kirsch und Christa Wolf setzt die Verwaltung ein Zeichen für mehr Frauen im öffentlichen Straßenraum. Das begrüßen wir sehr. Darüber hinaus hat unsere Fraktion die Benennung einer Straße nach Christa Wolf Mitte 2021 im Stadtrat angeregt. Es ist erfreulich, dass die Verwaltung diesem Ansinnen nun schnell nachkommt. Auch in der Zukunft sollte es der Anspruch sein, Frauen, die in Halle gewirkt und Anerkennung erworben haben, zu ehren. Gleiches gilt für Frauen, die in den unterschiedlichsten Bereichen nationale oder internationale Bedeutung erlangt haben.“

„Die Benennung der beiden Straßen nach Sarah Kirsch und Christa Wolf würdigt das Schaffen beider Schriftsteller:innen in der DDR und in der Bundesrepublik. Gerade bei Christa Wolff ist die Benennung authentisch, lebte sie doch von 1959 für drei Jahre in Halle. In die hallesche Zeit fällt ihre Tätigkeit als Lektorin für den Mitteldeutschen Verlag und das Schreiben ihres Buches ‚Der geteilte Himmel‘. Letzteres ist eines der zentralen Werke zum Verständnis der DDR-Literatur“, so Dr. Silke Burkert, stellvertretende Vorsitzende, abschließend zur anstehenden Ehrung beider Schriftstellerinnen.

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Keine Antworten

  1. Katrin Moeller sagt:

    Nur zur Anregung für weitere Benennungen: Es gäbe auch Hallische Frauen, nach denen man diese Straßen benennen könnte: Z.B. Hedwig Nottebohm (https://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig_Nottebohm), Jenny Gertz (https://stefischmid.de/2017/09/23/tanz-und-kind-von-jenny-gertz/) oder Clara Haym (https://zenodo.org/record/6319583#.Y9j6mHCZOUk). Gerne kann dazu der Verein für Stadtgeschichte kontaktiert werden.

    • Emmi sagt:

      Auf die Idee kommt doch die Stadtverwaltung nicht

    • Historiker sagt:

      Mir fällt auch was ein: Lotte Ulbricht, Elisabeth Flickenschild, Grete Weiser, Rosamunda Pichler…..

    • Stadtratsbeobacher sagt:

      In diesem Fall geht es auch darum, an die anderen Schriftsteller im angrenzen Viertel anzuknüpfen.

      Wenn Du Frauen auf die Kandidatenliste ergänzen möchtest, suche den Kontakt zu einem Stadtrat (m/w/d) Deines Vertrauens.

  2. 10010110 sagt:

    Schon wiese so ein Thema, bei dem ein riesen Aufriss mit Pressemitteilungen und politischen Kommentaren gemacht wird. Benennt die Straßen einfach und gut ist. Man muss nicht überall immer auf dem Geschlecht von Leuten rumreiten (im übertragenen Sinn 😀 ).

  3. Tina sagt:

    Gendern ist ja schön und gut. Da kann man ja auch hier nur die weibliche Form nehmen, da es sich ja hier eindeutig um Frauen handelt.

  4. Mietbürger sagt:

    Im Idealfall nie nach Personen benennen. Das gibt weniger Stress, wenn die beiden Damen in 40 Jahren als gesellschaftlich nicht mehr akzeptabel gelten. Es gibt noch so viele Orte auf dieser Welt nach denen man Straßen benennen kann…

  5. Alt-Dölauer sagt:

    Wichtiger ist: Werden die Grundstücke endlich mal individuell vergeben, oder übernimmt wieder ein Bauträger alles komplett um seine 08/15 Hütten zu verticken. Das bringt der Stadt weniger Geld als Einzelvermarktung. Aber der Bauträger (Siewert?) und xY in der Stadtverwaltung werden profitieren.

  6. Oliver sagt:

    Wir brauchen sozialwohnungen für die schwachen und keine prunkbauten die sich keiner leisten kann völlig egal wie die strasse heisst

    • Twist sagt:

      Wenn du dir keine vernünftige Wohnung leisten kannst, ist das Pech.

    • Luft nach oben sagt:

      @Oliver: Wenn Du schon EFHs Prunkbauten nennst, scheinst Du ja unter der Brücke zu pennen. Prunkbauten hab ich in Halle noch nicht gesehen. Gibt ein paar nette Villen, aber das war es auch schon in Halle. Die 20-Zimmer-Häuser mit 200 m Zufahrt, Innen- und Außenpool und separatem Personal- und Liefereingang sind doch eher selten.
      Und kein Architekt oder Bauträger wird tätig für jemanden, der sich das nicht leisten kann. Demnach ist die Aussage “ keiner“ also ziemlich falsch – viele können und wollen sich das leisten. Ich z.B. Und schau mal, so hast Du mehr Platz unter der Brücke oder im Asi-Block.

      • Oliver sagt:

        Nein ich schlafe nicht unter der Brücke und ja ich wohne im Block Na und . Ich bin 55 Jahre und arbeite seit ich 16 bin .soviel dazu
        Trotzdem sollten wir alle an die sozial schwachen denken und nicht an die die schon genug haben

      • Steff sagt:

        Na dann erzähl mal Kleener was für dich Prunkbauten sind bevor du son Zeug sabbelst.
        LOL

    • Ach Oliver... sagt:

      „prunkbauten die sich keiner leisten kann“.

      Du meinst, da wird überhaupt niemand einziehen? 🤣

  7. Ernste Frage sagt:

    Diskussionswürdig finde warum eine riesen Waldfläche für dieses Bauland weichen muss! Es ist aus so vielen Gründen fragwürdig.